Das „grüne Monster“ war am Ende nur noch eine Bühne: Der Green Eagle Golf Course in Winsen außerhalb von Hamburg gilt als furchteinflößend schwierig, deshalb hat er einst diesen markanten Beinamen erhalten. Am Sonntagnachmittag aber hat ihn Leonie Harm bezwungen, es war der zweite Sieg einer Deutschen nach 2024. Harm gewann das „Amundi German Masters“ nach einem knappen Finale mit einem Schlag Vorsprung vor der Südafrikanerin Casandra Alexander. Für die 28-Jährige war es der erste Erfolg auf der Ladies European Tour (LET), der höchsten Golfliga im europäischen Frauengolf.
„Ich bin gerade ein bisschen emotional überfordert“, sagte Harm im Anschluss: „Es freut mich riesig, dass ich es hier in Deutschland über die Linie gebracht habe.“ Ein langer Weg hatte die Stuttgarterin zu diesem Erfolg geführt, der einst mit schweren Verletzungen nach einem lebensgefährlichen Unfall im Alter von 15 Jahren begonnen hatte. Und in einer Karriere mündete, die nicht immer ohne Rückschläge verlief: In den vergangenen Jahren musste Harm immer wieder um ihre Startberechtigungen auf der LET kämpfen, fand jedoch im vergangenen Jahr mit einem runderneuerten Schwung wieder besser in die Spur. Ein zweiter Platz sprang für sie schon 2025 in Schweden heraus, nun folgte der Heimsieg auf einem schwierigen Golfplatz, aber vor vertrauter Kulisse: „Papa, du bist auch dabei“, rief Harm ihrem Vater entgegen, als der sie hinter dem finalen Grün bereits erwartete.

