Golf:Das eigene Alter geschlagen

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Golf: Unnachahmlich: Bernhard Langer ist immer noch ein Meisterschwinger - und glänzte nun in Phoenix trotz gesundheitlicher Probleme.

Unnachahmlich: Bernhard Langer ist immer noch ein Meisterschwinger - und glänzte nun in Phoenix trotz gesundheitlicher Probleme.

(Foto: Ross D. Franklin/AP)

Bernhard Langer gelingt ein neuer, spezieller Rekord: Der deutsche Golfprofi benötigt mit 64 Jahren nur 63 Schläge für eine Runde. Dabei wäre er beim Saisonendturnier der Champions Tour in Phoenix beinahe nicht angetreten.

Von Gerald Kleffmann, Phoenix/München

Am 27. August ist mal wieder passiert, was niemand glauben kann. Bernhard Langer wurde offiziell älter. 64 Jahre alt ist der deutsche Golfprofi nun, was ihm keiner abnimmt, würde es nicht amtlich verbrieft sein. Er sieht ja eher aus wie 54, so schlank und drahtig, wie er ist. Nachdem der berühmteste Anhauser mit 50 auf die Senioren-Tour gewechselt war, die in den USA Champions Tour heißt, hat er zudem nie mit dem Siegen aufgehört. Auch bei den sogenannten Oldies nicht. Und mit dem Rekorde-Sammeln auch nicht. Sein neuer ist indes eher skurriler Art. Bei der Charles Schwab Cup Championship, dem Jahresendturnier der Champions Tour, benötigte Langer in der dritten Runde nur 63 Schläge für die 18-Loch-Runde. Damit war er numerisch exakt einen Schlag unter seinem Alter geblieben. Mehr als 100 Turniere gewann Langer in seinem Leben, zweimal auch das Masters in Augusta, das bedeutendste überhaupt - aber diese Bestleistung mit dem Alter fehlte ihm noch.

"Das war unter diesen Bedingungen die beste Runde jemals"

Klar, denn es liegt ja auch in der Natur der Sache, dass es selbst für exzellente Spieler immer schwieriger wird, gute Ergebnisse zu erzielen, je älter man wird. Golfprofis benötigen meistens für ihre Runden zwischen 65 und 72 Schlägen. Ab diesem Alter - ab 65 - steigt zumindest für die Besten der Besten die Wahrscheinlichkeit, es schaffen zu können. Im April, in einem großen SZ-Interview, hatte Langer seinen Ehrgeiz zum Ausdruck gebracht und betont: "Das ist eines meiner Ziele, dass ich so bald wie möglich mein Alter unterspiele. Ich denke, wenn ich gesund bleibe, wird mir das viele Male gelingen. Aber ich möchte, dass es bald gelingt. Und nicht erst, wenn ich 68 bin." Nun hat er dieses Ziel erreicht, dank vier Birdies (eins unter Par), zwei Eagles (zwei unter Par) und keinem Bogey (eins über Par) auf seiner Runde im Phoenix Country Club.

An seinem Geburtstag, das wäre selbstverständlich die noch perfektere Geschichte gewesen, hatte er bei einem Turnier in Michigan bereits eine 64 gespielt. Umso begeisterter war er jetzt, zumal Langer am Rücken angeschlagen war und sogar überlegt hatte, nicht anzutreten. Erst ein Arzt gab ihm das Okay. "Das war unter diesen Bedingungen die beste Runde jemals", sagte Langer daraufhin beglückt. Die PGA-Tour nannte ihn "altersloses Wunder". Vor der vierten und letzten Runde lag Langer auf Rang 9.

Dass Langer übrigens noch viele Jahre Zeit hat, um sein Alter zu unterspielen oder genau zu spielen, sofern er gesund bleibt, darf man annehmen. Ein Kanadier namens Arthur Thompson soll in den Siebzigerjahren noch sein eigenes Alter gespielt haben - mit 103.

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