Brooks KoepkaDer Spieler, der gerade für den Wandel im Golfsport steht

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„Ich habe meine Liebe zum Golf wiedergefunden“: Brooks Koepka ist aus Saudi-Arabien zurückgekehrt in die USA zur PGA Tour.
„Ich habe meine Liebe zum Golf wiedergefunden“: Brooks Koepka ist aus Saudi-Arabien zurückgekehrt in die USA zur PGA Tour. Mike Ehrmann/Getty Images via AFP
  • Brooks Koepka kehrt im Januar 2026 von der saudi-arabischen LIV Tour zur US-amerikanischen PGA Tour zurück, nachdem er dort trotz 146 Millionen Dollar Verdienst aus den besten 200 der Weltrangliste rutschte.
  • Seine Rückkehr kostet ihn 50 bis 85 Millionen Dollar an entgangenen Ausschüttungen plus fünf Millionen Dollar Spende, aber er muss nur mindestens 15 Turniere pro Jahr spielen.
  • Koepka sagt, er habe seine "Liebe zum Golf wiedergefunden" und vermisste den sportlichen Wettbewerb, den die LIV Tour mit ihrem kleineren, schwächeren Feld nicht bieten konnte.
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Brooks Koepka ließ sich einst von all dem Geld der saudi-arabischen LIV Tour locken. Doch nun kehrt einer der profiliertesten Golfer seiner Generation zurück auf die PGA Tour in die USA – weil dort doch eher die Zukunft seines Sports liegt.

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Eine andere Handynummer hat Brooks Koepka seit Kurzem, in seinem neuen, alten Leben. Nach seiner Rückkehr in die USA, die Anfang des Jahres für so viel Aufsehen gesorgt hatte, hätten ihn zu viele Anfragen erreicht: „Ich wollte, dass nur meine Familie und meine Golf-Kollegen in meinem Handy sind“, sagte Koepka. Ein solcher Wechsel allerdings birgt auch manche Problematik: Wenn ihn etwa einer seiner ehemaligen Kollegen erreichen möchte, um über die Erfahrungen bei seiner Rückkehr auf die PGA Tour zu sprechen, „könnte es sein, dass sie nicht durchkommen“.

Zum zweiten Mal in seinem Leben ist Brooks Koepka im Januar 2026 eine Art Trendsetter geworden im internationalen Golfsport. 2022 war er das erstmals, als er mit einigen anderen Größen seiner Sportart auf die LIV Tour wechselte, zu dem vom saudi-arabischen Staatsfonds PIF finanzierten Golf-Startup, das damals eine glorreiche Zukunft für alle Beteiligten versprach. Vor allem auf dem Konto. Mehr als 100 Millionen US-Dollar Handgeld bekam Koepka im Juni 2022 für seinen Wechsel, in den folgenden vier Jahren verdiente er trotz eher mittelmäßiger Leistungen weitere 46 Millionen US-Dollar Preisgeld. Bis ihn allerdings wie viele andere ein Gefühl beschlich: Die Zukunft des Golfsports im Golfstaat Saudi-Arabien, sie war womöglich doch nicht so rosig wie ausgemalt.

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Golf ist ein Spiel, das häufig vom Wind bestimmt wird – und der hat sich auf globaler Ebene gedreht, in den vergangenen vier Jahren. Die US-amerikanische PGA Tour, sie reagierte auf die Abwerbungen einiger ihrer Besten mit einem ausufernden Finanzprogramm sowie mehr Beteiligung der Spieler an den großen Geldtöpfen – und schaffte so ein Klima, in dem sportliche Höchstleistungen und Rekord-Einnahmen im Einklang funktionieren konnten. Simpler formuliert: Die Saudis bezahlten weiterhin mehr Geld, aber sportliche Träume konnten sich die besten Golfspieler weiterhin nur auf der PGA Tour erfüllen. Um den Wettstreit der Touren wirklich final zu entscheiden, brauchte es allerdings noch ein deutliches Zeichen: einen Rückkehrer aus der neuen in die alte Welt.

Koepka erhält in den kommenden Jahren keine Beteiligung an den jährlichen Ausschüttungen der Tour, was ihn bis zu 85 Millionen US-Dollar kosten dürfte.

Koepka ist mit 35 Jahren im besten Golfalter und einer der profiliertesten Spieler seiner Generation. Fünf Major-Turniere hat er in seiner Laufbahn gewonnen, genauso viele wie der gefeierte Nordire Rory McIlroy und mehr als jeder andere noch aktive Golfprofi. Ein eiskalter Vollstrecker ist Koepka auf dem Golfplatz immer gewesen, ein unnachgiebiger Wettbewerber, der schon vor einigen Jahren mal erzählte, er würde seinen Kollegen nur ungern zu Turniersiegen gratulieren, weil er „immer lieber selbst an ihrer Stelle“ sein würde. Diese Form von Wettbewerb allerdings vermisste Koepka offenbar zunehmend auf der LIV Tour, wo ein kleineres, schwächeres Feld um mehr Geld, aber weniger Prestige spielt: Bei all den Millionen rutschte Koepka im Lauf seiner Zeit bei den Saudis aus den besten 200 der Weltrangliste.

Nach dem Ende seines Millionen-Vertrages mit den Saudis kam es daher zum Jahresende 2025 zu Verhandlungen mit der PGA Tour, die in einem bemerkenswerten Ergebnis mündeten: Das „Programm für zurückkehrende Mitglieder“ erfanden die Amerikaner im Januar, es richtete sich ausschließlich an die vier erfolgreichsten LIV-Spieler, mit einem Paket-Angebot, das bislang nur Koepka annahm. Die anderen drei – Bryson DeChambeau, Jon Rahm und Cameron Smith – blieben den Saudis vorerst treu, ihre Verträge laufen noch.

Bryson DeChambeau ist bisher – wie auch Jon Rahm und Cameron Smith – nicht auf das Angebot der PGA Tour eingegangen, sondern den Saudis treugeblieben. Ihre Verträge laufen noch.
Bryson DeChambeau ist bisher – wie auch Jon Rahm und Cameron Smith – nicht auf das Angebot der PGA Tour eingegangen, sondern den Saudis treugeblieben. Ihre Verträge laufen noch. Kate McShane/Getty Images

Mindestens 15 Turniere muss Koepka nun in diesem Jahr spielen, wobei er nicht für alle großen Events eine automatische Startberechtigung erhält. Zudem erhält der Golfprofi in den kommenden fünf Jahren keine Beteiligung an den jährlichen Ausschüttungen der Tour, was ihn laut Schätzungen etwa 50 bis 85 Millionen US-Dollar kosten dürfte. Überdies stiftete Koepka fünf Millionen US-Dollar für wohltätige Zwecke, auch das war eine Vorgabe der PGA Tour – die im Gegenzug einen herausragenden Golfspieler zurückgewann, der nun wieder inmitten seiner alten Bekannten spielt. Und einen neuen Charakterzug mitgebracht hat.

Fast schon bescheiden und zurückhaltend trat Koepka in den vergangenen zwei Monaten auf der PGA Tour auf, als wäre dem einstigen Abtrünnigen der verspielte Kredit bewusst geworden. Er sei sehr „emotional“ gewesen, berichtete Koepka auf einmal. Und er sprach von seiner „Unsicherheit“ darüber, wie die anderen Spieler seine Rückkehr aufnehmen würden, die sich allerdings zunehmend besserte, weil es – zumindest öffentlich – keine lauten Gegenstimmen zu Koepkas Rückkehr gab, sondern eher Freude über seine Präsenz. „Ich denke, das war das Wichtigste. Es war aufregend. Es hat Spaß gemacht. Und es macht Spaß, da draußen zu sein. Ich habe meine Liebe zum Golf wiedergefunden“, sagte Koepka am Dienstag bei seiner Pressekonferenz im Vorfeld der Players Championship.

In Ponte Vedra Beach tritt Koepka zum ersten Mal seit 2022 wieder an, beim wichtigsten Turnier außerhalb der vier Majors. Es geht für ihn nach all den Emotionen auch wieder darum, auf dem Golfplatz erfolgreich zu sein: Bei seinen ersten Auftritten in den USA gelang ihm nicht allzu viel, Koepka zählte etwa zu den schwächsten Puttern auf der Tour und wirkte noch etwas abgehängt von den vielen, jungen Spielern, die während seiner Abwesenheit aufkamen. „30 Prozent der Jungs kenne ich aktuell noch gar nicht“, sagte Koepka, aber auch darin liegt für ihn der Reiz: Der Amerikaner steht für den Wandel im Golfsport, der von der reinen Geldgier wieder zurückführt in eine Welt, in der sportlicher Wettbewerb eine Bedeutung hat.

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