US-Präsidentschaftskandidat Immer mehr Sportarten gehen auf distanzieren sich von Trump

Ein Vorstoß, der auch in der Welt des Sports ein gewaltiges Echo hervorrief. Box-Legende Muhammad Ali, 73, ließ eine Mitteilung verschicken, in der es hieß: "Ich glaube, dass unsere politischen Führer ihre Position nutzen sollten, um für mehr Verständnis für den Islam zu werben und deutlich zu machen, dass diese in die Irre geleiteten Mörder die Einschätzung pervertiert haben, was der Islam eigentlich ist." Der berühmte Football-Quarterback Tom Brady, der Trump seit 15 Jahren einen Freund nennt, musste sich fragen lassen, ob er dem 69-Jährigen in allen Punkten Recht gebe. So weit wollte Brady dann doch nicht gehen. Er drückte sich um eine Antwort, mit dem Satz: "Das ist euch wirklich wichtig, oder?"

Donald Trump US-Wappentier attackiert Trump
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US-Wappentier attackiert Trump

Ein Weißkopfseeadler verfehlt den republikanischen Präsidentschaftsbewerber mit seinem Schnabel nur knapp. Nicht nur das Tier reagiert gereizt auf Donald Trump.   Von Christoph Meyer

Die Nascar-Rennserie und der Sportsender ESPN hatten im Sommer bereits Veranstaltungen in Trump-Anlagen abgesagt, um demonstrativ auf Distanz zu gehen. Weil Trump mit dem Golf am engsten verflochten ist, sind dort die möglichen Auswirkungen aber am größten.

Touristen sollen Trumps schottische Golfplätze boykottieren

Die PGA Tour erwägt, Trumps Kurs in Miami die WGC-Cadillac Championship zu entziehen. In Dubai, wo mit Trumps Hilfe für mehrere Millionen Dollar ein Golf-Platz und ein Golf-Ressort entstehen, wurde sein Konterfei von den Werbeplakaten entfernt. In Schottland hat ein Abgeordneter der Grünen sogar einen Antrag ins Parlament eingebracht, der vorschlägt, Schotten und Touristen sollten Trumps Hotels und Golfplätze im Land boykottieren.

Eigentlich sollten die Scottish Open 2017, 2019 und 2020 auf Grüns bei Aberdeen stattfinden, die Donald Trump 2012 wiedereröffnete. Der Plan wackelt nun auch. Trump reagierte daraufhin auf seine ganz eigene Weise. Die Politiker sollten ihm lieber danken, als sich mit "Political Correctness" anzubiedern, ließ er ausrichten: Er investiere schließlich 250 Millionen und würde damit "einen großen Teil von Schottland revitalisieren".

Abkehr von Trump nicht unumstritten

Geld: Am Ende geht es vor allem darum. Länder, in denen der Islam ein wichtiger Teil der Kultur ist, sind fürs Golf ein gewaltiger Markt. Vor allem die European Tour hat viele Sponsoren aus dieser Region, sie endet mit einem Race-to-Dubai. Die abrupte Abkehr vom reichen Amerikaner ist in der Szene trotzdem nicht unumstritten. Es gibt auch Stimmen, die Konsequenz anmahnen: Wenn man - aus politischen Gründen - mit dem Lautsprecher nicht mehr spielen will, müsste man dann nicht auch um Länder wie China einen Bogen schlagen, in denen die Menschenrechte von staatlicher Seite verletzt werden?

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Eine andere Frage wird auch gestellt, aber eher mit bangem Unterton: Ist es wirklich klug, es sich mit dem vielleicht nächsten Präsidenten der USA zu verscherzen?