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Gold bei den Paralympics:Deutsche Frauen holen Doppelsieg im Speerwurf

Die Medaillensammlung der deutschen Athleten bei den Paralympics wird immer größer: Am Montagabend holte Birgit Kober im Speerwurf Gold, auch Silber ging an Deutschland. Zuvor hatten deutsche Athleten bereits Goldmedaillen in Leichtathletik und Tischtennis gewonnen.

Birgit Kober hat bei den Paralympics den Speerwurf-Wettbewerb gewonnen und damit für die achte deutsche Goldmedaille gesorgt. Die Münchnerin, die an starken Bewegungs- und Koordinationsstörungen leidet, setzte sich am Montagabend mit der Weltrekordweite von 27,03 Metern durch. Marie Brämer-Skowronek aus Magdeburg rundete den hervorragenden Wettkampf mit dem Silberrang ab.

XIV. Paralympische Sommerspiele: Leichtathletik

Gold mit dem Speer: Birgit Kober.

(Foto: dapd)

Die deutschen Tischtennisspieler entwickeln sich mehr und mehr zu den Medaillengaranten des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS). Nach der Goldmedaille von Jochen Wollmert in der Klasse der Gelenksteifen am Vorabend eroberte der querschnittsgelähmte Holger Nikelis am Montagmorgen ebenfalls den höchsten Podestplatz. Und auch die Leichtathleten starteten erfolgreich in die Woche, Diskuswerfer Sebastian Dietz holte etwas überraschend Gold.

Tischtennisspieler Nikelis traf in seinem hochklassigen Finalmatch auf Jean-Francois Ducay, mit dem er sich bislang in der Weltrangliste Platz eins teilte. "Wenn sich zwei Gegner so gut kennen, wird Tischtennis so taktisch, dass man es ein bisschen mit Schach vergleichen kann", sagte der 34-Jährige nach dem 3:1 (11:4, 11:6, 3:11, 11:6)-Erfolg über seinen ärgsten Widersacher. "Mir war klar, dass das heute mein härtestes Match wird - umso glücklicher bin ich, dass ich als Sieger von der Platte gehe", sagte Nikelis, der bereits 2004 in Athen Gold gewonnen hatte.

Der seit einem Badeunfall im Spanienurlaub 1995 ab dem sechsten Halswirbel abseits gelähmte Kölner entschied die ersten beiden Sätze klar für sich, das Finale drohte für Ducay zu einem Debakel zu werden. Aber der Franzose kam noch einmal zurück, entschied Satz drei klar für sich. "Im dritten Satz hat Ducay die Taktik umgestellt, darauf haben wir dann reagiert und uns ebenfalls etwas Neues überlegt", kommentierte Nikelis sein Comeback.

Die erste deutsche Goldmedaille des Tages hatte am Morgen im Londoner Olympiastadion Werfer Sebastian Dietz geholt, der den Diskus auf 38,54 Meter und damit zu Gold schleuderte. "Ich habe mir einen Traum erfüllt, ich bin überwältigt. Es hat so viel Spaß gemacht, hier zu starten", sagte der Paralympics-Sieger nach seinem Wettkampf.

Der 27 Jahre alte Herausforderer, der seit einem Autounfall vor acht Jahren halbseitig gelähmt ist, verwies den Ukrainer Oleksej Paschkow und Titelverteidiger Wang Wenbo aus China auf die Plätze, obwohl er noch nicht einmal seine volle Leistung abrufen konnte. "Ich hatte eigentlich nicht meinen besten Tag heute, aber ich habe auch einfach nicht darauf geschaut, was die anderen machen", sagte Dietz, der mit seinem Gold-Wurf seine persönliche Bestweite von 39,62 Metern um einen Meter verfehlte.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/ebc/mkoh
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