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Mario Götze bei PSV:"Das war sehr, sehr wichtig für mich"

Mario Götze in seinem ersten Spiel für den PSV Eindhoven

Mario Götze erzielt in seinem ersten Spiel für den PSV direkt das 1:0.

(Foto: imago images/Pro Shots)

Nach monatelanger Pause ist Mario Götze glücklich, wieder auf dem Fußballplatz zu stehen. In seinem ersten Spiel deutet er an, wie wichtig er mit seiner Erfahrung für Eindhoven sein kann.

Von Christopher Gerards

Auf dem Weg zu seinem ersten Tor in einer neuen Liga hatte Mario Götze einen langen Lauf hingelegt. Sein Team hatte den Ball eigentlich schon verloren. Doch plötzlich, so zeigten es die Wiederholungen, beschleunigte Götze, der aus der Mitte des Spielfelds nach vorne gelaufen war, noch einmal und lief dem Ball hinterher, den ein Zwolle-Spieler zu kurz zum Torwart zurückgespielt hatte. Zwei Ballkontakte brauchte Götze, den Ball schnappen und am Torwart vorbeiziehen, eins, mit dem Außenrist ins Tor hineinschießen, zwei, dann konnte er über das 1:0 in der neunten Minute jubeln. Beim TV-Sender NOS verlieh PSV-Trainer Roger Schmidt dem Treffer das Attribut, das er verdiente: "Es war ein schlaues Tor."

Wenn hinterher von einem "Traumdebüt" für Mario Götze geschrieben wurde, dann war das wahrscheinlich ein bisschen viel des Superlativs, es war schließlich ein relativ gewöhnliches Ligaspiel der PSV Eindhoven, die nicht gegen Real Madrid antreten musste, sondern eben gegen den Tabellenneunten PEC Zwolle. Aber ein sehr ordentliches erstes Spiel, das hatte Götze beim 3:0 seines Teams an diesem Sonntag definitiv gezeigt.

Er sei "glücklich wieder auf dem Platz zu stehen", sagte Götze, 28, im Fernsehen, "das war sehr, sehr wichtig für mich nach den letzten Wochen und Monaten". Wieder Fußball spielen zu wollen, das ist ja eines der wesentlichen Themen gewesen, über die er bei seiner Vorstellung vor eineinhalb Wochen geredet hatte. 30 Minuten hatte er wettbewerbsübergreifend beim BVB in diesem Jahr nur gespielt, mal drei, mal zehn, mal elf Minuten. Nun wurden es 67 Minuten, zumeist in rechts-offensiver Position. Dass Götze überhaupt von Anfang spielte, war dabei durchaus überraschend, sein letztes Pflichtspiel hatte er vor fünf Monaten absolviert. Im TV darauf angesprochen, sagte Schmidt, dass Götze nun eben spielen müsse, um in eine gute Verfassung zu kommen.

Es ist nicht so, dass die Offensive der PSV ohne Götze nicht konkurrenzfähig wäre. Mit Donyell Malen, Cody Gakpo, Mauro Junior und Mohamed Ihattaren finden sich dort viele Talente. Es gab sogar Diskussionen darüber, welche Folgen Götzes Wechsel für den hochveranlagten 18 Jahre alten Ihattaren habe. Doch dass er der Mannschaft etwas geben kann, zeigte sich beim 1:0 und darüber hinaus. Die Eredivisie habe "einen schlauen Spieler und einen schnellen Denker" dazubekommen, konstatierte das Algemeen Dagblad.

Und mit Blick auf die Talente im Kader befand die Zeitung: "Wenn sie dafür offen sind, können sie diese Saison viel lernen von jemand, der schon in der internationalen Spitze gewesen ist". Wo Mitspieler Fehlpässe spielten, zeigte Götze jedenfalls seine große Ballsicherheit. Einmal befreite er sich mit einem Tunnel aus der Bedrängnis eines Gegenspielers, eine Aktion, die keineswegs ein Trick des Tricks willen war, sondern technisch fein und gewinnbringend zugleich. "Er hat ein gutes Spiel gemacht, es war ein sehr guter Start hier bei PSV", konstatierte Trainer Schmidt.

Neben Götze waren in Timo Baumgartl, Philipp Max und dem spät eingewechselten Adrian Fein noch drei andere deutsche Spieler am PSV-Erfolg beteiligt. Max bereitete mit einem Pass in die Mitte das 2:0 von Gakpo vor, rutschte allerdings in einer anderen Szene aus, die einen gefährlichen Zwolle-Angriff einleitete. Baumgartl grätschte daraufhin in letzter Instanz und verursachte einen Elfmeter, den der aus Leipzig ausgeliehene Torwart Yvon Mvogo aber hielt. Und dann gab es ja noch eine weitere Geschichte um einen prominenten Ex-Bundesligaprofi an diesem Spieltag: Dieser Spieler, der sich bei seinem Comeback zu Saison-Beginn verletzt hatte, wurde in Groningen nach 76 Minuten eingewechselt. Sein Name: Arjen Robben.

© SZ.de/schm
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