„Schnella Italia“Zwei Wochen ohne Bumsi

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Wo ist Bumsi? Im Antholzer Biathlon-Stadion hängen zahlreiche Kinderzeichnungen mit dem Bären-Maskottchen, das sonst hier im Weltcup zu sehen ist.
Wo ist Bumsi? Im Antholzer Biathlon-Stadion hängen zahlreiche Kinderzeichnungen mit dem Bären-Maskottchen, das sonst hier im Weltcup zu sehen ist.
Korbinian Eisenberger

Zweikampf der Kuscheltiere? In Antholz hat das beliebte Biathlon-Maskottchen während Olympia Hausverbot. Manch Fan ergreift außerordentliche Maßnahmen.

Kolumne von Korbinian Eisenberger, Antholz

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Man stelle sich vor, im Stadion des 1. FC Köln würde nicht mehr Geißbock Hennes der Soundsovielte am Spielfeldrand meckern, sondern – beispielsweise – der Halsbandleguan Halsi. Gut, der hätte immerhin noch ein Halsband wie Hennes. Nehmen wir also zur Illustration der weitreichenden Dimension den blauen Stachelleguan Blaui. So oder so ähnlich muss sich das dieser Tage im Pustertal anfühlen, genauer in Antholz, wo Skijäger um Medaillen wettfeuern und dabei angefeuert werden. Zehntausende Zuschauer sind täglich zu Gast – nur der treueste Begleiter dieses Biathlon-Orts fehlt: Bumsi, der Antholzer Biathlon-Bär, hat im olympischen Biathlonstadion Hausverbot.

Skandalöse Zustände sind das in Antholz. Zwei Wochen ohne Bumsi? Die Fans gehen längst auf die Barrikaden. Nicht wenige hier ertragen den Ausschluss des Antholzer Kultmaskottchens nur, indem sie sich vor dem Stadionbesuch ausgiebig im unweit gelegenen „Biathlon Gaudi Dorf“ stärken. Natürlich macht das niemand der unzähligen Betroffenen gerne: Sechs Seidl Bier, drei Aperol Spritz in Geleit von vier bis acht Schnäpsen aus Kräutern der Region? Nein, dieses Menü würde sich niemand freiwillig zumuten. Aber wenn Bumsi fehlt, braucht es außerordentliche Maßnahmen.

Bumsvoll mangels Bumsi: Die Antholzer Biathlonzuschauer können einem wirklich leidtun. Da nehmen sie den weiten Weg durchs enge Tal auf sich, die Rucksackkontrollen, die Warteschlangen, die Sieben-Euro-Salamisemmel. Um dann zwei Ersatzhampelmänner vorgesetzt zu bekommen, zwei laut IOC „fröhliche Hermeline namens Tina und Milo“.

Ganz betreten betreten die Biathlonfans das olympische Stadion und müssen nachvollziehbarerweise schleunigst weitere Schritte einleiten, natürlich nur wegen Bumsi: Zwei Schoppen Glühwein und drei Becher Apfelglühmix im Stadionbierzelt, für die Hydrierung noch das ein oder andere Bier hinterher. Endlich setzt am Fantisch eine Mixtur aus Besänftigung und Erkenntnis ein: Tina – wegen Cortina! Eigentlich brillant! Zwar kein Bumsi-Bär, aber besser eine Wortwitz-Tina als gar koa Tina.

„Schnella Italia“ ist die Olympia-Kolumne der SZ-Sportredaktion. An dieser Stelle schreiben die Reporterinnen und Reporter der SZ über Kuriositäten und Beobachtungen am Rande der Winterspiele.

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