Glosse "Linksaußen":Geschmolzene Spuren

Lesezeit: 2 min

Glosse "Linksaußen": undefined
(Foto: SZ-Grafik)

Wer hartnäckig dem Navigationssystem folgt, kommt schon mal auf Irrwege. Vor allem, wenn er ein falsches Ziel eingegeben hat - so wie einst Fans des 1. FC Nürnberg und unlängst der frühere 1860-Stürmer Sascha Mölders.

Von Markus Schäflein

Schlechte Autofahrer sind oft bereits am Kennzeichen zu erkennen, etwa wenn sie aus Offenbach (OF/Ohne Führerschein), Fürstenfeldbruck (FFB/ Fahrer fährt besoffen) oder Dachau (DAH/Depp aufm Heimweg) kommen. Wofür das A bei Augsburg steht, kann man sich ausmalen, spätestens seit eine Augsburgerin zu Jahresbeginn in Österreich einiges Aufsehen erregte. Sie folgte genauestens ihrem Navigationssystem, das sie offenkundig auf "Routenoption: kürzeste" gestellt hatte. Und der direkte Weg von Ehrwald nach Seefeld in Tirol führt nun mal über einen unbefestigten Waldweg - und mitten durchs Skigebiet Ehrwalder Alm. Den Berichten zufolge querte die Autofahrerin zwei Mal die Ski-Abfahrt und zudem eine Liftspur, was Verwunderung auslöste bei den zahlreichen Wintersportlern. Am Ende blieb sie nahe der Bergstation im Schnee stecken.

Was passiert, wenn man das Navi falsch bedient, mussten auch im Fußball schon Einige erleben. So schied in dieser Saison der südfranzösische Klub Tarbes Pyrénées in der vierten Runde des Pokalwettbewerbs aus, weil der Busfahrer Vabres eintippen wollte, aber das S vergaß und die Mannschaft nach Vabre brachte. Einen ähnlichen Fall gab es angeblich mal beim 1. FC Nürnberg, dort soll 2001 ein Fanbus nach Aalen statt nach Ahlen gefahren sein. Möglicherweise handelt es sich ahlerdings um ein Aalenmärchen, bis heute hat sich jedenfalls niemand gefunden, der berichtet, in dem fraglichen Bus zugegen gewesen zu sein.

Sascha Mölders hatte auch Probleme mit der Zielführung

Probleme mit der Zielführung hatte zuletzt auch der Stürmer Sascha Mölders nach seinem Abschied vom TSV 1860 München. Er hatte auf der Suche nach einem neuen Verein eigentlich "Routenoption: kürzeste" von seinem Heimatort Mering aus eingegeben. Aber der FC Pipinsried wollte ihn nicht, und auch sonst fand sich offenkundig in einem Umkreis von 200 Kilometern nichts Passendes. Nach SZ-Informationen hatte Mölders zudem als Ziel "Groß absahnen" eingetippt und kam dann versehentlich in Großaspach raus. Dort trifft er nun immerhin Andrea Berg, die Schlagersängerin ist mit dem langjährigen Klubboss Uli Ferber verheiratet. Die Merchandising-GmbH des TSV 1860 hat zum Mölders-Abschied daher eine Best-of-CD mit ausgewählten Andrea-Berg-Songs herausgegeben. Enthalten sind die Hits "Der letzte Tag im Paradies" (2013), "Ich schieß' Dich auf den Mond" (2011), "Die Spuren sind längst geschmolzen" (2007), "Ich werde lächeln, wenn Du gehst" (2016) und "Du kannst noch nicht mal richtig lügen" (2010).

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB