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Glosse:Gröstl aus Deutschland

SZ-Zeichnung: MUR

Ein Glossar nach zwei Wochen Ski-WM in St. Moritz, von A wie "an der WM" über L wie Liftpass (kostet 79 Franken in St.Moritz, pro Tag. Gilt sowohl für Fans als auch Felix Neureuther, der einmal seine Akkreditierung im Hotel vergaß) bis W wie Wööödmeister.

Was bleibt, nach zwei Wochen Ski-Weltmeisterschaften und elf Entscheidungen in St. Moritz? Ein Glossar.

A wie an der WM: Die Skirennfahrer waren in den vergangenen Wochen nicht bei oder während, sondern an der WM aktiv, wie die Gastgeber sagen. Es war übrigens schon die vierte WM im Engadiner Nobelort. Sie hob sich aber weniger durch die Noblesse vom Gewöhnlichen ab, sondern durch eine natürliche Schönheit, dank Wetter, Bergpanorama und → Fans. Und ziemlich guter Skirennen.

B wie Bancomat: Stets gut ausgeschildert, für Zuschauer am Zielraum oder auch sonst an der WM. Wichtig, um → Liftpässe und → Speisen zu erstehen.

F wie Fans: Koexistierten bei, Pardon: an der WM friedlich mit dem Champagnerpublikum, trugen kaum Chauvinismus zur Schau. "Ich habe bei Welt-Titelkämpfen noch nie so wenige betrunkene Ski-Fans gesehen wie hier in St. Moritz", sagte Markus Waldner, Renndirektor des Ski-Weltverbands, "auch das spricht für den besonderen Sportsgeist der Schweizer." → Tipptopp!

L wie Liftpass: Kostet 79 Franken in St. Moritz, pro Tag. Gilt sowohl für → Fans als auch Felix Neureuther, der in der zweiten Woche seine Akkreditierung im Hotel vergaß. Neureuther blieb der Gang zum → Bancomat aber verschont, ein Betreuer legte die Unkosten aus.

Ö wie Österreichisches Fernsehen: Wahlweise "Österreichisches Farbfernsehen", wie sich einer der Reporter an einer Pressekonferenz vorstellte. Stellte der Super-G-Weltmeisterin Nicole Schmidhofer die schönste Frage: "Nicole, herzliche Gratulation, unglaublich, was Du da heute runtergezaubert hast. Fragen gibt es unzählige. Es ist ja ein ganz besonderer Tag für deinen Servicemann, sein Sohn hat heute seinen ersten Geburtstag. Habt's ihr darüber gesprochen vor dem Start?"

S wie Speisen, heimische: Wurden in St. Moritz in Nationenhäusern serviert, im "TirolBerg" etwa, Sammelpunkt der → Fans aus Österreich. Blöd nur: Manche Zutaten stammten gar nicht aus der Heimat. Die Kartoffeln fürs "Innsbrucker Gröstl" zum Beispiel aus, Achtung: Deutschland! Au weia. Die Entdeckung löste eine mittelschwere Staatskrise aus, FPÖ-Politiker Rudi Federspiel forderte, es dürfe nicht zur Speise-, Pardon: Tagesordnung übergegangen werden. Die Landtagsabgeordnete Gabriele Fischer (Grüne) bezeichnete den Vorgang als "schwere Kost", man schneide sich ins "eigene Fleisch". Und das an der WM!

T wie Tipptopp: Ausruf von → Fans und Reportern des Schweizer Farbfernsehens, wenn ihre Landsleute → Wööödmeister werden.

W wie Wööödmeister: Österreichisch für Weltmeister wie Marcel Hirscher aus Annaberg im Salzburger Land, mit zweimal Gold und einmal Silber bester Athlet an der WM. Gefeiert wurde im "TirolBerg", mit Reportern des → Österreichischen Farbfernsehens und der Schwarz-Weiß-Presse.