Gladbachs Auftritt in Sevilla:0:3 nach Elfmeterschießen

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Versteht die Fußballwelt nicht mehr: Gladbachs Ibrahima Traoré

(Foto: AFP)
  • Borussia Mönchengladbach verliert in Sevilla 0:3 und verursacht dabei drei Elfmeter innerhalb von nur 18 Minuten.
  • Die Mannschaft von Lucien Favre rutscht immer tiefer in die Krise.
  • Hier geht es zu den Ergebnissen der Champions League.

Sitzt ein Künstler auf der Couch und klagt über die kreative Schaffenskrise. Sagt der Psychologe: "Geh'n Sie erst mal arbeiten!"

So ähnlich müssen sie sich vorgekommen sein, die abgestürzten Mönchengladbacher Himmelsstürmer, deren Rückkehr in die Königsklasse des europäischen Fußballs überlagert wird vom schlechtesten Start in die Bundesliga-Geschichte. Vier Spiele, vier Niederlagen, die Angst spielt mit, "gegen den HSV war sie zum ersten Mal da", gestand Manager Max Eberl nach dem 0:3 am Wochenende, und der Gladbacher Altmeister Hans-Hubert Vogts analysierte: "Dieser Hype . . . damit ist der ein oder andere Spieler nicht klargekommen." Was nun helfen sollte? Man müsse sich das "Selbstvertrauen über den Zweikampf holen, nicht übers Fußballspielen", sagte Eberl vor dem Auftritt des Bundesliga-Letzten beim 18. der Primera Divisíon, "die breite Brust kann man sich erarbeiten".

Nun, nach dem 0:3 (0:0) beim FC Sevilla kehren sie noch schmalbrüstiger an den Niederrhein zurück. Drei Elfmeter mussten die Borussen hinnehmen beim Champions-League-Start, zwei davon führten zu Toren, mit dem 0:3 waren sie gut bedient.

Was aber sollte man auch erwarten von einer verunsicherten Mannschaft, die nach einer Aussprache ohne den Trainer ihren Torwart Yann Sommer vorgeschickt hatte, Durchhalteparolen auszugeben. "Wir sitzen nicht wie ein Häufchen Elend in der Kabine", beteuerte Yann Sommer, kündigte einen Auftritt "mit neuem Mut" an und bemerkte, man habe "nichts zu verlieren". Außer einem weiteren Spiel.

Genau danach sah es nämlich von Beginn an aus. Und hätte Reyes nach Vitolos Schuss an den linken Pfosten nicht das Kunststück vollbracht, den Nachschuss aus der Nahdistanz unbedrängt übers Tor zu dreschen (4.), wer weiß, wie demoralisiert die Gladbacher schon in der Halbzeit in der Kabine gesessen hätten. So kam die Borussia zwar danach durch Traoré, von Raffael bedient, zu einer guten Chance (16./leichtfertig vergeben), fortan aber immer wieder in Bedrängnis.

Nach Flanke von Reyes köpfelte Gameiro aus kurzer Distanz ans Außennetz (30.), wenig später schoss er aus acht Metern übers Tor (36.) - in der Gladbacher Abwehr, bei der Tony Jantschke in der Innenverteidigung den verletzten Martin Stranzl ersetzte, wurde die Verunsicherung mit zunehmender Spieldauer der ersten Halbzeit immer größer. Ob es ihnen Mut machte, dass sie sich trotzdem irgendwie mit 0:0 in die Pause retten konnten? "Wir konnten damit zufrieden sein", sagte Gladbachs Trainer Lucien Favre später.

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