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2:1 gegen Düsseldorf:Thuram therapiert Gladbach

Borussia Mönchengladbach - Fortuna Düsseldorf

Trifft zweimal: Marcus Thuram (Mitte)

(Foto: dpa)
  • Mönchengladbach rehabilitiert sich beim 2:1 im Derby gegen Düsseldorf dank später Tore von Stürmer Thuram.
  • Der kuriose Siegtreffer gilt erst, nachdem eine Abseitsentscheidung durch Bildbeweis zurückgenommen wird.
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Im Kabinengang umarmte der Sportdirektor Max Eberl den Trainer Marco Rose derart innig, als wolle er ihn nie wieder loslassen. Die Vernunft trennte die Beiden aber doch wieder, denn der spannende 2:1 (0:1)-Sieg von Borussia Mönchengladbach gegen Fortuna Düsseldorf durch zwei späte Joker-Tore des eingewechselten Franzosen Marcus Thuram linderte zwar die kurzfristigen Beschwerden des Gladbacher Fußballs, ließ aber offen, wie die spielerische Metamorphose unter dem neuen Trainer Rose weitergeht. "Das heute kann ein Startschuss gewesen sein", sagte Eberl voller Hoffnung. In der Bundesligatabelle sieht es für die Gladbacher weiterhin recht gut aus, doch der Gesamteindruck bleibt durchwachsen nach einer Blamage in der Europa Legaue und einer miserablen ersten Halbzeit gegen Düsseldorf. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns", stellte Rose klar. Nur 65 Stunden hatten die Borussen nach der 0:4-Blamage in der Europa League gegen den Wolfsberger AC aus Kärnten zur Selbsttherapie. Die dazu auserwählte Methode bestand weder aus einem Stuhlkreis oder aus Schwimmen mit Delfinen, sondern gemäß Spielplan aus diesem Bundesliga-Derby gegen den rheinischen Nachbarn. Die Therapie wirkte jedoch erst in letzter Minute und damit dramatischer, als sich die Gastgeber das gewünscht hätten. Nach sechs Minuten lagen die zunächst weiterhin konfusen Gladbacher bereits zurück. Danach mühten sie sich lange ab, bekamen mit jeder Chance aber mehr Selbstvertrauen. Die beiden lindernden Treffer gelangen erst am Ende. "Wir haben diesen Sieg erzwungen", gestand Eberl, "aber er war trotzdem verdient." Mit Nico Elvedi und Ramy Bensebaini hatte der Trainer nach der Europa-League-Schmach die linke Hälfte der Viererabwehrkette aus dem Spiel genommen sowie mit Christoph Kramer aus dem Mittelfeld und dem Stürmer Thuram zwei weitere Spieler. Tony Jantschke, Oscar Wendt, Breel Embolo und Patrick Herrmann erhielten ihre Chance, für Herrmann war es das 300. Gladbacher Pflichtspiel. Doch die Personalwechsel verfehlten ihre Wirkung - im Gegenteil: Man hatte das Gefühl, die Gladbacher waren noch verunsicherter. Nach 66 Sekunden sah Rechtsverteidiger Stefan Lainer bereits Gelb, weil er Niko Gießelmann auf dem Flügel notgebremst hatte, und in der sechsten Minute köpfelte der aufgerückte Düsseldorfer Innenverteidiger Kasim Adams, aus Hoffenheim geliehen, den Ball an die Unterkante der Latte, von wo er zum 0:1 knapp hinter der Linie landete.

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Es dauerte zehn Minuten, ehe Embolo für Gladbach erstmals aufs Tor schoss, und als er es in der 12. Minute ein zweites Mal tat, scheiterte er am Fortuna-Torwart Zackary Steffen. Die vergebene Doppel-Chance war Auftakt einer kleinen Wut-Phase der Gladbacher, die sich nach der Blamage gegen den österreichischen Provinzklub nicht auch noch ausgerechnet vom Nachbarn aus Düsseldorf vorführen lassen wollten. Doch die Unsicherheit blieb an den Spielern haften. Es gab auch wieder Pfiffe von den eigenen Fans, weil die Spieler mitunter einfachste Bälle nicht erliefen oder Pässe nicht anbrachten.

Noch im Kabinengang kurz vor der zweiten Halbzeit diskutierte Rose mit seinen Spielern und legte einigen sanft die Hand auf den Rücken, um sie zu stärken. Es war nun alles eine Frage des Selbstvertrauens, doch einen Freistoß aus 20 Metern schoss Alassane Plea nach fünf Minuten gleich wieder in die Mauer. Direkt im Anschluss wurde Jantschke vom Knie seines Mitspielers Zakaria ausgeknockt, weshalb Elvedi in die Innenverteidigung zurückkehrte. Vorne scheiterte Herrmann zwei Mal allein vorm Tor an Fortuna-Keeper Steffen.

Als alle dachten, es gehe nichts mehr, kam in der 74. Minute vom Flügelspieler Lainer ein präziser Querpass daher: Der Österreicher passte flach ins Zentrum und fand dort zum 1:1 Thuram, der sieben Minuten zuvor für Plea eingewechselt worden war. Die Gladbacher ließen nicht locker, und drei Minuten vor dem Ende schoss Thuram nach einer kuriosen Szene mit mehreren Nachschuss-Versuchen sogar noch das 2:1, das aber erst zählte, nachdem der Videoreferee die spontan getroffene Abseitsentscheidung des Linienrichters korrigiert hatte. Das Stadion kochte, Gladbach gewann erstmals seit sieben Monaten wieder ein Heimspiel - und die Therapie war gelungen.

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