Patrick Herrmann:Der Fußball des Trainers Rose erfordert Spieler wie Herrmann

Doch ins Museum gehört der Fußballer Herrmann noch längst nicht. Im Winter vor einem Jahr stand mal ein Vereinswechsel im Raum, weil er unter dem damaligen Trainer Dieter Hecking nicht viele Einsätze bekommen hatte. In dieser Zeit hat er sein Auswechselkonto so richtig schön auf Rekord trimmen können - wohl oder übel. Zum Verbleib am längst zur Heimat gewordenen Niederrhein hat ihm dann der Trainerwechsel verholfen.

Seit dem Frühjahr stand fest, dass Marco Rose von RB Salzburg die Borussia übernimmt, ein Trainer, der für seinen Fußball schnelle Spieler benötigt, also Männer wie Herrmann. Im Mai verlängerte der Angreifer bis 2022, und es fehlt nicht mehr viel dazu, dass Herrmann seine Karriere eines Tages vielleicht beenden wird, ohne jemals für einen anderen Verein gespielt zu haben - außer in der Jugend natürlich, da hießen seine Klubs FC Uchtelfangen und 1. FC Saarbrücken.

Unter Rose gibt es den prädestinierten Auswechselspieler Herrmann mittlerweile nicht mehr. Bei zwölf Bundesligaeinsätzen bislang in dieser Saison hat er fünf Mal durchgespielt, fünf Mal wurde er eingewechselt - und nur zwei Mal ausgewechselt. Der schmale Herrmann erweist sich im Kampf um einen von drei Startplätzen im Sturm mittlerweile als ebenbürtiger Konkurrent der bulligen Paradestürmer Marcus Thuram, Alassane Pléa und Breel Embolo. Herrmanns bislang letzte Auswechslung in der Liga ist jetzt schon siebeneinhalb Wochen her. Muss er sich etwa Sorgen machen um seinen Rekord?

Bei der 1:2-Last-Minute-Niederlage am Sonntag in Wolfsburg wurde Herrmann erst 20 Minuten vor Schluss eingewechselt. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass er an diesem Mittwoch im Heimspiel gegen Paderborn wieder von Beginn an mitwirken darf. Die Rahmenbedingungen werden allerdings härter, weil Gladbach aus dem DFB-Pokal und der Europa League ausgeschieden ist und weil Einsatzmöglichkeiten im breiten Kader geringer werden. Für Herrmann bedeutet dies, dass später reinzukommen oder früher wieder rauszugehen ein elementarer Bestandteil seiner Karriere bleiben wird. Nur bei der übernächsten Auswechslung, da müssen sie ihn wirklich feiern: Goldkonfetti und ein jubilierender Chor am Spielfeldrand während seiner 141. Auswechslung wären das Mindeste.

© SZ vom 18.12.2019/lys
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