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Gladbach - Hannover (18 Uhr):Eine Familienangelegenheit

Borussia Mönchengladbach - Fortuna Düsseldorf

Eine häufig gesehene Pose bei Thorgan Hazard in der aktuellen Saison: Der Torjubel.

(Foto: Marius Becker/dpa)

Neuerdings spielt der stärkste Gladbacher Vorlagengeber Thorgan Hazard auch in Belgiens Nationalteam stark - an der Seite seines Bruders Eden. Das könnte die beiden auch auf Vereinsebene bald wieder zusammenbringen.

Von Ulrich Hartmann, Mönchengladbach

Am vergangenen Sonntag hat Thorgan Hazard in Luzern eines der aufregendsten Fußballspiele seines Lebens bestritten: Er war zum sechsten Mal in der Startelf der belgischen Nationalmannschaft, spielte Seite an Seite mit seinem Bruder Eden unter anderem gegen seine Klubkollegen Yann Sommer, Niko Elvedi und Denis Zakaria. Thorgan Hazard steuerte dabei mit dem 1:0 und 2:0 den ersten Länderspiel-Doppelpack seines Lebens bei und ging am Ende doch noch 2:5 gegen die Schweiz unter.

Bislang war die Hauptrolle in Belgien ja vor allem Eden vorbehalten gewesen, dem so populären Angreifer vom FC Chelsea. Aber nun, da Thorgans Vertrag in Mönchengladbach 2020 ausläuft und er damit ein heißer Wechselkandidat schon für den kommenden Sommer wird, macht er sich viele Gedanken über die Zukunft. Zum Schaden der Borussia vom Niederrhein war das allerdings bislang nicht. Mit sieben Toren und vier Vorlagen in elf Bundesligaspielen bestreitet Hazard die fünfte und bislang beste Saison für Gladbach. Kein Wunder also, dass sie alles dafür tun werden, um ihn zu halten.

Manager Max Eberl unterhält beste Kontakte zu Hazards Vater Thierry und lobt die Transparenz der Gespräche. Thierry Hazard spielte einst in der zweiten und dritten belgischen Liga, Mutter Carine in der belgischen Frauenliga, und außer Eden, 27, und Thorgan, 25, gibt es da ja auch noch die jüngeren Brüder und hervorragenden Fußballer Kylian, 23, und Ethan, 15. Eden und Thorgan wurden 2012 beide vom FC Chelsea verpflichtet. Eden reifte dort zum Star, Thorgan wurde 2014 erst an Gladbach verliehen und 2015 verkauft. Kylian wurde 2017 vom FC Chelsea verpflichtet und ist derzeit an Cercle Brügge verliehen, und auch am jüngsten Hazard-Spross Ethan soll Chelsea bereits Interesse zeigen. Er spielt momentan noch beim belgischen Klub AFC Tubize.

Die Gespräche sind fürs kommende Frühjahr angesetzt

Eberl hat es beim Kampf um Thorgan Hazard also mit einem ganzen Familienclan zu tun sowie mit einem diesem Clan besonders verbundenen Premier-League-Klub. Sollten die Londoner ein Interesse daran entwickeln, auch Thorgan zurückzugewinnen, dann dürfte es schwer werden, ihn zu halten. Interessanterweise läuft jedoch auch Eden Hazards Vertrag bei Chelsea 2020 aus. Würde der älteste der vier Brüder Chelsea womöglich verlassen, weil er eine dreistellige Ablöse einbringen könnte, dann wäre der Zweitjüngste, Thorgan, eine Option für Chelsea. Aber auch Borussia Dortmund gilt als Interessent für den Fall, dass man den Flügelstürmer Christian Pulisic im kommenden Sommer verkauft. Es soll für den 20 Jahre alten US-Amerikaner in England ebenso Interesse geben wie dem Vernehmen nach beim FC Bayern München.

Die Gespräche zwischen der Borussia und der Familie Hazard sind fürs kommende Frühjahr angesetzt, aber wer weiß, ob die Dinge nicht auch schneller geklärt werden. In etwa so wie am vergangenen Freitag bei Dieter Hecking. Der Vertrag des Gladbacher Trainers war nur noch bis zum Ende dieser Saison gültig. Bis Weihnachten wollte er sich ursprünglich mit dem Klub verständigen, doch jetzt platzte der Verein unerwartet früh mit der Verlängerung heraus. Passend zum Sonntagabendspiel gegen Heckings Ex-Klub Hannover (18 Uhr). Heckings Vertrag wurde allerdings zunächst auch nur um ein Jahr bis 30. Juni 2020 verlängert. Damit ist sein Arbeitspapier momentan also so lange gültig wie jenes von Thorgan Hazard. Und Gladbachs Fans dürfen ab sofort anfangen zu spekulieren, wer von den beiden seinen Vertrag wohl eher erfüllt.

© SZ vom 25.11.2018
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