Gladbach gewinnt 2:1:Sieg nach Beförderung

Lesezeit: 3 min

Auch in seinem ersten Ligaspiel als Cheftrainer bleibt André Schubert erfolgreich: Gladbach bezwingt 96 durch ein spätes Raffael-Tor. Gästecoach Frontzeck ist trotzdem zufrieden.

Von Ulrich Hartmann, Mönchengladbach

Sechs Siege und ein Unentschieden hatte der Interimstrainer André Schubert mit Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga erreicht. Als er nun, nach einem 2:1 gegen Hannover 96, gefragt wurde, ob dieser erste Sieg als offizieller Cheftrainer denn etwas Besonderes für ihn gewesen sei, antwortete Schubert lakonisch: "Nein, nach dem ersten Spiel, dem ersten Sieg, dem ersten Unentschieden, dem ersten Spiel im grünen Pullover, dem ersten Spiel im Anzug, dem ersten Spiel in der Champions League und dem ersten im Pokal war dieses erste Spiel als Cheftrainer für mich nicht außergewöhnlich." Schubert verbat sich grinsend vergleichbare Fragen für die irgendwann anstehende erste Bundesliga-Niederlage oder auch für anderweitige statistische Premierenfälle.

Es war am Samstag aber auch wirklich wie so oft in den vergangenen Wochen: Trotz elementarer Ausfälle (diesmal fehlten Granit Xhaka und Alvaro Dominguez) beendete Gladbach ein Spiel als Gewinner - wenn auch mit ein bisschen Glück. Torwart Yann Sommer vereitelte viele Hannoveraner Chancen, und Raffael erzielte erst in der 84. Minute den Siegtreffer zum schmeichelhaften 2:1 (1:0)-Erfolg.

Ohne den gesperrten Kapitän Xhaka

Zunächst hatte es sich als eine gute Entscheidung erwiesen, für den wegen einer Schulter-Operation länger fehlenden Spanier Dominguez den zuletzt nur auf der Bank sitzenden Tony Jantschke in die Innenverteidigung zu berufen. Jantschke drosch in der 4. Minute nämlich einen Ball von der Torlinie, den Hannovers Artur Sobiech durch die Beine des Torwarts Sommer bugsiert hatte. Gladbach litt anfänglich unter der Absenz des gesperrten Kapitäns Xhaka und erlaubte mit seinem allzu grobmaschigen Mittelfeld den Gästen manche Gelegenheit. Deren Trainer Michael Frontzeck hatte in Oliver Sorg, Manuel Schmiedebach, Ceyhun Gülselam und Kenan Karaman gleich vier neue Spieler in eine Startelf berufen, die den Gladbachern frech und frei entgegentrat.

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Die Entscheidung: Raffael (links) erzielt das Gladbacher 2:1 gegen Hannover.

(Foto: imago)

Doch nach einer halben Stunde war die Dominanz zu den Fohlen gewechselt. Raffael vergab die erste große Chance in Form eines Kopfballs, ehe der Rechtsaußen Ibrahima Traoré als überragender Mann des Spiels auf Vorlage von Mahmoud Dahoud in der 34. Minute die 1:0-Pausenführung für die Gastgeber erzielte. Mit dem Außenrist seines starken linken Fußes schob er den Ball durch die Beine des Torwarts Ron-Robert Zieler hindurch ins Netz.

Sobiech drückt den Ball zum 1:1 ins Netz

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit machten sich durch Hannoversche Comeback-Versuche gewisse Lücken in der Gladbacher Defensive bemerkbar. Wäre Gülselam in der 57. Minute durch ein Foul von Oscar Wendt nicht ziemlich unfair (und gelb-bestraft) gestoppt worden, hätte er halbwegs freie Bahn aufs Tor gehabt. "Wir haben nicht immer in unser Positionsspiel gefunden", monierte Schubert hinterher, "und auch das Umschalten gelang nicht immer gut."

Schema & Statistik

Alle Daten und Fakten zum Spiel stehen hier.

Gladbachs Stürmer Lars Stindl, bis zur vergangenen Saison in Diensten von Hannover, hätte in der 63. Minute schon für die Vorentscheidung sorgen müssen, schoss aus verheißungsvollster Position aber nur an den Pfosten und verschonte seine früheren Kollegen damit bereits ein zweites Mal, nachdem er schon in der 13. Minute mit einem Schuss nur den Außenpfosten erwischt hatte.

So erhielten die weiter tapferen Gäste ihre Chance zum Ausgleich und nutzten sie in der 65. Minute. Nach einer Ecke von Miiko Albornoz und einem Kopfball von Marcelo konnte Torwart Sommer den Ball nicht fest- und auch niemand sonst den Hannoveraner Stürmer Sobiech zurückhalten, so dass dieser den Ball zum 1:1 über die Linie drückte.

Frontzeck lobt seine Elf für das beste Auswärtsspiel

In den darauffolgenden Minuten hatten Uffe Bech (75.) und Sobiech (77.) beste Möglichkeiten, Hannover sogar in Führung zu bringen, doch Gladbach setzte sich am Ende etwas glücklich durch, weil Raffael auf Vorlage von Andreas Christensen sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit das 2:1 erzielte. Gäste-Trainer Frontzeck war nicht mit dem Ergebnis, aber absolut mit der Vorstellung seiner Mannschaft einverstanden. "So eine Leistung hätte uns wohl niemand zugetraut", sagte er, "das war unser bestes Auswärtsspiel in dieser Saison."

Statistisch auffällig war noch, dass es keinen einzigen Elfmeter gab, obwohl Gladbach mit sieben und Hannover mit vier selbst verschuldeten Elfmetern die Topteams dieser Bundesliga-Statistik sind. Ob so ein Spiel ganz ohne Elfmeter etwas Besonderes für Schubert war, ist unbekannt. Er wurde nicht danach gefragt.

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