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Viertelfinale im DFB-Pokal:Der Sieger heißt Terzic

Borussia Mönchengladbach v Borussia Dortmund - DFB Cup: Quarter Final

Jadon Sancho trifft zum Dortmunder 1:0.

(Foto: Lars Baron/Getty Images)

Der BVB gewinnt das brisante Duell gegen Borussia Mönchengladbach und seinen künftigen Trainer Marco Rose. Für Gladbach ist die 0:1-Niederlage ein herber Schlag.

Von Ulrich Hartmann, Mönchengladbach

Der Dortmunder Trainer Edin Terzic hatte Recht behalten. "Es spielt nicht Marco Rose gegen Edin Terzic", hatte er vor dem Spiel klargestellt. Es gab kein Tischkicker-Duell im Mittelkreis. Es ging um zwei Traditionsklubs. Borussia gegen Borussia. Mönchengladbach gegen Dortmund. Im Fußball geht es immer ums große Ganze. Nie um Einzelne.

Aber am Ende fühlte es sich trotzdem ein bisschen so an: Der Sieger hieß Edin Terzic. Seine Dortmunder spielen nach ihrem 1:0 (0:0)-Sieg in Gladbach im DFB-Pokal-Halbfinale weiter, schon klar, aber der künftige BVB-Chefcoach Rose verlor eben das brisante Trainer-Duell gegen seinen künftigen Assistenten Terzic. Auch im Western läuft es am Ende doch immer auf das ultimative Duell zweier Revolverhelden hinaus.

Für Gladbach und den scheidenden Trainer Rose ist das Aus im DFB-Pokal ein herber Schlag, weil die Saison für die Rheinländer nun zu einem Fiasko zu werden droht. Hatte man vor wenigen Wochen Champions-League-Achtelfinale, DFB-Pokal-Viertelfinale und in der Bundesliga die Nähe zur Tabellenspitze noch als Bestandteile einer erfolgreichen Spielzeit benannt, so droht der Klub nun mit leeren Händen dazustehen, wenn Rose im Sommer nach Dortmund wechselt. Aus dem DFB-Pokal ist man raus, in der Champions League droht gegen Manchester City das Aus und in der Bundesliga entfernt man sich zunehmend von der Tabellenspitze. Womöglich reicht es nicht einmal für eine Europa-League-Qualifikation.

Die Dortmunder hingegen stabilisieren sich unter dem auf Abruf arbeitenden Chef Terzic zunehmend. In der Bundesliga hat man den Kontakt zu den Champions-League-Plätzen wieder hergestellt, im Achtelfinale der europäischen Königsklasse hat man gegen den FC Sevilla eine gute Ausgangsposition und im DFB-Pokal benötigt der BVB nur noch einen Sieg zum Einzug ins Finale. Bei der westfälischen Borussia könnte es einen versöhnlichen Abschluss geben mit einem Trainer, der aber trotzdem keine Chance auf eine Zukunft als Cheftrainer behält, weil ja aus Mönchengladbach eben Rose kommt.

Die Gladbacher hatten zu Spielbeginn besonders fokussiert gewirkt. Aggressiver als die Dortmunder. Es war kein abwegiger Gedanke, dass sie es jenem Klub ganz besonders zeigen wollten, an den sie im Sommer ihren Trainer verlieren. Die Dortmunder hatten zudem das Pech, nach fünf Minuten ihren offensivstarken Linksverteidiger Raphael Guerreiro zu verlieren. Der Portugiese musste mit einer Muskelzerrung ausgewechselt werden. Für ihn kam Nico Schulz.

Es lag aber nicht an ihm, dass die Dortmunder zunächst die passive Rolle einnahmen. Gladbachs Marcus Thuram wurde zwei Mal clever in Szene gesetzt, aber er vergab zwei Mal. Die beste Chance für Dortmund ließ Erling Haaland ungenutzt, als er allein auf den Torwart Tobias Sippel zulief, von Nico Elvedi bedrängt aber vorbeischoss. Weil beide Mannschaften spielerisch nicht so richtig weiter kamen, wurde die Partie ruppiger und rhetorisch rustikaler. Dortmunds Thomas Delaney beruhigte zwischendurch alle Beteiligten mit ausgestreckten Armen. Der Däne hat ein kleines Baby daheim, der will nicht auch noch auf dem Rasen Geschrei.

Das 1:0 durch Sancho ist Millimeter-Arbeit

Die erste Halbzeit war eigentlich schon vorbei, als Thuram doch noch ein Tor schoss. Doch er hatte bei Alassane Pleas Steilpass minimal im Abseits gestanden. Das war bezeichnend für dieses Spiel zweier pedantischer Teams. Es ging überall um Zentimeter. Niemand hatte große Räume. Ein Spiel für Feinmechaniker.

Als Haaland acht Minuten nach der Pause die vermeintliche Führung für Dortmund erzielte, erhielt auch dieser Treffer keine Gültigkeit, weil er auf seinem Weg Richtung Tor, wo er einen Querpass von Marco Reus erhielt, Rami Bensebaini gefoult hatte. Nicht viel später erflog BVB-Torwart Marwin Hitz famos einen Fernschuss von Bensebaini. Die Feinmechaniker beider Seiten schienen zunehmend die Lust an der Feinmechanik zu verlieren, aber das 1:0 für Dortmund, das Jadon Sancho in der 66. Minute erzielte, war dann doch wieder Millimeter-Arbeit.

Die Pässe von Haaland auf Reus und von Reus auf Sancho waren haarscharf, und Sancho vollendete den Konter per Schuss an den Innenpfosten, von wo der Ball über die Linie abprallte. Die Gladbacher wirkten geschockt. Das Gegentor schien sie direkt Energie zu kosten. Der Ausgleich wollte ihnen trotz aller Bemühungen nicht mehr gelingen.

Dass Rose die Saison in Mönchengladbach zuende bringt, scheint trotz des Pokal-Aus weiter klare Sache zu sein für Sportchef Max Eberl. "Ich sehe keinen Grund, warum es nicht funktionieren soll", hatte er bereits vor dem Spiel für den Fall der Fälle im ARD-Interview gesagt.

© SZ/chge
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