Denis Zakaria von Borussia Mönchengladbach:Zakaria sprintet selbst die schnellesten Stürmer der Liga ab

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Zakaria ist einer der fleißigsten Spieler der Bundesliga, er läuft rund elf Kilometer pro Spiel. Aber bei den gewonnenen Zweikämpfen (57 Prozent), bei seiner Passquote (88 Prozent) und den Ballbesitzaktionen sind noch Steigerungen möglich. Dennoch: In der Kombination von errungenen Bällen, schnellem Umschalten und sogar eigener Torgefahr (acht Treffer und vier Vorlagen in 70 Bundesligaspielen) ist er, zumal mit gerade mal 22, einer der verheißungsvollsten Mittelfeldspieler der Liga.

Schon in der Schule sei das Laufen seine liebste Disziplin gewesen, verrät er, und was Trainer besonders mögen, ist die schnelle defensive Rückkehr offensivstarker Mittelfeldspieler nach Ballverlusten. Dafür ist Zakaria ein Paradebeispiel. Er ist nach Vorstößen sehr zügig wieder hinten und sprintet regelmäßig auch die schnellsten Stürmer der Liga ab. Mit 35 km/h wurde er auf dem Platz schon geblitzt.

Trotz seines ausgeprägten Helfersyndroms - auch für die Kollegen in der Abwehr-Viererkette - ist Zakaria ein eleganter und vorsichtiger Spieler, kein Rüpel wie einst Xhaka. Und so erscheint mittlerweile eines als fast sicher: dass Zakaria, egal ob 2020 oder 2021, Gladbachs teuerster Verkauf der Klubhistorie wird. Sie werden für ihn mehr fordern und mehr bekommen als die 45 Millionen Euro für Xhaka 2016.

"Er ist ein großartiger Junge", sagt Trainer Rose

Nach vielen durchwachsenen Spielen unter Ex-Trainer Dieter Hecking kommt Zakaria das pressing- und sprintintensive Spiel des neuen Coachs Marco Rose sehr entgegen. In allen neun Ligaspielen, allen drei Europa-League-Partien und im Erstrunden-Pokalspiel hat er als einziger Gladbacher Feldspieler von der ersten bis zur letzten Minute durchgespielt. "Er ist ein großartiger Junge", sagt Rose fast überschwänglich, er macht sich angesichts der jüngsten Belastungen aber durchaus ein paar Sorgen um seinen Dauerläufer: "Wir müssen aufpassen."

In den nächsten neun Tagen lässt sich hohe Belastung aber kaum vermeiden: Pokal in Dortmund, Ligaderby in Leverkusen (Samstag) und dann das wegweisende Europa-League-Spiel gegen AS Rom: für Gladbachs Fortentwicklung alles extrem wichtig. Bald aber wird Zakaria unweigerlich auch mal eine Ligapause bekommen, denn schon seit fünf Wochen droht ihm die fünfte gelbe Karte und die damit verbundene Sperre für eine Partie. Die ganz Eifrigen muss man zu ihrer Erholung eben auch mal zwingen.

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