Gigi Buffon bei Juventus Am schönsten ist es doch zu Hause

Ich bin wieder daaaa: Gianluigi Buffon bei seiner Ankunft zum Medizincheck.

(Foto: AP)
  • Gianlugi Buffon war auf Montage in Paris, nun kehrt er zu Juventus Turin zurück.
  • Sehr wahrscheinlich wird er am Ende der Saison sogar Rekordmann der Serie A sein.
  • Ein Teil der Fans stichelt: Wird jetzt womöglich auch noch Dino Zoff als Reserve für Buffon angeheuert?
Von Birgit Schönau, Rom

Gigi ist wieder da, strahlend wie eh und je. In knallroter Hose und weißem Leinenhemd erscheint der Torwart Gianluigi Buffon am Donnerstagmorgen um 8.30 Uhr bei Juventus Turin, eine halbe Stunde vor dem Termin beim Klubarzt. Zeit genug also, um die etwa 150 Fans vor dem Tor zu beglücken, mit Selfies und Autogrammen. Gigi ist wieder da, zurück nach einer einjährigen Ehrenrunde bei Paris St. Germain.

"Die einzige Regel für die Reise ist doch, dass du nicht genauso zurückkommst, wie du abgefahren bist", hat er auf Twitter geschrieben. Insofern war Paris für Buffon natürlich eine Reise wert, mal ganz abgesehen davon, dass seine 17 Einsätze bei PSG unter dem deutschen Trainer Thomas Tuchel mit angeblich fünf Millionen Euro netto wahrhaft fürstlich entlohnt wurden.

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Auch in Frankreich hat Buffon den Gigi gegeben, ernsthaft und lässig zugleich, wie sich das für einen 41-jährigen Familienvater (drei Söhne) gehört. Er hat mit Paris eine Meisterschaft geholt, ist aber in der Champions League nicht ganz so weit gekommen wie geplant. Im Achtelfinale war schon Schluss, gegen Manchester United, und beim fatalen 1:3 im Rückspiel war der Torwart aus Italien nicht ganz unschuldig.

Die Turiner Fans sind gespalten, wie sich das für Fans gehört

Schwamm drüber! Am schönsten ist es eh zu Hause, und zu Hause ist nun mal Italien - sowieso für einen, der eine halbe Ewigkeit Kapitän der Squadra Azzurra und der Juve war. Zudem gehen Buffons Kinder hier zur Schule, seine Frau hat als Fußball-Starreporterin beim Fernsehen auch keinen schlechten Job. Vor einem Jahr, als Juve-Boss und Duzfreund Andrea Agnelli Buffons Vertrag partout nicht verlängern wollte, hatte es beim Abschied Tränen gegeben. Der Torwart wollte schlicht noch eine Saison spielen, Agnelli aber statt des Patenonkels seiner jüngsten Tochter lieber den Polen Wojciech Szczesny mit der Nummer 1 im Tor sehen. Buffon konnte vor einem Jahr nicht bleiben, weil seine bloße Präsenz eine Dauer-Debatte um Szczesny ausgelöst hätte.

Jetzt ist das alles offenbar ganz anders. Szczesny hat seinen Platz gefunden, und Buffon muss sich als Reservetorwart eine andere Trikotnummer suchen. Die Turiner Fans sind gespalten, wie sich das für Fans gehört. Die einen freuen sich, dass ein Familienmitglied nach einem Montage-Einsatz im Ausland wieder da ist. Die anderen sticheln, dass jetzt womöglich auch noch Dino Zoff als Reserve für Buffon angeheuert wird. Zoff, 77, gibt sich nicht die Mühe, das zu dementieren.

Auf Twitter zitierte Buffon die deutsche Theologin Dorothée Sölle. Auf die Reporterfrage, wie sie einem Kind das Glück erklären würde, antwortete Sölle: "Gar nicht. Ich würde ihm einen Ball geben und es spielen lassen."

Juve hätte auch Paul Pogba gerne zurück

Ob als Nummer eins oder als Nummer zwei ist dem großen Kind Gigi mittlerweile sehr egal. Hauptsache, er kann pöhlen mit Cristiano Ronaldo, Juves Starstürmer, und vielleicht auch wieder mit dem französischen Weltmeister Paul Pogba (Manchester United), den Juve ebenfalls gerne zurückholen möchte (ganz abgesehen davon, dass Buffon für so viel Glück auch noch 1,5 Millionen Euro netto erhalten wird). Sehr wahrscheinlich wird Buffon am Ende der Saison Rekordmann der Serie A sein und den bisherigen Halter Paolo Maldini (647 Einsätze) überholt haben. Buffon steht jetzt schon bei 640.

Zunächst geht es aber nach Asien, zur Juve-Tour. Singapur, Südkorea, alles richtig weit weg, aber sie warten da schon auf ihn. Welche Bücher im Gepäck sind, hat Gigi schon verraten: Erzählungen von Jonathan Coe und Osvaldo Soriano - und Krimis von Fred Vargas und Gianrico Carofiglio. Die kann man zur Not auch auf der Bank lesen.

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