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Gianni Infantino:"Alles ist gut"

Fifa-Chef Infantino rechtfertigt beim Kongress seine Geheimtreffen mit Bundesanwalt Michael Lauber.

Auch beim 70. Fifa-Kongress, der am Freitagnachmittag virtuell stattfand, wehrte sich Gianni Infantino gegen die Vorwürfe der Schweizer Behörden. "Wir werden sehen, dass diejenigen, die diese Verschwörungstheorien aufgebracht haben, Opfer ihrer Pläne werden", erzählte der 50-Jährige und beteuerte gegenüber den zugeschalteten Delegierten von 211 Verbänden: "Alles ist gut." Er äußerte sich damit direkt zu dem in der Schweiz gegen ihn eröffneten Strafverfahren, in dem es unter anderem um seine geheimen Treffen mit dem Berner Bundesanwalt Michael Lauber geht. Diese nicht protokollierten Meetings, deren letztes alle Beteiligten sogar kollektiv vergessen haben wollen, haben Lauber bereits das Amt gekostet und eine Justizaffäre in der Schweiz ausgelöst. Der Vorwurf gegen Infantino lautet unter anderem: Anstiftung zum Amtsmissbrauch.

Infantino hingegen behauptet weiter, zum Zeitpunkt der Lauber-Treffen habe der Weltverband die Skandalzeit um seinen Vorgänger Sepp Blatter aufgearbeitet, es sei seine "Pflicht" gewesen, sich mit der Strafbehörde auszutauschen. Unerwähnt ließ er dabei erneut die Tatsache, dass damals gerade neue, massive Vorwürfe um einen von ihm selbst noch zu Zeiten bei der Uefa signierten TV-Rechtevertrag mit korrupten Marketing-Agenten vorlagen, zu denen Laubers Behörde ermitteln musste. In einer Mail an seinen Vertrauten schrieb Infantino damals sogar, dass er gegenüber der Strafbehörde bei einem anstehenden Lauber-Treffen seine Sicht der Dinge darlegen wolle.

© SZ vom 19.09.2020 / SZ
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