Gewichtheben:Vor Olympia-Aus

Weltverband der Gewichtheber meidet Bruch mit umstrittenen Kräften

Von dpa, Tirana

Die Internationale Gewichtheber-Föderation (IWF) hat im Bemühen um ihre olympische Existenz keinen echten Neuanfang gewagt. Bei den Wahlen zu den Führungsgremien ist in Tirana der Iraker Mohammed Jalood zum Präsidenten gewählt worden. Der bisherige Generalsekretär, der dem Vorstand des Verbandes seit 2005 angehört, steht für die umstrittene Vergangenheit der IWF. Neuer Generalsekretär ist der Peruaner Jose Quinones. Der Präsident des panamerikanischen Verbandes war in den vergangenen neun Jahren zugleich Vize-Chef der IWF. Zugleich wurden aber auch verschiedene unbelastete Funktionäre in den Vorstand gewählt, darunter Ursula Papandrea (USA), die nun als erste Vize-Präsidentin amtiert, sowie die Venezolanerin Doris Travieso.

Gewichtheben ist für die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028 zunächst aus dem Programm genommen worden. Eine endgültige Entscheidung wird es wie im Falle des Boxweltverbandes IBA vermutlich im nächsten Jahr geben. Die IBA mit den Boxfunktionären ist wie schon bei den Spielen in Tokio auch für 2024 suspendiert. Die Wettkämpfe nebst Qualifikation werden vom IOC organisiert.

Bislang hieß es, Gewichtheben könne eventuell schon 2024 in Paris gestrichen werden, wenn es keine Reformen gibt. Die Satzung ist zwar neu und demokratisch. Bislang hielt sich die Führung aber nicht daran und arbeitete zumeist intransparent. "Wir müssen zusammenarbeiten, um das Gewichtheben im olympischen Programm zu halten", sagte Jalood.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema