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Gewalt im Fußball:Fast ein Drittel weniger Verletzte bei Bundesliga-Spielen

FC Bayern Muenchen v Borussia M'gladbach - Bundesliga

Polizeikontrolle vor der Münchner Arena

(Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)

Die Zahl der Gewaltaten bei Bundesliga-Partien sinkt, Grund zur Entwarnung gibt es aber nicht. Miroslav Klose liebäugelt mit einer Rückkehr nach Kaiserslautern - oder einem Wechsel in die USA. Die deutschen Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst verlieren in Sao Paulo zum zweiten Mal ein World-Tour-Finale, diesmal denkbar knapp.

Bundesliga, Gewalt: Bei den Spielen der Fußball-Bundesliga hat es in der vorigen Saison im Umfeld weniger Gewalttaten gegeben. Wie die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) am Montag bekanntgab, wurden an den 34 Bundesliga-Spieltagen 788 Menschen verletzt. Das sind 345 weniger als im Jahr davor. Zudem ging die Zahl der Strafverfahren im Umfeld der Partien zurück. Demnach wurden 6502 Verfahren eingeleitet. Das ist im Vergleich zur Spielzeit 2011/2012 ein Rückgang von rund 20 Prozent. Allerdings sei die Zahl der eingeleiteten Strafverfahren immer noch deutlich höher als in der Saison 2010/1, sagte Katja Kruse, stellvertretende Leiterin der ZIS. In der 3. Liga hat sich die Sicherheitslage dagegen verschärft. Hier wurden 358 Menschen und damit 122 Personen mehr verletzt als im Vorjahr. Die Zahl der Festnahmen stieg um 115 Fälle auf 4357 in der Saison 2012/2013. Damit habe sich das bestehende, hohe Niveau kaum verändert, hieß es in der ZIS-Mitteilung.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger beklagte derweil die durch den Fußball verursachte Belastung der Polizisten. Der Schutz der Spiele der 1. und 2. Bundesliga beanspruchte in der vergangenen Saison bundesweit 1,75 Millionen Arbeitsstunden von Polizisten. In der Saison 2002/03 waren es 900 800 Stunden. "Die Verdoppelung der Arbeitsstunden der Polizisten innerhalb von zehn Jahren ist nicht akzeptabel. Unser Ziel ist es, in Zukunft weniger Polizisten bei Fußballspielen einzusetzen", sagte Jäger am Montag.

Fußball, Serie A: Fußball-Nationalspieler Miroslav Klose kann sich im kommenden Jahr einen Wechsel in die USA oder eine Rückkehr nach Deutschland vorstellen. "Ich habe zwei Angebote aus den USA und könnte auch nach Kaiserslautern zurückkehren, wo ich meine Karriere begonnen habe", wird der 35-Jährige am Montag von der Gazzetta dello Sport zitiert. "Ich werde mich in den kommenden Monaten entscheiden." Kloses Vertrag beim Serie-A-Klub Lazio Rom läuft im Juni 2014 aus. Der Stürmer spielt seit 2011 in Italien. Vor einigen Tage hatte Klose angekündigt, möglicherweise noch einige Jahre spielen zu wollen. Dies werde er aber spontan und von Jahr zu Jahr entscheiden. Der derzeit noch verletzte Stürmer will im nächsten Ligaspiel seines Clubs gegen Atalanta Bergamo am Sonntag sein Comeback geben. Klose hatte sich Ende September am rechten Fuß operieren lassen und deshalb auch die WM-Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Irland und Schweden verpasst.

Beachvolleyball, Sao Paulo: Die deutschen Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst aus Hamburg haben beim Grand Slam in Sao Paulo den Finalsieg verpasst. Das Duo unterlag am Sonntag im Endspiel den Amerikanerinnen Kerri Walsh und April Ross nach einer Spielzeit von einer Stunde und fünf Minuten 1:2 (21:19, 29:31, 12:15). Dabei vergaben die Deutschen im zweiten Satz acht Matchbälle. Nach dem Grand Slam in Moskau Ende August war es bereits das zweite verlorene Finale für Ludwig und Walkenhorst auf der Tour. Auf Platz fünf beendeten die Weltranglisten-Zweiten Katrin Holtwick und Ilka Semmler (Essen) das Turnier in Brasilien. Damit landete das Duo, das im Viertelfinale an Ludwig/Walkenhorst gescheitert war, in dieser Saison zum sechsten Mal unter den besten Fünf. Bei den Männern waren die Berliner WM-Dritten Jonathan Erdmann und Kay Matysik sowie Lars Flüggen/Sebastian Dollinger (Berlin/Hamburg) jeweils im Achtelfinale gescheitert.

Football, NFL: Sebastian Vollmer hat mit den New England Patriots den Siegeszug der New Orleans Saints in der amerikanischen Football-Profiliga NFL beendet. Fünf Sekunden vor Schluss warf Patriots-Spieler Tom Brady den entscheidenden Pass über 17 Yards auf Kenbrell Thompkins zum 30:27-Erfolg. Nach sechs Saisonspielen haben beide Teams fünf Siege auf dem Konto. "Tom ist einer der Besten, wenn nicht sogar der Beste. Wir haben großes Vertrauen in ihn", sagte Vollmer über die entscheidende Szene vor 68.756 Zuschauern. Zuvor hatten die Kansas City Chiefs ihren Siegeszug fortgesetzt. Das Team aus dem US-Bundesstaat Missouri gewann auch sein sechstes Saisonspiel und baute durch das 24:7 gegen die Oakland Raiders seine Rekordserie aus. Neben Kansas sind nur noch die Denver Broncos (35:19 gegen die Jacksonville Jaguars) ohne Niederlage. Superbowl-Rekordsieger Pittsburgh Steelers gelang derweil im fünften Saisonspiel der erste Sieg. Das Team um Star-Quarterback Ben Roethlisberger gewann bei den New York Jets 19:6. Nur zwei Tage, nachdem er vom gewaltsamen Tod seines zwei Jahre alten Sohnes erfahren hatte, lief Running Back Adrian Peterson für die Minnesota Vikings beim 10:35 gegen die Carolina Panthers auf. Der wertvollste Spieler der Saison 2012 kam bei zehn Läufen auf 62 Yards Raumgewinn und blieb ohne Touchdown. Petersons Sohn war an den Folgen von Misshandlungen gestorben, die ihm anscheinend der neue Lebensgefährte der Mutter beigebracht hatte.

Fußball, WM-Qualifikation: Zlatan Ibrahimovic, Stürmerstar der schwedischen Fußball-Nationalmannschaft, leidet an einer Verletzung am linken Knie. Das teilte der 32-Jährige über seine App "Zlatan unplugged" mit. Der Angreifer vom französischen Meister Paris St. Germain soll sich die nun erneut aufgebrochene Blessur bereits vor vier Wochen zugezogen haben. Eine Einblutung in den Unterschenkel soll nach dem 2:1 Schwedens in der WM-Qualifikation gegen Österreich am vergangenen Freitag dafür gesorgt haben, dass das betroffene Knie wieder angeschwollen sei, hieß es. Ibrahimovic, der zum Abschluss der Quali gegen Deutschland am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF) in Stockholm gelbgesperrt fehlen wird, hat sich bereits einer Kernspintomographie unterzogen. Ob und wie lange er seinem Klub fehlen wird, teilte Ibrahimovic nicht mit. Am Montag sagte Niklas Bodell, Sprecher der schwedischen Nationalmannschaft: "Es ist keine Verletzung in dem Sinne, dass etwas kaputt ist. Es geht darum, dass die Entzündung abklingt. Keiner fürchtet, dass er nicht bald wieder zurück sein könnte."

Handball, Bundesliga: Gudmundur Gudmundsson verlässt die Rhein-Neckar Löwen zum Saisonende und soll als Trainer der dänischen Handball-Nationalmannschaft Olympia-Gold 2016 holen. Der derzeitige Trainer des nordbadischen Bundesligisten unterschrieb beim dänischen Verband einen Dreijahresvertrag. Gudmundsson, der seine Arbeit am 1. Juli 2014 aufnimmt, wurde am Montag als Nachfolger von Ulrik Wilbek vorgestellt, der Sportdirektor wird. Gudmundsson hat bei den Rhein-Neckar Löwen noch einen Kontrakt bis 2015, macht aber von einer Ausstiegsklausel zum Saisonende Gebrauch. Wilbek hatte die dänischen Männer 2008 und 2012 zu EM-Gold geführt. Unter Gudmundsson hatte Islands Auswahl 2008 in Peking olympisches Silber gewonnen. Im vergangenen Juni führte der 52-Jährige die Löwen zum EHF-Pokalsieg. Es war der erste Titel für das Team aus der Metropolregion Rhein-Neckar.

Fußball, Kevin Kuranyi: Fünf Jahre nach seiner Stadionflucht hat der ehemalige Schalker Fußball-Nationalspieler Kevin Kuranyi eine einseitige Darstellung des damaligen Skandals beklagt. "Es fehlt oft meine Sicht der Dinge. Hintergründe, die diese Reaktion hervorgerufen haben", sagte Kuranyi der Nachrichtenagentur dpa in Moskau. Er sei von Zuschauern angepöbelt worden und auch verärgert gewesen, nicht einmal auf der Auswechselbank zu sitzen. Dies ändere aber nichts daran, dass er 2008 einen "großen Fehler" gemacht habe. "Ich hätte einfach besonnener sein müssen. Heute würde mir das nicht mehr passieren", sagte der Stürmer des Erstligisten Dynamo Moskau. Kuranyi hatte am 11. Oktober 2008 zwei Tage zuvor in der Halbzeit des Länderspiels gegen Russland das Stadion in Dortmund eigenmächtig verlassen. Bundestrainer Joachim Löw hatte zwei Tage später suspendiert.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/fued/jkn
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