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Nachruf auf Gerd Strack:Eine Legende des 1. FC Köln

Fußball, DFB-Pokalfinale 1982/1983, 1. FC Köln - Fortuna Köln Gerd Strack (re.) und Pierre Littbarski (beide 1. FC Köln

Pokalsieger mit dem 1. FC Köln: Gerd Strack, der am Donnerstag verstarb.

(Foto: imago images/Pfeil)

Ohne sein Kopfballtor hätte die deutsche Nationalmannschaft 1984 die Fußball-EM verpasst, in Köln gewann er das Double aus Meisterschaft und Pokal. Am Donnerstag ist der frühere Fußballer Gerhard Strack im Alter von 64 Jahren verstorben.

Die deutsche Elf, die sich am 20. November 1983 im finalen Gruppenspiel mit einem Heimsieg gegen Albanien für die Fußball-EM 1984 qualifizieren musste, war gespickt mit großen Namen: Toni Schumacher, Lothar Matthäus, Pierre Littbarski, Karl-Heinz Rummenigge, Rudi Völler. Kurz vor Schluss stand es dennoch nur 1:1. Zum zweiten Mal nach 1968 drohte Deutschland eine EM zu verpassen. Doch in der 80. Minute kam die Erlösung - von einem nicht gar so Prominenten: Verteidiger Gerhard "Gerd" Strack vom 1. FC Köln erzielte seinen berühmten 2:1-Siegtreffer per Kopf. Sein zehntes Länderspiel sollte jedoch schon sein letztes sein. Wegen einer Verletzung vor der EM bekam er von Bundestrainer Jupp Derwall in Frankreich keine Minute Spielzeit; Deutschland schied nach der Vorrunde aus. Derwalls Nachfolger Franz Beckenbauer berief Strack nicht mehr.

Der gebürtige Kerpener, der am Donnerstag im Alter von 64 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts verstarb, war nie ein nationaler Held. Beim 1. FC Köln aber ist er eine Legende. An den vier bis heute letzten Titeln der Kölner war Strack beteiligt: an den Pokalsiegen 1977 und 1983 sowie an den Triumphen im größten Jahr der Klubgeschichte: dem Gewinn von Meisterschaft und Pokal 1978. Davon handelt gar ein Dokumentarfilm: "Das Double" - in Nebenrollen Spieler wie Strack, Bernd Cullmann, Heinz Flohe, Hannes Löhr und Dieter Müller; in der Hauptrolle der Trainer Hennes Weisweiler.

Am Sonntag treffen zwei seiner ehemaligen Vereine aufeinander

Im Leben von Gerd Strack, der als Zwölfjähriger in Frechen von Reiner Calmund trainiert wurde, gab es zwei ultimativ dramatische Duelle: besagtes EM-Qualifikationsspiel in Saarbrücken und der letzte Bundesligaspieltag 1978, als Köln beim FC St. Pauli antrat und einen Zehn-Tore-Vorsprung verteidigen musste gegen Mönchengladbach, das zeitgleich gegen Dortmund spielte. Dieser 22. April war der denkwürdigste Showdown der Bundesliga-Historie. Gladbach siegte kurios mit 12:0, aber weil die Kölner 5:0 gewannen, wurden sie mit 86:41 Toren Meister vor punktgleichen Gladbachern (86:44). Drei Jahre nach seinem Abschied aus Mönchengladbach formte Weisweiler die Kölner zum Meister.

1985 verließ Strack den 1. FC Köln nach 13 Jahren und 261 Bundesligaspielen und wechselte zum FC Basel, wo er zwei Jahre blieb. Mit 17 Zweitligaspielen für Fortuna Düsseldorf in der Saison 1987/88 beendete er seine Karriere wegen eines Bandscheibenvorfalls. An diesem Sonntag spielt Köln gegen Fortuna Düsseldorf. Fans beider Lager, die Strack im Applaus hätten gedenken können, werden im Stadion fehlen.

© SZ vom 23.05.2020/jki

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