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Gehirnerschütterung von Stefan Ustorf:Schlaflose Zukunft

DEG Metro Stars v Eisbaeren Berlin - DEL Play-Offs Semi Final

Körperbetonte Spielweise gehört beim Eishockey zum guten Ton

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Der Rücktritt des Eishockeyprofis Stefan Ustorf rückt ein sensibles Thema in den Mittelpunkt des Sports: Gehirnerschütterungen und ihre Auswirkungen. Ustorf sagt: "Ich spüre, wie nach und nach mein Körper auseinanderfällt." Die Deutsche Eishockey Liga begegnet dem Problem mit schärferen Pflichten für die Spieler. Doch die Wirkung ist fraglich.

Wo sind wir?

Welches Drittel ist gerade?

Wer hat das letzte Tor erzielt?

Gegen wen haben wir letzte Woche gespielt?

Haben wir gewonnen?

Fünf Fragen, die Sache ist ganz einfach: Wer alle fünf Fragen richtig beantworten kann, darf weiterspielen, wer auch nur eine falsch beantwortet, muss sofort in die Kabine zu weiteren Untersuchungen, womöglich auch gleich ins Krankenhaus. So machen sie das in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) seit dieser Saison, wer heftig gecheckt wird oder auffällige Symptome zeigt, muss diesen Test bestehen, an der Bande, auf der Auswechselbank.

Der Test heißt "Pocket SCAT2", er beinhaltet auch einen Gleichgewichtsschnelltest und wurde vor ein paar Jahren vom Eishockey-Weltverband, dem Fußballweltverband Fifa und dem IOC entwickelt, als Reaktion auf ein Thema, das in den vergangenen Jahren zunehmend relevant wurde.

Es geht um Gehirnerschütterungen im Sport, vor allem in Amerika ist das ein großes und tragisches Thema, seit sich mehrere Football-Profis das Leben nahmen; einer hat sich gezielt ins Herz geschossen und im Abschiedsbrief darum gebeten, sein Gehirn möge obduziert werden, um zu beweisen, was Football mit einem machen kann.

Der Tag, an dem das Thema auch in Deutschland ankam, war ein Dienstag. Der 6. Dezember 2011, die Eisbären Berlin spielen damals zuhause gegen die Hannover Scorpions, sie verlieren 2:3, das erste Tor der Berliner bereitet Stefan Ustorf vor. Bald darauf wird Ustorf gecheckt, frontal, er schlägt mit dem Kopf auf dem Eis auf.