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50. Geburtstag von Gabriela Sabatini:Mit gerade 26 trat sie zurück

Wenn man sich einige Schnipsel der definierenden Momente des Frauentennis anguckt, steht auf der einen Seite des Netzes Steffi Graf und auf der anderen Sabatini, quasi als bessere Stichwortgeberin: 1988 vervollständigte Graf gegen sie bei den US Open den Grand Slam; wenige Wochen später erweiterte sie durch Olympiagold in Seoul gegen Sabatini die Ausbeute zum Golden Slam; und 1991, die Argentinierin erlebte die erfolgreichste Phase ihrer Karriere und hatte ihre Rivalin fünfmal hintereinander bezwungen, setzte sich im Wimbledon-Finale dann doch Graf durch, 8:6 im dritten Durchgang - nachdem ihre Gegnerin bei 5:4- und 6:5-Führung zweimal zum Matchgewinn serviert hatte.

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Duellierten sich und spielten gemeinsam Doppel: Sabatini und Graf

(Foto: imago sportfotodienst)

Näher kam Sabatini einem großen Titel nie wieder.

Sie war ein paar Jahre lang immer noch gut für Halbfinal-Teilnahmen, aber dann standen ihr regelmäßig Graf oder Monica Seles, Arantxa Sánchez Vicario oder die neue Teenager-Sensation Jennifer Capriati im Weg. Im Herbst 1996, Martina Hingis begann gerade, spielerisch für Furore zu sorgen, Anna Kurnikowa erfreute die Paparazzi, und die Williams-Schwestern waren noch ein Gerücht aus Los Angeles, hatte Sabatini genug. Genervt von hartnäckigen Problemen mit der Bauchmuskulatur, jäh gestoppten Comeback-Versuchen und einer generellen Tennis-Müdigkeit, trat sie mit gerade einmal 26 Jahren zurück.

"Der Ruhm war ein Problem für mich"

Und verschwand weitgehend von der Bühne, fast so entschieden wie drei Jahre danach Steffi Graf. Selbst ihre eigenen Produkte im Parfüm-Segment vermarktete die Argentinierin vergleichsweise zurückhaltend. Erst viel später, 2013, verblüffte sie mit einem Geständnis: Sie habe gerade zu Beginn ihrer Profi-Zeit einige Spiele "absichtlich verloren, in Halbfinals, nur um nicht mit der Presse sprechen zu müssen. Ich habe den ersten Satz verloren, danach habe ich das Match quasi weggeworfen".

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Beliebtes Werbegesicht: Gabriela Sabatini mit ihrer Parfummarke

(Foto: imago sportfotodienst)

Rückblickend wirkt es nicht bloß harsch, sondern gemein, dass viele Journalisten sich damals vor Pressekonferenzen mit Sabatini drückten, weil dort praktisch nur Worthülsen fielen und nichts Druckbares herausprang, undankbarer waren nur Termine mit Arantxa Sánchez Vicario.

Sabatini ging in dem Interview mit der argentinischen Tageszeitung La Nación noch weiter: "Ich war sehr introvertiert, sehr nervös. Ich hatte deshalb auch einige Probleme in der Schule, so dass deswegen mehrmals meine Mutter angerufen wurde. Später war dann der Ruhm ein Problem für mich." Das Spektakel um ihre Person hätte sie "wohl nicht ertragen", wenn sie mal die Nummer eins der Welt geworden wäre: "Es war nicht das, was ich wollte. Es war nicht die Nummer eins an sich, sondern das, was damit verbunden gewesen wäre."

Wer erlebt hat, wie elegant und entspannt sie in den vergangenen Jahren aufgetreten ist, der kann Gabriela Sabatini als strahlendes Beispiel dafür nehmen, dass es sich lohnen kann, "nur" die Nummer drei der Welt zu sein - und trotzdem ein gutes Auskommen zu haben. An diesem Samstag feiert sie ihren 50. Geburtstag, vielleicht in ihrer Heimat, vielleicht in der Schweiz, wo sie seit ein paar Jahren in Pfäffikon residiert. Sie wird es die Welt wissen lassen, auf Twitter und Instagram, ganz so scheu wie früher ist sie nicht mehr.

June 4, 2019 - Paris, FRANCE - Gabriela Sabatini talks to the media at the 2019 Roland Garros Grand Slam tennis tournam; Test

Gabriela Sabatini im vergangenen Jahr bei den French Open

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Ihr Geheimnis, warum sie nicht so aussieht wie eine Frau, die 1970 geboren wurde, hat sie 2019 in Paris verraten, es ist in der heutigen Zeit eher verblüffend: "Ich esse alles und ganz viel Rindfleisch!" Ein Satz, wie ihn selbst John Wayne nicht schöner hätte sagen können.

© SZ.de/sonn
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:Inneres Strahlen

Die frühere Grand-Slam-Siegerin wird bei den French Open geehrt - einer ihrer seltenen öffentlichen Auftritte.

Von Gerald Kleffmann

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