Wer sich ein wenig für die Geschichte der Fußballweltmeisterschaften interessiert, der weiß: Die brasilianische Nationalelf, die den Titel von 1970 in Mexiko gewann, zählt zum Besten, was es je gab. Und er oder sie dürfte auch wissen, dass es eine Mannschaft mit fünf camisa dez war, mit fünf Zehnern oder Spielgestaltern: Gerson, Rivelino, Jairzinho, Tostão und natürlich der 2022 verstorbene Pelé. Es gab aber auch, man glaubt es kaum, Abwehrspieler. Innenverteidiger. Einer von ihnen war Hércules Brito Ruas, genannt Brito, der schon die WM 1966 gespielt hatte.
Brito spielte alle sieben Partien, wurde nicht ein einziges Mal ausgewechselt. Er mengte dem Zauber der Künstler Physis bei. Es heißt, bei der WM 1970 sei keiner fitter gewesen als er. Er spielte laut der brasilianischen Zeitung Folha de Sāo Paulo nicht nur 61 Mal für die Seleção, sondern auch für Topklubs wie Vasco da Gama, Internacional de Porto Alegre, Flamengo Rio de Janeiro, Cruzeiro (Belo Horizonte), Botafogo (Rio) und Corinthians (São Paulo). Wie am Donnerstag bekannt wurde, starb Brito im Alter von 86 Jahren in einem Krankenhaus in Rio de Janeiro, in das er am 14. Mai wegen einer Lungenentzündung gebracht worden war.

