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Fußballpolitik:Superminister Bierhoff

Das DFB-Präsidium will eine interne Strukturreform beschließen. Oliver Bierhoff, derzeit Manager des Nationalteams soll zu einem von künftig nur noch vier DFB-Direktoren aufsteigen: zum Chef von "Nationalmannschaften und Fußballentwicklung".

Von Silvia Liebrich , Frankfurt

Das Lob kam vorab und von höchster Stelle: Oliver Bierhoff habe "überragende Bedeutung" für den Deutschen Fußball-Bund (DFB), sagte Präsident Reinhard Grindel vor der entscheidenden Präsidiumssitzung. Der ehemalige Nationalspieler sei ein "toller Botschafter" - und wenn alles läuft wie geplant, wird Bierhoff am Freitag eine Art DFB-Superminister.

Der 49-Jährige, bislang Manager der Nationalmannschaft und Hauptverantwortlicher für die geplante neue DFB-Akademie, steht im Zentrum der Strukturreform des DFB, die am Freitag beschlossen und von Januar an umgesetzt werden soll. Bierhoff soll zu einem von künftig nur noch vier (statt bislang sieben) DFB-Direktoren aufsteigen: zum Chef des Bereichs "Nationalmannschaften und Fußballentwicklung".

In Bierhoffs neuen Verantwortungsbereich fallen dann das Management und die sportliche Leitung aller Nationalmannschaften (Frauen und Männer) sowie die Akademie mit allen Bereichen (Trainer, Ausbildung, Scouting etc.); drei untergeordnete Felder bekommen einen eigenen Abteilungsleiter. Ob es zum Jahresanfang noch einen Sportdirektor gibt (derzeit interimsweise Horst Hrubesch), ist offen.

Neben der sportlichen Säule wird es drei weitere geben: Vereine/Verbände/Ligen, Öffentlichkeit/Fans sowie Finanzen/Interne Dienste. Das "System DFB" soll verschlankt, Arbeitsabläufe vereinfacht werden. Betriebsbedingte Entlassungen soll es nicht geben, auch wenn mit einer verstärkten Fluktuation zu rechnen sein dürfte. Inklusive der Tochtergesellschaften beschäftigt der DFB derzeit rund 400 Mitarbeiter. Initiiert hat die Reform DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius, der seit anderthalb Jahren im Amt ist. Geprüft hatten die bisherige Struktur Mitarbeiter der Unternehmensberatung McKinsey.

© SZ vom 20.10.2017
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