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Fußballer auf Skiern:Mit Francky und David auf der Piste

An diesem Wochenende beginnt die alpine Ski-Saison - aber die schönsten Skifahrer sind immer noch Fußballer, wie ein Blick ins Archiv goldener Wintersport-Zeiten zeigt.

Von Jonas Beckenkamp

9 Bilder

Udo Lattek

Quelle: Imago

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Als Udo Lattek Mitte der 70er Trainer von Borussia Mönchengladbach war, galt das Skifahren noch als jungfräuliche Sportart. Keine Spur von Umweltzerstörung durch Lifte und Pisten, kein Klimawandel, kein Raubbau in den Alpen - Lattek genoss bei Kaiserwetter das pure Fahrvergnügen. Auch modisch war er vorne dabei: eleganter Glanz im dunklen Zweiteiler. Und niemals, wirklich unter keinen Umständen, hätte unser Udo sich solchen Firlefanz wie Mützen oder Handschuhe übergestülpt.

Rainer Zobel

Quelle: Imago

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Bei den Stuttgarter Kickers ging es im Trainingslager in Mürren bodenständiger zu, dafür sorgte allein schon der zeitlose Sportlehrer-Auftritt von Coach Rainer Zobel (li.) in Schlabberhose und Tennislatschen. Mittelfeldspieler Juan Cayasso aus Costa Rica hatte sich vom Kickers-Torwart dessen Handschuhe geborgt - und dann könnte sich vor dem Gang in die Schweizer Loipe folgendes Gespräch entsponnen haben: "Ich sag's dir Juan, Langlaufen ist im Grunde wie surfen. Nur anders." - "Si Mister, zum Glück sind wir beide warm genug angezogen."

Franck Ribery David Alaba

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"I sog da ans, Francky, bei uns in Kitzbühel konnst du den Swag afdrahn so vüi'st mogst - des anzige, wos zöd, ist die Sonnabrüin" - "Oui David, und isch hab' gemacht eine Mütze mehr!"

Franz Beckenbauer BR Deutschland läuft in seiner Freizeit gern Ski; Franz Beckenbauer

Quelle: imago/WEREK

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Mit kaiserlichen Schwüngen wedelte Franz Beckenbauer den Berg hinunter - und wenn er unten war, zupfte er sich den Ski-Overall zurecht und sagte sowas wie: "Jaguttäh, sicherlich. Skifoan. Aber bitte tut's mir einen Gefallen: Wischt hier mal einer durch, des knarzt ja so unter die Skischuhe. Und waxelt mir einer gschwind meine topmodernen K2-Schaumkern-Ski?"

Felix Magath

Quelle: Imago

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Felix Magath hatte im Winterzauber der Tiroler Alpen solchen Spaß, dass er fürs Erinnerungsfoto seine Lieblingsmütze mit Vogelspinnen-Logo aus der Tasche kramte. Als er dann noch Mount Magath in der Ferne erspähte, war der Moment gekommen: Freundlich lächeln, anpackende Handhaltung und Kniiiiips - selten war mehr seliger Wintersport-Enthusiasmus auf einem Bild.

Lothar Matthäus

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Lothar Matthäus und seine zweite (von fünf) Ehefrau Lolita Morena in Wildlederimitat und Double-Jeans - was man eben so trägt, wenn man hinter der Garage auf einem Häufchen Elend Schnee Richtung Neubausiedlung rutschen will. Spaß hatten sie trotzdem, schließlich passte von der Frisur bis zur Nachmittagssonne einfach alles.

Hansi Dorfner FC Bayern München mit Freundin Johanna und Abfahrts bzw Langlaufskiern; Hans Dorfner

Quelle: imago/Fred Joch

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Hansi Dorfner ist der vergessene Europameisterschafts-Halbfinalist von 1988, er war zwar dabei, aber er spielte nicht. Ganz anders ging es ihm daheim mit Freundin Johanna: Abfahrts- bzw. Langlaufskier huckepack, Ballonjeans und Pullis aus der Mottenkiste kramen und los ging's: Auf irgendeinen Berg, hauptsache ein bisschen herumschlittern, dass die Föhnfrisur wehte.

Gerd Müller Deutschland FC Bayern München mit Frau Uschi und Tochter Nicole auf dem Weg zum skif; Gerd Müller

Quelle: imago/Fred Joch

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Gerd Müller war nicht nur der Bomber der Nation - er konnte sich auch drei Füchse um den Hals werfen und mit Frau Uschi und Tochter Nicole um ein paar Tore auf der Piste fahren. Die Schlaghose tauschte er später gegen einen hautengen Ski-Anzug, den Nerz behielt er aber an, damit er auch beim Skifahren treffsicher unterwegs war. Und den Familien-Schäferhund ließ er auf der Almhütte von seinem Jagertee schlabbern.

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Quelle: SZ

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Guido Buchwald nannten sie "Diego" und jetzt ist auch klar, warum: Er konnte den Hang hinunter wedeln wie Maradona um Abwehrbeine. Doch Buchwald konnte noch mehr: Er hatte einen Hobbykeller voller scharfer Bretter, er besaß das bis heute beste Hemd der ganzen Welt und sein Bekannter wusste schon damals: "Hajo, der Guido, des isch einer wo mir alle mal stolz drauf sein werdet!" So kam es. Buchwald bremste Maradona im WM-Finale 1990 mit Pflug und Ellbögen - und daheim im Ländle gab's Spätzle mit Saitenwürschtle für alle.

© SZ.de/jki/rus

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