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Fußball-Zweitligist:Neururer klagt über Entlassung in Bochum

  • Überraschende Entlassung in der 2. Bundesliga: Peter Neururer muss den VfL Bochum verlassen.
  • Der Klub wirft ihm "vereinsschädigendes Verhalten" vor.
  • Neururer wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Bochum entlässt Peter Neururer

Noch am Montagabend hatte sich Peter Neururer in gewohnter Manier über die Verhältnisse im deutschen Fußball echauffiert. Das Thema: die Degradierung von Torwart Roman Weidenfeller bei Borussia Dortmund. "Ein Stammspieler hat schon eine Erklärung verdient, wenn er nicht mehr spielt. So handhabe ich das zumindest", sagte Neururer bei Sport1. "Das sollte man dem Spieler schon frühzeitig mitteilen."

Die Pointe ist, dass Neururer nur wenige Stunden später sehr frühzeitig von seinem Klub über die eigene Entlassung informiert wurde. Überraschend erhielt er seine Demission beim VfL Bochum - das teilte der abstiegsbedrohte Zweitligist am Dienstagmorgen mit. Neururer ist damit der fünfte Zweitligacoach, der in dieser Spielzeit vorzeitig gehen muss.

Das sagt der Verein

Die Gründe scheinen gewichtig. "Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil das Auftreten und die in den vergangenen Tagen wiederholt getätigten Äußerungen von Peter Neururer aus unserer Sicht vereinsschädigendes Verhalten darstellen", teilte Sportvorstand Christian Hochstätter auf der Website des VfL Bochum mit. Hochstätter weiter: "Peter Neururer hat unter anderem Spieler, die sich in unangemessener Form zur Arbeit der Vereinsgremien geäußert haben, in dieser Meinung bestärkt."

Das sagt Neururer

"Ich bin geschockt. Ich habe absolut kein Verständnis für diese Entscheidung und kann sie in keiner Form nachvollziehen", sagte Neururer dem SID. Er wolle sich zunächst mit seinem Anwalt beraten. Hochstätter hatte das 0:3 beim FC Ingolstadt in der Vorwoche als "peinlich und beschämend" bezeichnet. Neururer hatte sich dagegen gewehrt. "Herr Hochstätter sollte sich dazu mal konkret äußern", hatte er gesagt und auf die Frage nach seinem Verhältnis zu Hochstätter geantwortet: "Dazu sage ich gar nichts."

Zudem hatte er Torhüter Andreas Luthe offenbar nicht gerüffelt, der Aufsichtsratschef Hans-Peter Villis nach dem Vorwurf mangelnder "Mentalität, Leistung und Charakter" entgegnete: "Wenn man solche Aussagen tätigt, dann sollte man sich vielleicht hier mal blicken lassen. Wenn man intern dabei ist bei der Mannschaft, kann man diese Aussage tätigen, wenn nicht, sollte man den Mund halten."

Zweite Amtszeit in Bochum endet

Neururer übernahm das Traineramt in Bochum am 8. April 2013 sechs Spieltage vor dem Saisonende und schaffte mit den Westfalen den Klassenerhalt. Daraufhin erhielt der 59-Jährige, der schon zwischen 2001 und 2005 beim VfL war, einen Vertrag bis Juni 2015. In der vergangenen Saison konnte der Ex-Bundesligist ebenfalls gerade die Klasse halten.

In dieser Spielzeit lief es anfänglich gut, Bochum war sogar Tabellenführer. Aber durch die schlechte Heimbilanz mit nur einem Sieg in acht Spielen rutschte der Klub ab. Zuletzt kam Bochum nicht über ein 3:3 gegen den Vorletzten FC St. Pauli hinaus.

© Süddeutsche.de/sid/ebc
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