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Fußball-WM: Verletzte Spieler:Ballack, Adler, Beckham

Nur alle vier Jahre findet eine Fußball-WM statt, und einige prominente Profis haben das Pech, ausgerechnet jetzt verletzt zu sein. Vor allem die DFB-Elf ist betroffen.

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Welch eine Hiobsbotschaft für Bundestrainer Joachim Löw: Kapitän Michael Ballack hat sich im FA-Cup-Finale mit dem FC Chelsea bei diesem Foul des Berliners Kevin-Prince Boateng (FC Portsmouth) so schwer verletzt, dass der 33-Jährige für die WM ausfällt. Bei ihm wurde ein Riss des Innenbandes und ein Teilriss des vorderen Syndesmosebandes des rechten oberen Sprunggelenks festgestellt.

Es ist nicht der erste Ausfall im DFB-Team.

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Auch René Adler fliegt nicht nach Südafrika. Der Torwart von Bayer Leverkusen sagte Bundestrainer Joachim Löw am Dienstag ab. Er muss sich einer Rippen-Operation unterziehen. Adler hatte sich die Verletzung am 17. April zugezogen. Am vergangenen Samstag hatte er sein Comeback in der Bundesliga gegeben, erlitt nun aber einen Rückschlag. "Das war die schwierigste Entscheidung meines Lebens. Aber es wäre mir selbst, meinem Verein und der Nationalmannschaft gegenüber letztlich unverantwortlich gewesen, an der WM teilzunehmen", sagte Adler.

Foto: dpa Texte: Jonas Beckenkamp

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Neben Adlers Absage musste der Bundestrainer an diesem Dienstag noch einen zweiten Ausfall hinnehmen: Leverkusens Nationalspieler Simon Rolfes muss ebenfalls auf die WM-Teilnahme verzichten. Seinen Platz im deutschen Mittelfeld neben Michael Ballack hatte der Bayer-Kapitän nach Thomas Hitzlspergers Leistungstief eigentlich sicher, doch dann riss ihn eine schwere Verletzung aus allen WM-Träumen: Nach einem Knorpelschaden musste sich der 28-Jährige im Januar zum dritten Mal in dieser Saison am Knie operieren lassen - jetzt kam für den Leverkusener Dauerläufer das WM-Aus.

Dabei hatte Rolfes zuvor 131 Bundesligaspiele am Stück bestritten. Glück im Unglück für Bundestrainer Löw: Bayerns Bastian Schweinsteiger spielte im Laufe dieser Spielzeit auf der selben Position derart groß auf, dass er wohl Rolfes' Platz einnehmen wird.

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Er ist der schwäbischste und langhaarigste aller Griechen, doch die WM wird wohl ohne ihn stattfinden: Frankfurts Stürmer Ioannis Amanatidis, geboren im griechischen Kozani, aufgewachsen im Stuttgarter Ländle, musste Nationaltrainer Otto Rehhagel eine Absage erteilen. "Es macht keinen Sinn. Mir fehlt die Spielpraxis, ich wäre auch in sechs Wochen noch nicht zu 100 Prozent fit und nicht zu 100 Prozent der Alte", sagte der 28-Jährige, der wegen eines geschädigten Knorpels am rechten Knie im November 2009 zum zweiten Mal unters Messer musste und in dieser Saison nur acht Spiele bestreiten konnte.

"Eine WM wäre schön für den Lebenslauf, aber was hätte es mir gebracht, wenn ich dann mal fünf oder zehn Minuten gespielt hätte?", haderte Amanatidis mit seinem Schicksal, das Herthas Theofanis Gekas zur einzigen verbleibenden griechischen Angriffsgefahr werden lässt.

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Ebenfalls einer Knie-OP unterziehen musste sich Hamburgs holländischer Techniker Eljero Elia. Für einen Einsatz bei der WM für "Oranje" sieht Bondscoach Bert van Marwijk schwarz. "Die Zeit wird wohl nicht reichen," so der 57-jährige Trainer der Niederländer. Dabei hatte Elia besonders in der Bundesliga-Hinrunde neue Standards in Sachen Tempodribbling und Übersteiger in der Hansestadt gesetzt. Die Holländer werden seinen Ausfall im Hinblick auf die WM aber kompensieren können, denn neben dem rechtzeitig fit gewordenen Robin van Persie verfügen sie auf Elias Position ja noch über einen gewissen Tempodribbler aus München.

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Den englischen Stürmer Michael Owen (li.) verfolgt seit Jahren eine geradezu groteske Verletzungsmisere: Nachdem der Stern des pfeilschnellen Deutschland-Schrecks (traf 2001 dreimal beim 5:1 der Engländer in München und 2009 für Manchester dreimal in Wolfsburg) bei der WM 1998 aufgegangen war, warfen ihn immer wieder kleinere und größere Wehwehchen zurück. Zum unrühmlichen Höhepunkt in Owens Knochenbrecher-Karriere kam es im Jahr 2006: Erst setzte ihn eine Fraktur im Mittelfuß für mehrere Monate außer Gefecht und dann riss er sich im letzten Gruppenspiel bei der WM in Deutschland das Kreuzband im rechten Knie.

Nicht erst seitdem fragen sich auf der Insel die Fußballexperten, wie gut er ohne all die Rückschläge hätte werden können. Seinen Einsatz in Südafrika verhindert diesmal wohl eine im März erlittene Oberschenkel-Verletzung. Damit stehen die Engländer bei einer rechtzeitigen Genesung Wayne Rooneys (Knöchelverletzung, er wird wohl spielen können) mit nur einem Top-Stürmer da. Neben Owen ...

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... ist David Beckham sicherlich das prominenteste Verletzungsopfer, das nicht mit nach Südafrika fährt. Ein ohne Fremdeinwirkung erlittener Achillessehnen-Riss im Spiel des AC Mailand gegen Verona sorgte im März für Schlagzeilen auf der Insel.

Inzwischen hat ihm Trainer Fabia Capello angeboten, als Mitglied des Trainerteams mit nach Südafrika zu fliegen.

Anders gestaltet sich die Situation bei Beckhams Teamkollegen Ashley Cole, der nach einem Knöchelbruch rechtzeitig zur WM wieder in Englands Nationalteam zurückkehren könnte - die Klärung der Eheprobleme mit seiner Frau Cheryl hat er laut der englischen Boulevardpresse dafür extra verschoben.

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Portugals Abwehrmann Jose Bosingwa dürfte den Fans des FC Bayern noch von langwierigen Wechselgerüchten im vergangenen Sommer in Erinnerung sein. Dass es in Südafrika in einem zu einem Wiedersehen mit Lukas Podolski (im Bild eine Szene aus dem EM-Viertelfinale 2008) kommt, ist aber ausgeschlossen, denn Bosingwa ist wegen einer komplizierten Knieverletzung bis Juli außer Gefecht gesetzt.

Das befürchteten die Anhänger der "Seleção" auch bei Real Madrids Abwehrspieler Pepe, doch der scheint sich von seinem im Dezember erlittenen Kreuzbandriss noch rechtzeitig zu erholen. Die Sportzeitung O Bola berichtete auf ihrer Homepage sogar schon euphorisch von einer vorzeitigen Rückkehr Pepes in den verbleibenden drei Meisterschaftsspielen der "Königlichen".

Definitiv fehlen wird den Portugiesen dagegen Offensivspieler Silvestre Varela vom FC Porto, den ein Wadenbeinbruch die Turnierteilnahme kostet. Der 25-jährige Flügelstürmer war in der heimischen Liga die Entdeckung der Saison. Ein Glück für Trainer Queiroz, dass sein Team auf den Außenpositionen mit Cristiano Ronaldo, Simão und Nani ohnehin bärenstark besetzt ist.

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Das WM-Aus für den paraguayischen Profi Salvador Cabañas ist in seiner Dramatik nahezu filmreif. Im Januar hatte ein Unbekannter dem 29-Jährigen in einer Bar in Mexiko City in den Kopf geschossen. Der Stürmer des mexikanischen Clubs América wurde dabei schwer verletzt, überlebte aber unter glücklichen Umständen. Kürzlich gab er bekannt, trotzdem in Südafrika dabei sein zu wollen, aber "nur als Zuschauer", wie sein Repräsentant José María González dem Radiosender 1 de Marzo sagte.

Derzeit versucht Cabañas in einem argentinischen Krankenhaus, wieder auf die Beine zu kommen. Körperlich gehe es ihm gut, sagt der behandelnde Neurologe, aber er habe Wahrnehmungsprobleme. Bei der WM wird er trotz seiner erstaunlichen Erholung nicht auflaufen, aber seine Heimat scheint zügig Ersatz gefunden zu haben: Lucas Barrios, Borussia Dortmund, und bis zuletzt hauptsächlich Argentinier, wurde wegen seiner paraguayischen Wurzeln eingebürgert.

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Ganz Ghana bangt derweil um den Einsatz des landesweit besten und beliebtesten Fußballspielers Michael Essien (Bildmitte). Der kraftvolle Mittelfeldarbeiter des FC Chelsea erlitt kurz vor dem Afrika Cup im Januar einen Meniskusschaden und droht den "Black Stars" für die WM auszufallen. Immer wieder äußerten die Verantwortlichen von Deutschlands letztem WM-Gruppengegner zuletzt Hoffnungen auf eine vorzeitige Genesung ihres großen Stars, doch es scheint ein Rennen gegen die Zeit zu werden, das die Afrikaner schließlich verlieren könnten. Essien selbst äußerte erstmals Zweifel, ob er in Südafrika dabei sein kann.

"Ich bin mir derzeit wegen der Weltmeisterschaft nicht sicher", erklärte der 27-Jährige vor einer Woche. "Wenn ich es noch bis zur WM schaffe, ist es gut. Aber wenn nicht, habe ich noch meine gesamte Karriere vor mir. Und das ist mir wichtiger", sagte Essien auf der Homepage seines Klubs: "Zu früh zurückzukehren und größere Probleme zu verursachen, ist das letzte, was ich tun werde." Essiens Teamkollege Junior Agogo fällt definitiv für die WM aus. Nach einer Knieoperation muss der 30-Jährige vom zypriotischen Club Apollon Limassol rund sechs Monate zuschauen, wie der ghanaische Verband auf seiner Homepage mitteilte.

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Auch Deutschlands anderen Gruppengegner Serbien plagen Verletzungssorgen: Bosko Jankovic, ein umtriebiger Mittelfeldmalocher, der beim FC Genua sein Geld verdient, muss die WM ebenso absagen wie Abwehrroutinier Ivica Dragutinovic (Achillessehen-Riss) vom FC Sevilla. Der 26-jährige Jankovic, der erst kürzlich nach einem mehrfachen Bänderriss im Knie sein Comeback gefeierte hatte, verletzte sich Anfang März erneut am Meniskus und fällt damit sicher in Südafrika aus.

Im Mittelfeld der Serben hinterlässt der Stammspieler in Radomir Antics Team ein großes Loch, das nun Stuttgarts Zdravko Kuzmanovic oder Herthas Gojko Kacar füllen könnten.

Foto: imago

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