Fußball-WM:Uruguay verdirbt Russland die Partystimmung

World Cup - Group A - Uruguay vs Russia

Kurz vor dem Abheben: Uruguays Luis Suarez (links) feiert sein Tor gegen Russland mit seinem Teamkollegen Rodrigo Bentancur.

(Foto: REUTERS)
  • Uruguay besiegt Russland mit 3:0 und sichert sich den Gruppensieg vor dem Gastgeber, der ebenfalls ins Achtelfinale einzieht.
  • Ägypten mit Mo Salah verliert gegen Saudi-Arabien mit 1:2.
  • Hier geht es zum Spielplan der Fußball-WM.

Die russische WM-Party hat in der Sauna von Samara ihren ersten Dämpfer erhalten. Nach zwei berauschenden Siegen verlor die Sbornaja bei Temperaturen über 30 Grad das letzte Gruppenspiel gegen Uruguay mit 0:3 (0:2). Der zweimalige Weltmeister mit den Weltklassestürmern Luis Suarez und Edinson Cavani zeigte dem Gastgeber die Grenzen auf. Zu allem Überfluss sah Igor Smolnikow bereits nach 36 Minuten die Gelb-Rote Karte.

Uruguay zieht nach dem Freistoßtreffer von Suarez (10.), dem Eigentor von Denis Tscheryschew (23.) und dem Schlusspunkt von Cavani (90.) als Gruppenerster ins Achtelfinale ein, Russland folgt als Zweiter. Auf beide Mannschaften dürften schwierige Aufgaben warten, wenn sich erwartungsgemäß Spanien und Europameister Portugal in der Gruppe B durchsetzen.

Allerdings muss Uruguay kaum einen Gegner fürchten, im Schatten der Russen, denen die Schlagzeilen der ersten WM-Wochen gehörten, spielten sich die unangenehmen Südamerikaner mit drei Siegen ohne Gegentor in den erweiterten Favoritenkreis. Taktisch sind sie von Oscar Tabarez, mit 71 Jahren der älteste Trainer im Turnier, hervorragend eingestellt - und vorne nähert sich zumindest Suarez seiner Top-Form. Der Angreifer des FC Barcelona erzielte sein insgesamt siebtes WM-Tor. Steigerungspotenzial besitzt indes trotz seines Treffers Cavani. Der Kicker des französischen Meisters Paris St. Germain fand - trotz seines Treffer - auch gegen Russland wenig Bindung zum Spiel.

Russlands Trainer verzichtet auf drei Stammspieler

Russlands Coach Stanislaw Tschertschessow verzichtete auf drei Stammspieler, darunter Linksverteidiger Juri Schirkow, der beim 3:1 gegen Ägypten Mohamed Salah ausgeschaltet hatte. Die neuformierte Verteidigung verschuldete vor 41 970 Zuschauern in der nicht ausverkauften Kosmos Arena den Freistoß, den Suarez aus 17 Metern zur Führung versenkte, Torwart Igor Akinfejew sah dabei unglücklich aus. Nur zwei Minuten später hatte Tscheryschew die große Chance zum Ausgleich, scheiterte jedoch an Fernando Muslera, der sein 100. Länderspiel absolvierte.

Der Torwart von Galatasaray ist mit 14 Einsätzen Uruguays WM-Rekordspieler. Und es kam noch dicker für die Russen: Tscheryschew, der bei den Siegen gegen Saudi-Arabien (5:0) und Ägypten (3:1) insgesamt drei Tore erzielt hatte, traf ins eigene Netz, Smolnikow flog vom Platz - und hätte Rodrigo Bentacur (28.) an seinem 21. Geburtstag vor Akinfejew die Nerven behalten, wäre die Stimmung schon zur Pause noch gedrückter gewesen. Nach der Pause tat Uruguay nicht mehr als nötig und schonte Kraft für das Achtelfinale. Russland gab sich nicht auf, Tschertschessow feuerte sein Team immer wieder lautstark an, zum Anschlusstreffer reichte es jedoch nicht mehr.

Tor von Mo Salah reicht Ägypten nicht zum Sieg

Im zweiten Gruppenspiel hat nicht einmal Alleinunterhalter Mohamed Salah mit einem Geniestreich und Altersrekordmann Essam Al-Hadari mit einem gehaltenen Elfmeter Ägypten zum Abschied aus Russland den ersehnten WM-Premierensieg bescheren können. Im von Rücktrittsgerüchten um Salah überschatteten sportlich bedeutungslosen Duell mit Saudi-Arabien unterlagen die Nordafrikaner am Montag vor der Wolgograder Minus-Kulisse von 36 823 Zuschauern 1:2 (1:1).

Der Stürmer des FC Liverpool brachte die Ägypter mit einem gefühlvollen Heber in der 22. Minute in Führung, ehe der schon 45-jährige Al-Hadari (41.) einen Handelfmeter parierte. Der älteste je in einer WM-Partie eingesetzte Spieler war kurz darauf bei einem umstrittenen Foulelfmeter von Salman Al-Faradsch (45.+6) machtlos. Der Siegtreffer gelang Salam Al-Dausari in der Nachspieltzeit. (90.+5).

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© sz.de/dpa/sid/schma
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