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Fußball-WM:Unter Pfiffen ins Achtelfinale

Im Blindflug: Frankreichs Steven N'Zonzi (links) und Dänemarks Kasper Dolberg.

(Foto: AFP)
  • Frankreich und Dänemark lassen es gemächlich angehen, mit dem 0:0 sichern sich die Franzosen den Gruppensieg.
  • Peru besiegt Australien mit 2:0 und feiert den ersten WM-Sieg seit 40 Jahren.
  • In Gruppe D verliert Island gegen Kroatien und scheidet aus.
  • Hier geht es zum Spielplan der Fußball-WM.

Mit dem ersten 0:0 bei der Fußball-WM in Russland hat Frankreich den Gruppensieg perfekt gemacht und damit auch Gegner Dänemark zum Weiterkommen verholfen. Der ohne diverse Stammspieler angetretene EM-Zweite zeigte sich am Dienstag vor 78 011 Zuschauern im Moskauer Luschniki-Stadion uninspiriert und muss sich für das erste K.o.-Spiel am Samstag (16.00 Uhr MESZ) in Kasan deutlich steigern, um noch länger vom zweiten WM-Titel träumen zu dürfen. Den biederen Dänen reichte im tristen Langweiler die Punkteteilung, um erstmals seit 2002 wieder das Achtelfinale bei einer WM zu erreichen.

Nach zuvor zwei Siegen in der Gruppe C über Australien (2:1) und Peru (1:0) und der damit gesicherten vorzeitigen Qualifikation für die K.o.-Runde konnte sich Frankreichs Coach Didier Deschamps den Luxus erlauben, Torwart Hugo Lloris, Torjäger Kylian Mbappé und Paul Pogba für kommende Aufgaben zu schonen. Darüber hinaus verzichtete er auf die Verteidiger Samuel Umtiti und Benjamin Pavard.

Der umfangreiche Umbau der Startelf, der insgesamt sechs Spieler betraf, machte sich von Beginn an bemerkbar. Denn die hochgelobte Offensive der Franzosen konnte kaum Akzente setzen. Und weil sich auch die Dänen spürbar zurückhielten und vor allem auf Torsicherung bedacht waren, blieben beide Keeper lange Zeit nahezu beschäftigungslos.

Die Zuschauer pfeiffen beide Mannschaften aus

Phasenweise glich die Partie einem lauen Sommerkick, bei dem beide von Anfang an auf ein 0:0 spielten. Nur bei einem Konter der Dänen durch Christian Eriksen (28.) kam Torgefahr auf. Doch Frankreichs Schlussmann Steve Mandanda war bei seinem WM-Debüt zur Stelle. Das dürftige Niveau kam vor allem beim neutralen Publikum in Moskau nicht gut an. Schon vor der Pause waren vereinzelte Pfiffe von den Tribünen zu hören. Auch ein Fernschuss von Frankreichs Antoine Griezmann (39.) in die Arme von Torhüter Kasper Schmeichel konnte diese Zuschauer nicht versöhnen.

Beim Halbzeitpfiff wurden die Unmutsäußerungen noch lauter. Auch in der zweiten Hälfte hielt sich das Engagement beider Teams in Grenzen. Insgesamt schienen die Dänen einem Treffer näher zu sein. Bei einem Freistoß von Eriksen (54.) aus rund 30 Metern ließ Mandanda den Ball nach vorne abklatschen, konnte aber vor dem heranstürmenden Andreas Cornelius klären. Dagegen waren die Franzosen vom Status eines WM-Mitfavoriten weit entfernt.

Peru feiert den ersten WM-Sieg sei 40 Jahren

Angetrieben von seinen feierfreudigen Fans hat sich Peru mit einem Erfolg von der Fußball-WM in Russland verabschiedet und Australiens letzte Hoffnung auf das Achtelfinale zerstört. Die Peruaner setzten sich am Dienstag in Sotschi verdient mit 2:0 (1:0) durch, obwohl sie bereits vor der Partie keine Chance mehr auf das Weiterkommen hatten. Die schönen Tore von Andre Carrillo (18. Minute) und den früheren Bundesliga-Stürmer Paolo Guerrero (50.) waren für Peru die ersten WM-Treffer seit dem Turnier 1982 in Spanien. Der letzte Sieg lag noch länger zurück: 4:1 gegen Iran bei der WM 1978.

Die Australier hätten es nur bei einem Sieg ins Achtelfinale schaffen können, nun müssen sie die lange Heimreise sogar als Gruppenletzte antreten. Damit endet auch die Zeit des ebenfalls aus der Bundesliga bekannten Nationaltrainers Bert van Marwijk. Sein Vertrag läuft aus.

Auch Island ist raus

Nach dem vorzeitigen Ende ihres ersten WM-Abenteuers sanken die wackeren Isländer entkräftet und enttäuscht auf den Rasen, dann ließen sie sich zum Abschied noch einmal von ihren Fans feiern. Durch das 1:2 (0:0) gegen den souveränen Gruppensieger Kroatien verpasste der WM-Neuling am Dienstag das erhoffte Fußball-Wunder und muss ohne Sieg die Heimreise antreten. Vor 43 472 Zuschauern in Rostow am Don schossen die Ex-Bundesligaprofis Milan Badelj in der 53. Minute und Ivan Perisic (90.) den WM-Dritten von 1998 zum dritten Vorrundensieg und damit sicher ins Achtelfinale gegen Dänemark.

Der zwischenzeitliche Ausgleich durch einen Handelfmeter von Gylfi Sigurdsson (76.) war für die Isländer zu wenig. "Wir sind sehr traurig, aber wir können nach dieser Leistung stolz nach Hause fahren", sagte der Augsburger Alfred Finnbogason: "Wir können trotzdem feiern, denn wir waren die bessere Mannschaft gegen ein Superteam aus Kroatien."

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