Fußball-WM:Spanien trennt sich von Luis Enrique

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Fußball-WM: Ist nicht länger spanischer Nationalcoach: Luis Enrique.

Ist nicht länger spanischer Nationalcoach: Luis Enrique.

(Foto: Matthew Childs/Reuters)

Das Scheitern im Achtelfinale führt zu Konsequenzen im spanischen Fußball: Enrique muss als Nationaltrainer aufhören, der U21-Coach wird sein Nachfolger.

Zwei Tage nach der bösen Überraschung bei der WM in Katar kam das Aus: Luis Enrique ist nicht länger Spaniens Nationaltrainer. Der Verband RFEF zog die Konsequenzen aus der enttäuschenden Achtelfinal-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Marokko. Enriques mehr als vierjährige Amtszeit, geprägt vom tragischen Tod seiner Tochter Xana, bleibt ohne sportlichen Triumph.

Sein Nachfolger kommt aus dem eigenen Haus. Als "neues Projekt" titulierte der spanische Verband die Entscheidung für den 61 Jahre alten bisherigen U21-Nationaltrainer Luis de la Fuente. Zuvor hatten Verbandspräsident Luis Rubiales und Sportdirektor Jose Francisco Molina, der am Abend ebenfalls seinen Rücktritt ankündigte, den Daumen über Enrique gesenkt. Dieser habe mit dem vollzogenen Generationenwechsel "Hoffnung für die Zukunft der spanischen Nationalmannschaft" verbreitet.

Dennoch entschieden sich die Verantwortlichen für einen anderen Weg als der DFB, der trotz des Misserfolgs mit Hansi Flick auf der Trainerposition Kontinuität walten lässt. De la Fuente, seit 2013 im Verband für Nachwuchsauswahlen zuständig, muss noch offiziell von den Gremien bestätigt werden und soll dann am Montag vorgestellt werden. Er gewann EM-Titel zuerst mit der U19 und dann auch 2019 mit der U21, die Deutschland im Finale 2:1 besiegte.

Neben Enrique wird auch Sportdirektor Molina die sportliche Leitung der Mannschaft im Januar abgeben. Dies teilte der spanische Verband am Donnerstagabend mit. Molina, der sein Amt im Sommer 2018 angetreten hatte, wird seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Sein Nachfolger wird der ehemalige spanische Nationalspieler Albert Luque. Dieser soll in Zusammenarbeit mit Neu-Trainer Luis de la Fuente Spanien wieder zu einem Titel führen.

Bei den Olympischen Spielen verzichtete de la Fuente trotz öffentlichen Drucks auf Abwehrstar Sergio Ramos und gewann Silber. "Mit de la Fuente wird es einen reibungslosen Übergang für La Roja geben", analysierte AS: "Ein Trainer, der auch auf das berühmte Tiki-Taka setzt, dessen Mannschaften aber immer Alternativen hatten." Nun soll der neue Mann im März bei den Qualifikationsspielen für die EURO 2024 in Deutschland gegen Norwegen und Schottland seine ersten Auftritte in neuer Funktion haben.

Viele der Profis wie den Leipziger Dani Olmo kennt er bestens und soll aus den großen Talenten eine titelreife Elf formen, die an die hocherfolgreiche Zeit von 2008 bis 2012 mit zwei EM-Pokalen und dem WM-Triumph 2010 in Südafrika anknüpfen kann. Enrique war dies letztlich trotz vielversprechender Ansätze nicht gelungen und er hatte seine Zukunft selbst nach der Pleite im Elfmeterschießen gegen den afrikanischen Außenseiter Marokko offen gelassen. Der Verband würdigte seine Arbeit seit 2018, mit der Enrique der Furia Roja "neuen Schwung" verliehen habe. Bei der EM im vergangenen Jahr scheiterte seine Mannschaft im Halbfinale am späteren EM-Champion Italien.

Für den früheren Spieler und Trainer des FC Barcelona war seine Amtszeit vor allem auch persönlich enorm schwierig. 2019 legte er seine Arbeit nieder, um sich um seine Tochter zu kümmern, die im August des Jahres an Krebs verstarb. Monate später nahm Enrique seinen Job wieder auf. Sie sei "jeden Tag präsent" für ihn und seine Familie, sagte Enrique nach dem 1:1 im WM-Gruppenspiel gegen Deutschland. Xana wäre an dem Tag 13 Jahre alt geworden.

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