Fußball-WM:Schweiz im Achtelfinale nach hitziger Partie gegen Serbien

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Fußball-WM: Remo Freuler (r.) bejubelt mit Teamkollege Ricardo Rodriguez seinen spielentscheidenden Treffer zum 3:2.

Remo Freuler (r.) bejubelt mit Teamkollege Ricardo Rodriguez seinen spielentscheidenden Treffer zum 3:2.

(Foto: Javier Soriano/AFP)

Die Mannschaft von Trainer Murat Yakin siegt in einem wilden Spiel 3:2 und folgt Brasilien in die K.-o.-Runde - im Fokus stehen jedoch vor allem Provokationen und Rangeleien.

Die Schweiz ist zum dritten Mal nacheinander ins Achtelfinale einer Fußball-WM eingezogen, Serbien erneut weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Eidgenossen besiegten das Team von Coach Dragan Stojkovic zum Abschluss der Gruppenphase am Freitag in einer höchst unterhaltsamen Partie mit 3:2 (2:2). Xherdan Shaqiri (20. Minute), Breel Embolo (44.) und Remo Freuler (48.) trafen vor 41 378 Zuschauern für die Schweiz, die in der K.o.-Phase nun auf Portugal trifft.

Die Tore der Serben erzielten Aleksandar Mitrovic (26.) und Dusan Vlahovic (35.). Auch bei ihrer vierten WM-Teilnahme in Serie scheiterten die Serben in der Vorrunde - und das jeweils in prominenter Besetzung.

Das Spiel war nicht nur sportlich, sondern auch wegen seiner Vorgeschichte brisant. Beim WM-Duell in Russland vor viereinhalb Jahren hatten die Schweizer Torschützen Granit Xhaka und Shaqiri mit ihrem Doppeladler-Jubel für einen Skandal gesorgt. Diesmal hielten sich die Protagonisten in ihren Gesten weitgehend zurück. Beim Verlesen der Aufstellungen war das Ex-Bundesliga-Duo von den serbischen Fans allerdings schon ausgepfiffen worden.

Die Partie war keine 30 Sekunden alt, da hatten Embolo und Xhaka schon eine Doppelchance für die Schweiz - Serbiens Keeper Vanja Milinkovic-Savic parierte jeweils. Und es ging flott weiter. Andrija Zivkovic hämmerte den Ball auf der Gegenseite an den Pfosten (11.). Dortmunds Gregor Kobel, der anstelle des erkälteten Gladbachers Yann Sommer im Schweizer Tor stand, hätte keine Chance gehabt.

Auch in Doha waren die Spannungen auf dem Platz zu spüren

Auch Ex-Bayern-Profi Shaqiri, nach Oberschenkelproblemen zurück in der Startelf, war gleich mittendrin - und sorgte nach 20 Minuten für die Führung der Eidgenossen. Als erster Schweizer hat er bei drei Weltmeisterschaften nun mindestens ein Tor erzielt. Sein Schuss wurde von Serbiens Verteidiger Strahinja Pavlovic noch abgefälscht und schlug im rechten unteren Eck ein - genau vor der serbischen Fankurve. Alle warteten gespannt darauf, wie Shaqiri jubeln würde. Erst hielt er sich den Finger auf den Mund, dann zeigte er auf seinen Namen auf dem Rücken. Auf den Doppeladler verzichtete der 31-Jährige vom US-Club Chicago Fire diesmal.

Im Vorrunden-Spiel der WM 2018 hatten Xhaka und Shaqiri, die beide kosovarische Wurzeln haben, nach ihren Toren zum Schweizer 2:1-Sieg die Serben provoziert. Beim Jubel hatten sie mit ihren Händen den doppelköpfigen Adler geformt, der die Flagge Albaniens ziert - ein Symbol der Abgrenzung des Kosovos gegen Serbien. Die Serben betrachten die seit 2008 unabhängige Republik weiterhin als Teil ihres Territoriums. Auch diesmal waren die Spannungen auf dem Platz zu spüren - Xhaka löste mit einer obszönen Geste sogar einen Tumult aus, in der Nachspielzeit ging es nochmals hoch her.

Bei der Partie im Stadion 974 von Doha meldeten sich die Serben nach dem Shaqiri-Schock erstaunlich schnell zurück. Die Stürmer Mitrovic mit einem herrlichen Kopfball und Vlahovic, der erstmals bei dieser WM von Beginn an auflief, per Flachschuss drehten die Partie. Shaqiri hatte vor dem 1:2 erst eine dicke Chance vergeben und dann auch noch den Ball verloren. Kurz vor der Pause holte Embolo die Schweizer nach Vorarbeit des Mainzers Silvan Widmer aber zurück.

Auch nach der Pause ging die Vollgas-Veranstaltung zunächst weiter. Freuler, der einzige Profi in der Schweizer Startelf, der noch nie in der Bundesliga gespielt hat, traf nach einer traumhaften Kombination und Hackenablage des Augsburgers Ruben Vargas. Embolo hätte für die Schweizer nachlegen können, schoss aber drüber (57.). Die Serben erholten sich jedoch auch so nicht mehr und schieden wieder einmal vorzeitig aus.

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