DFB-Team in der WM-Qualifikation:Wie ausgewechselt

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Deutschland - Israel

Leonie Maier (l) und Jule Brand (2.v.l.) im Zweikampf mit Shahar Nakav (2.v.r.) und Opal Sofer aus Israel (r).

(Foto: Fabian Strauch/dpa)

Beim 7:0 in der WM-Qualifikation gegen Israel zeigt das deutsche Fußball-Nationalteam der Frauen all das, was es im Hinspiel hatte vermissen lassen.

Von Anna Dreher

Von der ersten Halbzeit war etwas mehr als die Hälfte vorbei, da hatte das Fußball-Nationalteam der Frauen schon einiges von dem umgesetzt, was es sich fest vorgenommen hatte. Beim WM-Qualifikationsspiel in Essen hatten die Gäste aus Israel von Beginn an versucht, möglichst dicht zu stehen und das Durchkommen erschwert. Aber dann hatten die Deutschen mit flink gespielten Pässen doch Lücken und Wege gefunden. In der 21. Minute traf Jule Brand von der TSG 1899 Hoffenheim zum 1:0, fünf Minuten später erhöhte Sara Däbritz auf 2:0, nachdem die Mittelfeldspielerin von Paris Saint-Germain eben noch die Vorlage zur Führung gegeben hatte. Damit war die Torausbeute am Dienstagnachmittag im Vergleich zum Hinspiel schon mal verdoppelt.

Nach dem am vergangenen Donnerstag mühevoll erarbeiteten Sieg in Petach Tikva hatte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg mehr Geduld und Präzision gefordert, weil sie zu wenig Effektivität und zu wenige Lösungen gesehen hatte. Zu mager war bei mehr als 70 Prozent Ballbesitz ihrer Aussage nach die Ausbeute gewesen, zu schwach insgesamt der Auftritt des klaren Favoriten. Am Dienstag nun zeigten ihre Spielerinnen vor 1814 Zuschauern jenes Tempo, das vermisst worden war. Und auch die nötige Effizienz. "Wie die Mannschaft mit der berechtigten Kritik umgegangen ist und versucht hat, Sachen besser zu machen, ist zufriedenstellend", sagte die Bundestrainerin. "Wir hätten noch mehr Tore erzielen können, aber es ist alles fein, wir sind Gruppenerster." Nach dem vierten Sieg im vierten WM-Qualifikationsspiel steht als nächstes am 26. November in Braunschweig die Partie gegen die Türkei an, am 30. November geht es in Faro gegen Portugal.

Die DFB-Frauen halten den Druck hoch, spielen dynamisch und ideenreich

Voss-Tecklenburg hatte ihre Startelf auf sechs Positionen verändert, um angesichts der bevorstehenden Pokal- und Champions-League-Partien der Klubs die Belastung zu minimieren. Das Zusammenspiel gelang auch so. Bei den Angriffen lief viel über die rechte Seite, der Ball fand auf dieser Spur beim ersten, zweiten, dritten und auch vierten Treffer den Weg zum Ziel: In der 42. Minute schoss Laura Freigang das 3:0 aus naher Distanz, für die Stürmerin von Eintracht Frankfurt war es das achte Tor im neunten Länderspiel. Kurz vor der Pause markierte Brand von der Torraumlinie das 4:0. Voss-Tecklenburg riss die Arme hoch.

Die Defensive der Israelinnen, deren Stürmerin Sharon Beck ihren Vertrag beim 1. FC Köln bis zum Sommer 2024 verlängert hat, war damit durchgeschüttelt und verunsichert. Und die Deutschen spielten weiter dynamisch und ideenreich. In der 56. Minute erhöhte Lina Magull (FC Bayern) sehenswert, dann durfte sich auch Tabea Waßmuth (VfL Wolfsburg) als Torschützin vermerken lassen (71.) - und es wirkte nicht so, als hätten die Gastgeberinnen damit genug. Felicitas Rauch drückte den Ball noch zum 7:0 (78.) über die Linie. Die Einzige, die einen ruhigen Nachmittag verbrachte, war Keeperin Merle Frohms. Den ersten seriösen Torschuss setzten die Israelinnen in der Nachspielzeit ab.

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