Fußball-WM:Louis van Gaal mit positivem PCR-Test

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29.03.2022, Fussball, Länderspiel, Freundschaftsspiel, Niederlande - Deutschland, in der Johan Cruijff Arena Amsterdam.

Louis van Gaal während des Spiels gegen Deutschland.

(Foto: IMAGO/MIS)

Der Nationaltrainer der Niederlande kann zur WM-Auslosung nicht nach Katar einreisen, durfte aber seine Mannschaft gegen Deutschland betreuen. BVB-Geschäftsführer Watzke sorgt sich um die Attraktivität der Bundesliga.

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Fußball, Niederlande: Bondscoach Louis van Gaal muss auf seine Reise zur Auslosung der Fußball-WM in Katar am kommenden Freitag verzichten. Nach seiner Corona-Infektion könne er den für die Einreise in den Wüstenstaat notwendigen negativen PCR-Test noch nicht erbringen, sagte van Gaal nach dem 1:1 der Niederlande gegen die deutsche Nationalmannschaft in Amsterdam.

"Ich bin noch positiv, das sind Resterscheinungen des Coronavirus", sagte der 70-Jährige. Das hielt den früheren Bayern-Coach aber nicht davon ab, sich nach dem Klassiker angeregt mit Bundestrainer Hansi Flick sowie seinen einstigen Münchner Schützlingen Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger zu unterhalten. Ansteckend ist er offenbar nicht mehr.

Fußball-WM, Katar: Der Direktor von Human Rights Watch Deutschland, Wenzel Michalski, fordert bei möglichen Reisen von Politikern zur umstrittenen Fußball-WM in Katar klare Positionierungen. Ein Tribünenbesuch deutscher Politiker bei Spielen der Weltmeisterschaft im Emirat "an sich wäre vielleicht nicht so problematisch", sagte Michalski der Deutschen Presse-Agentur. "Sie dürfen aber nicht einfach nur neben dem Emir stehen und lustig in die Kamera winken. Sie sollen Menschenrechte öffentlich einfordern und das vor der Presse darstellen, was sie gesagt haben."

Bei möglichen Forderungen nach einem politischen Boykott der WM sieht Michalski deutliche Unterschiede zu Olympia in China. "Man braucht verschiedene Eskalationsstufen: Katar ist nicht so problematisch wie China, wo man ein stärkeres Zeichen setzen musste", sagte Michalski, dessen Organisation sich für einen politischen Boykott der Winterspiele von Peking eingesetzt hatte. Dies werde man für die WM in Katar "vielleicht auch gar nicht fordern". Bei den von Corona geprägten Winterspielen zu Beginn des Jahres waren keine deutschen Spitzenpolitiker in China - als Zeichen gegen die Missstände war das aus der Bundesregierung aber nicht artikuliert worden. Einen sportlichen Boykott werde Human Rights Watch nicht fordern, betonte Michalski. "Ein Manuel Neuer hat sich ja nicht ausgesucht, dass er in Doha im Tor steht", sagte er mit Blick auf die deutsche Nationalmannschaft.

Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte zuletzt mit Katar über Gas-Lieferungen verhandelt. Laut Michalski hat der Grünen-Politiker "wortwörtlich das gesagt, was die Narrative der katarischen Regierung sind: Es ist nicht alles toll hier, aber wir bemühen uns."

Die Menschenrechte im WM-Gastgeberland würden "nach wie vor missachtet", sagte der deutsche HRW-Chef. Das sogenannte und in den Ländern der Region verbreitete Kafala-System sei zwar abgeschafft, "aber de facto noch da. Der aktuelle Arbeitgeber ist immer verantwortlich für die Aufenthaltsgenehmigung. Die Arbeiter sind unmündig und unfrei - es gibt keine Möglichkeit für Proteste, die sind illegal."

Fußball, Bundesliga: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sorgt sich bei einem möglichen Wechsel von Topstars wie Robert Lewandowski oder Erling Haaland um die Attraktivität der Fußball-Bundesliga. "Fehlende Stars sind eine große Gefahr für die Bundesliga", sagte Watzke der Sport Bild: "Wir müssen aufpassen und versuchen, viele der Stars, die wir noch haben, zu halten - was angesichts des großen finanziellen Drucks aus England schwierig ist."

Namentlich nannte Watzke Weltfußballer Lewandowski (Bayern München) und BVB-Torjäger Haaland. Diese seien "zwei absolute Weltstars, die alle anderen überstrahlen - selbst Manuel Neuer oder Thomas Müller - und im Ausland am angesagtesten sind", so Watzke.

Die Attraktivität einer Liga werde mittlerweile gerade bei jüngeren Fans nicht mehr nur über die Klubs, sondern über die Spieler bestimmt: "Sie ziehen teilweise mit ihrem Star zum nächsten Verein, das hat es früher nicht gegeben, da waren die Kinder lebenslang Fan ihres Vereins. Das kann man traurig finden, es ist aber eine gesellschaftliche Entwicklung."

Die Spekulationen über einen Abgang von Lewandowski beim FC Bayern (Vertrag bis 2023) hatten zuletzt zugenommen. Als deutlich wahrscheinlicher gilt allerdings ein Abschied von Haaland bei Borussia Dortmund (Vertrag bis 2024) schon im Sommer. "Wir wissen aktuell weder von Spieler-Seite etwas Konkretes, noch ist irgendjemand auf uns zugekommen", sagte Watzke über Haaland, um den mehrere europäische Topklubs werben. Als Favorit gilt Englands Meister Manchester City: "Wir wissen, dass wir finanziell nicht mithalten können, falls Manchester City kommt."

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