Fußball-WM Kolarovs Zauberfuß verzückt Serbien

Aleksandar Kolarov spielt für den AS Rom - diesmal traf er für seine Serben.

(Foto: AP)
Von Saskia Aleythe

Keylor Navas ist der Toni Kroos Costa Ricas. Als einziger Champions-League-Sieger seines Teams durfte er freilich erst später zur WM-Vorbereitung der Nationalmannschaft stoßen, er musste noch ein Finale spielen und gewinnen, im Tor von Real Madrid. Am Sonntag flog Navas dann im Trikot seines Heimatlandes im Stadion von Samara, südöstlich von Moskau, durch den Strafraum, er entschärfte flache Querpässe, boxte Eckbälle Richtung Mittellinie, zeigte artistische Abstöße. Einmal rauschte der Ball durch die Freistoßmauer, da sah auch Navas den Ball erst wieder, als er im Netz lag. Und da nützte ihm dann auch der Champions-League-Titel nichts: Das erste WM-Spiel verlor Costa Rica am Sonntag gegen Serbien mit 0:1 (0:0) - Aleksandar Kolarov entschied die Partie per Freistoß (56. Minute).

Mit einer erstaunlichen Leistung hatte sich Costa Rica vor vier Jahren in Brasilien präsentiert, was nun dazu führt, dass die Ansprüche und Erwartungen im Land gestiegen sind: 2014 hatte man sich in einer starken Gruppe mit Italien, Uruguay und England durchgekämpft und war erst im Viertelfinale an den Niederlanden gescheitert - auch das erst im Elfmeterschießen. Daran anzuknüpfen dürfte nun relativ schwer werden, nach der Auftaktniederlage wartet neben der Schweiz noch Brasilien auf Costa Rica.

Sieben Spieler der 2014er-Mannschaft standen bei den "Ticos" auch gegen Serbien auf dem Platz, sogar die zuletzt angeschlagenen Offensivkräfte Marcos Urena und Christian Bolanos (ab der 60. Minute), doch mit Toren hatten die beiden vor 41 400 Zuschauern nichts zu tun, was wohl zum größten Nachteil des Teams mutieren wird. Dabei hatte nach zwölf Minuten Costa Ricas Giancarlo Gonzalez die Führung seines Teams auf dem Kopf, doch der Ball sprang nach einer Ecke ein paar Meter übers Tor.

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Die erste Offensivphase war vorüber, erst in der 27. Minute tauchte Sergej Milinkovic-Savic von Lazio Rom im Strafraum der Costa Ricaner gefährlich auf, er hatte einen langen Pass von Kolarov (AS Rom) in Empfang genommen, den Ball aber freistehend vor Navas nicht mehr kontrollieren können. Und vor der Pause zeigte er noch eine Aktion, die Potenzial dafür hatte, in den WM-Highlights aufzutauchen: Der 23-Jährige hob zum Fallrückzieher ab - doch dann erfolgte fälschlicherweise ein Abseitspfiff, außerdem war Keeper Navas auch da zur Stelle.

Mitrovic kommt an Navas nicht vorbei

Nach der erfolgreichen WM 2014 hatte Oscar Ramirez die Truppe Costa Ricas übernommen, der Spielstil offenbarte sich nun immer noch als der alte: Die Elf konzentrierte sich aufs Verteidigen und versuchte, mit gutem Timing per Konter vorne erfolgreich zu sein. Serbien nahm die Rolle der spielbestimmenden Mannschaft gerne an, hatte zur Halbzeit 60 Prozent Ballbesitz. Viele Aktionen spielten sich über die rechte Seite ab, wo Aleksandar Mitrovic und Dusan Tadic versuchten, den Ball in den Strafraum zu befördern - doch Costa Rica war aufmerksam. Und wenn nicht, war Navas zur Stelle: In der 50. Minute stürmte Mitrovic alleine auf ihn zu, er hatte sich aus der serbischen Abwehrkette im richtigen Moment gelöst, kam am Real-Keeper aber nicht vorbei.

Was sich bei den ersten Spielen dieser WM schon bewährt hatte, erwies sich dann auch in der 56. Minute als probates Mittel für Serbien: Ein Freistoß brachte die Führung - und was für einer: Kapitän Kolarov verwandelte direkt mit einem Zirkelkunstwerk, das ins Museum gehört. Die Mauer Costa Ricas ließ den Ball gewähren, er streifte am rechten Innenpfosten vorbei ins Netz. Dann jubelte auf serbischer Seite auch Mladen Krstajic - der ehemals eiserne Innenverteidiger von Schalke 04 und Werder Bremen ist seit vergangenem Herbst Nationaltrainer der Serben.

Costa Rica musste nun doch die Spielgestaltung übernehmen, kam damit aber auch nicht weiter. Filip Kostic vom HSV wurde auf Seiten der Serben eingewechselt, es war aber Mitrovic, der zum auffälligsten Mann der zweiten Halbzeit wurde. Einen zweiten Treffer wusste Navas aber zu verhindern. Er hat mit dem Champions-League-Titel immerhin etwas, womit er sich trösten kann.

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