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Fußball-WM in Brasilien:Schon jetzt so viele Tore wie 2010

Howard of the U.S. concedes a goal scored by Germany's Mueller during their 2014 World Cup Group G soccer match at the Pernambuco arena in Recife

Chancenlos gegen Thomas Müller: US-Torwart Tim Howard.

(Foto: REUTERS)

Die WM in Brasilien ist bislang sehr torreich - der Torrekord der WM 1998 in Frankreich rückt greifbare Nähe. Hollands Bondscoach Louis van Gaal bangt um den Einsatz von Nigel de Jong. Uruguays Staatspräsident beschimpft die Fifa wüst.

Fußball-WM, Tore: Die Torflut bei der Fußball-WM in Brasilien hält weiter an. In den 52 Partien bisher fielen 145 Treffer - und damit schon genau so viele wie während des ganzen Turniers vor vier Jahren in Südafrika. Während des Sommermärchens in Deutschland fielen 147 Tore, diese Marke sollte schnell geknackt werden. Im Schnitt fallen in Brasilien knapp 2,8 Tore pro Partie. Der Torrekord bei Weltmeisterschaften, die mit 32 Teams ausgetragen wurden, datiert von der Premiere 1998 in Frankreich. Damals wurden insgesamt 171 Tore erzielt. Im Schnitt fielen die meisten Treffer 1954 in der Schweiz - 5,38 pro Partie. 25 Tore gingen bisher auf das Konto von Einwechselspielern. Damit präsentieren sich die Joker so treffsicher wie noch nie. Der bisherige Rekord lag bei 23 Toren, aufgestellt bei der WM in Deutschland.

Uruguay, Fifa: Uruguays Staatspräsident José Mujica hat den Fußball-Weltverband Fifa nach der Strafe gegen Luis Suarez wüst beschimpft. "Die Fifa ist ein Haufen alter Hurensöhne", wetterte Mujica in einem Interview bei einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender in Uruguay. Am Freitag hatte er bereits in seiner wöchentlichen Radioansprache gesagt, dass der Vorgang "als einer der dunkelsten Momente in der Geschichte des Weltfußballs" in Erinnerung bleiben werde. Der 79 Jahre alte Mujica zeigte grundsätzlich Verständnis für eine Bestrafung von Suarez, das Strafmaß der Fifa hält er allerdings für völlig unangemessen. Der Staatspräsident hatte den 27-Jährigen nach dessen Abreise aus Brasilien am Donnerstag am Flughafen in Montevideo begrüßt. Die Fifa hatte Uruguays Stürmer nach dessen Biss in die Schulter des Italieners Giorgio Chiellini für neun Pflichtspiele gesperrt. Der Wiederholungstäter darf zudem vier Monate lang an keinerlei Aktivitäten in Zusammenhang mit Fußball teilhaben und muss eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Schweizer Franken (82.000 Euro) bezahlen. Uruguay war im Anschluss ohne Suarez im Achtelfinale gegen Kolumbien (0:2) am Samstag ausgeschieden.

Niederlande, Nigel de Jong: Der niederländische Fußball-Nationalspieler Nigel de Jong könnte für das WM-Viertelfinalspiel der Elftal ausfallen. Der Profi des AC Mailand zog sich beim 2:1 (0:0)-Achtelfinalsieg gegen Mexiko eine Leistenverletzung zu und musste in der neunten Minute ausgewechselt werden. Sein Trainer Louis van Gaal nannte die Verletzung des defensiven Mittelfeldspielers einen "großen Rückschlag" für seine Viertelfinalplanungen.

Diego Armando Maradona: In einer wüsten Tirade hat Diego Armando Maradona die beiden Fußball-Ikonen Pelé und Franz Beckenbauer für ihre Verteidigung der Bestrafung von Luis Suárez beschimpft. "Diese beiden kommen aus dem Museum, um zu sprechen, und sagen dumme Dinge, weil sie zwei Idioten sind", sagte der frühere argentinische Weltstar in seiner Sendung "De Zurda" im venezolanischen TV-Sender Telesur. Dass sich der Brasilianer Pelé und Beckenbauer nicht gegen den Weltverband Fifa wenden würden, sei "eine Schande". Pelé hatte die Sperre für Suárez von neun Pflicht-Länderspielen und die viermonatige Verbannung aus dem Fußball nach dessen Beißattacke bei der WM als "gut" und "richtig" bezeichnet. Beckenbauer erklärte in einer Kolumne der dpa-Auslandsdienste, die Strafe sei "mehr als gerecht". Es sei "geradezu unglaublich und ich musste die Wiederholung dreimal anschauen, um es zu glauben", schrieb Beckenbauer.

Deutschland, Schiedsrichter: Der brasilianische Schiedsrichter Sandro Ricci pfeift das WM-Achtelfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Algerien. Der 39-Jährige hatte bereits das 2:2 der DFB-Auswahl gegen Ghana in der Vorrunde geleitet. Für Ricci ist die Partie in Porto Alegre am Montag (22 Uhr) der dritte Auftritt bei der Weltmeisterschaft in seinem Heimatland. Zum Auftakt war er beim 3:0-Sieg der Franzosen gegen Honduras im Einsatz. Das zweite Achtelfinale am Montag zwischen Frankreich und Nigeria steht unter der Leitung des US-Amerikaners Mark Geiger, wie der Weltverband Fifa am Samstagabend mitteilte.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/ebc

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