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Fußball-WM in Brasilien:Rooneys Traum zerplatzt

World Cup 2014 - Group D - Uruguay vs England

Auch Wayne Rooneys erstes WM-Tor kann den Engländern nicht helfen.

(Foto: dpa)

Es bedeutet wohl das Aus für England bei dieser WM: Nach der zweiten Niederlage im Spiel gegen Uruguay müsste schon ein Wunder geschehen, damit die Briten noch im Turnier verbleiben dürfen. Besonders tragisch ist das für Wayne Rooney.

Nur ein kleiner Hüpfer noch, das spürte Wayne Rooney, dann wäre es vollbracht. Er flog also in die Lüfte, er segelte über den am Boden liegenden Torwart Fernando Muslera hinweg, Rooney wollte ihn ja nicht verletzten. Erst recht nicht jetzt, nicht in diesem Moment, seinem wohl schönsten bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Rooney landete wieder, und der Ball: er war tatsächlich im Tor. Das 1:1 gegen Uruguay, die 75. Minute, plötzlich war alles wieder möglich, selbst der Traum von einem WM-Titel für Rooney.

Sein 30. Torschuss bei einer WM war es, den Rooney auf die Reise geschickt hatte, bei seiner dritten Endrunde als Englands Stürmer. Nur getroffen hatte er noch nie. Hemmungslos war also Englands Jubel, Steven Gerrard eilte herbei, er umarmte Rooney, drückte ihn wie einen Pokal. Doch was half es ihm, was half es den Engländern?

Zehn Minuten später stürmte Luis Suárez in den Strafraum, er zog ab aus spitzem Winkel, hämmerte den Ball vorbei an Englands Schlussmann Joe Hart. Das 2:1 für Uruguay, der Endstand. Für Suárez war es das zweite Tor, und für England das Ende aller Träume. Denn ein Wunder müsste geschehen, damit die Truppe von Roy Hodgson noch im Turnier verbleiben dürfte. "Wir müssen das jetzt genießen, müssen entspannen", sagte Suárez, "der Druck war so enorm in unserer Heimat, und das war jetzt unsere Antwort".

England und Uruguay hatten ihre ersten Spiele verloren bei dieser Weltmeisterschaft, England 1:2 gegen Italien, Uruguay 1:3 gegen Costa Rica. Gegen Italien zu verlieren, das geht in Ausnahmefällen in Ordnung. Gegen Costa Rica zu verlieren, das ist meist etwas unnötig. Und so kam es, dass die Niederlagen in den zwei Weltmeisterländern (England 1966, Uruguay 1930 und 1950) doch sehr unterschiedlich kommentiert wurden. In England frohlockte die Presse ob der tollen spielerischen Ansätze gegen Italien, in Uruguay brach die Sehnsucht nach Luis Suárez aus, dem Stürmer, der gefehlt hatte gegen Costa Rica.

Es ging für beide Mannschaften um viel, man darf sagen: fast um alles. Leicht nervös legten sie also los, vor allem aber Uruguay. Den ersten kleineren Aufreger verursachte Schlussmann Fernando Muslera gleich nach ein paar Sekunden, als er einen harmlosen Kullerschuss nicht festhalten konnte, Sturridge wäre fast an den Ball gekommen.

Man mochte dies noch damit erklären, dass Trainer Oscar Tabaréz seine Mannschaft gleich auf fünf Positionen umgestellt hatte. Teils erzwungen, teils erwünscht. Rechtsverteidiger Maxi Pereira musste seine Rotsperre aus der ersten Partie absitzen, Innenverteidiger Diego Lugano fehlte verletzt. Und Platz musste geschaffen werden für Luis Suárez, den versprochenen Heilsbringer der Südamerikaner, bester Schütze der Premier League, die Urgewalt des FC Liverpool, der nun wieder genesen sein sollte von seiner Knieverletzung. Und wie er das war.

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