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Fußball-WM in Brasilien:Billardtor rettet Capellos Russen

Russia v Korea Republic: Group H - 2014 FIFA World Cup Brazil

Kerschakow bejubelt den Ausgleich für Russland.

(Foto: Adam Pretty/Getty Images)

Ein schlimmer Patzer von Torwart Akinfejew hätte Russland zum Auftakt fast eine Niederlage eingebracht. Kerschakow rettet dem Team von Fabio Capello gegen Südkorea immerhin ein Remis. Wie so oft bei dieser WM müssen ein paar unverschwitzte Einwechselspieler für Unterhaltung sorgen.

Die Möglichkeit, für einen Stadioneintritt zwei Spiele zu sehen, wurde recht gut angenommen von der Bevölkerung Cuiabás. Erst Brasilien gegen Mexiko auf der Leinwand, dann Russland gegen Südkorea auf dem durstigen Rasen. Wobei man sich bisweilen fragte, was eigentlich das Hauptereignis und was das Rahmenprogramm war. Als Brasilien seine letzten Torchancen verdaddelte, wurde es in der Arena Pantanal so laut wie selten an diesem Abend.

Den Klang Wodka-seliger Russen darf man allerdings nicht unterschätzen, wenn sie ihre wunderbare Old-School-Hymne singen. Und auch eine größere Reisegruppe von Südkoreanern kann sich bekanntlich bemerkbar machen.

Es mangelte allerdings an geeigneten Anlässen. Und zwar auf beiden Seiten. Bevor es auf den Heimweg ging, durfte jeder immerhin einmal gejubelt haben. 1:1 (0:0) hieß es am Ende. Fakt ist: Den kommenden Weltmeister haben die Zuschauer an diesem Abend nicht gesehen (zumindest nicht auf dem Sportplatz).

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Wobei man angesichts des Spielortes durchaus auf mildernde Umstände plädieren darf. Cuiabá ist eine Stadt, die sich unter anderem damit rühmt, der heißeste Ort Brasiliens zu sein. Und die neuerdings ein Stadion mit offenen Ecken besitzt, in denen ein paar schmuckvolle Pflanzenkübel stehen, die leider auch schon lange keiner mehr gegossen hat. Die Engländer hätten hier wahrscheinlich wieder einen mittelschweren Aufstand gemacht und zur Sicherheit Malaria-Pillen geschluckt. Die Koreaner und Russen nahmen die Herausforderung klaglos an.

Ein schönes Spiel war es deshalb noch lange nicht. Lange Zeit sah es eher aus wie Iran gegen Nigeria, die bislang konkurrenzlos ödeste Partie des Turniers. Als der brasilianische Teil des Publikums kurz vor der Pause die Welle machte, stellte sich die Frage, ob das Ironie war. Oder vielleicht doch verspätete Freude über den Punktgewinn der Seleção gegen Mexiko?

Die beiden Teams, die sich da vor ihren Augen abmühten, boten jedenfalls kaum Anlass zum Überschwang. Südkoreas Kapitän Ja-Cheol Koo von Mainz 05 und Leverkusens Heung-Min Son ließen die russischen Verteidiger am Anfang zwar ein ums andere Mal so langsam aussehen, wie sie wahrscheinlich auch sind. Damit ließen sie es allerdings auch bald wieder bewenden. Lediglich ein abgefälschter Weitschuss von Koo brachte das Tor von Igor Akinfejew in der ersten Hälfte in Gefahr.

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