Die Post geht ab

Als Thomas Meunier (rechts) 18 Jahre alt war, musste er sich etwas Geld dazu verdienen. Er wurde Postbote. "Man steigt aus dem Auto aus, geht zum Briefkasten, sortiert die Post, geht zurück zum Auto, steigt wieder ein, fährt zum nächsten Haus", schrieb Meunier auf der Webseite The Player's Tribune über die Arbeit. Auch wenn der 26-Jährige nun für Paris St. Germain kickt und keinen Nebenjob mehr braucht, hat er sich den Arbeitsablauf erhalten: Rechtsverteidiger Meunier schnappt sich statt des Briefs den Ball, läuft damit hinter die gegnerische Abwehrreihe und gibt ihn wieder an die Mitspieler ab. Und manchmal, wie in der Vorrunde gegen Tunesien, stellt er sein Postauto sogar direkt vor dem Strafraum ab, passt den Ball in Spielmacher-Manier zu Mittelstürmer Romelu Lukaku, sodass der den Ball nur ins Tor schießen muss. Postboten sind nun mal so zuverlässig wie Thomas Meunier.

Von Johannes Kirchmeier

Bild: Getty Images 29. Juni 2018, 19:072018-06-29 19:07:30 © SZ.de/vit