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Fußball:Veh hat keine Pläne. Und Stevens und Schaaf?

Er habe "aktuell keine Pläne", sagt Armin Veh am Telefon, das sagt er allerdings meistens, auch wenn er ein paar Wochen später wieder in Stuttgart oder Frankfurt anfängt. Diesmal aber ist diese genüssliche Planlosigkeit von anderer Art: Veh hat nach seinem zweiten Abschied in Frankfurt zumindest schon mal beschlossen, was er nicht mehr machen wird. Er werde "definitiv" nicht mehr zu Klubs zurückkehren, bei denen er schon mal war, sagt er, und "Abstiegskampf brauch' ich auch nimmer".

Veh hat schon zu viel gesehen, er weiß doch, wie das ist. Er braucht das alles nicht mehr: die Existenzängste in einem Klub; die Schlagzeilen, die er schon riecht, bevor sie gedruckt werden; die Bälle, die vom Innenpfosten raus- statt reinspringen; die ganze anstrengende Negativdynamik. "In so einer Phase braucht man vielleicht wirklich junge Trainer, die mit Euphorie und einer gesunden Naivität an die Sache rangehen", sagt er.

In Frankfurt hat der Liganeuling Niko Kovac den Posten von Veh übernommen. In Hoffenheim macht das statt Stevens jetzt der junge Julian Nagelsmann. Und in Hannover haben sie Schaaf durch den Jugendtrainer Daniel Stendel ersetzt.

Den Umbruch auf dem Trainermarkt hat man vielleicht noch nie so gut begriffen wie in diesen letzten acht Wochen. Rechnet man den Ligaflüchtling Lucien Favre mit, dann hat die Liga binnen weniger Monaten mehrere Hundert Dienstjahre eingebüßt. Die prägenden Teams werden längst von versierten jungen Männern wie Pep Guardiola und Thomas Tuchel gecoacht, und auch der Rest der Liga wird mit wenigen Ausnahmen von der next generation dominiert; von Männern, die gerne Schmidt heißen, manchmal auch Weinzierl, Dardai, Schubert, Hasenhüttl oder Nagelsmann.

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