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Vergabe der Fußball-WM 2018:Korruption bei der Fifa?

Neuer Ärger für Fifa-Chef Sepp Blatter: Zwei ranghohe Funktionäre seines Verbandes sollen in einem Video eingeräumt haben, dass ihre Stimmen für die Vergabe der WM 2018 käuflich sind.

Zwei ranghohe Funktionäre des Fußball-Weltverbandes Fifa werden im Zuge der Vergabe der Weltmeisterschaft 2018 mit schweren Bestechungsvorwürfen konfrontiert. Einem Bericht der britischen Sonntagszeitung Sunday Times zufolge sollen zwei Exekutivkomitee-Mitglieder angeboten haben, gegen Zahlung einer Geldsumme für die Austragung in dem entsprechenden Land zu stimmen.

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Wieder einmal Bestechungsvorwürfe gegen die Fifa: Für deren Chef Sepp Blatter ist das kein neues Gefühl.

(Foto: dpa)

Die Fifa hat bereits eine umfassende Untersuchung der Vorfälle angekündigt. Ein Offizieller soll bei einem Treffen mit Reportern der Zeitung, die sich als Funktionäre der USA ausgegeben hatten, umgerechnet rund 570.000 Euro für seine Stimme gefordert haben. Der andere, bei dem es sich um einen der sieben Vize-Präsidenten der Fifa handeln soll, gar 1,6 Millionen Euro. Letzterer soll den angeblichen Bittstellern zugleich berichtet haben, dass bereits Vertreter zweier weiterer Bewerberländer versucht hätten, seine Stimme zu "kaufen".

Beide Funktionäre sollen beim Bestechungsversuch gefilmt worden sein, die Fifa sichtet das Material jetzt einer Stellungnahme zufolge. "Erst wenn die Sichtung des Materials abgeschlossen ist, kann die Fifa über mögliche weitere Schritte entscheiden", hieß es von Seiten des Verbandes. In der Zwischenzeit werde es keine weiteren Kommentare aus der Schweiz geben.

Laut Videomaterial wurde ein Fifa-Vertreter in Kairo gefragt, ob die Zahlung von 570.000 Euro sein Stimmverhalten beeinflussen würde. Auf dem Video ist seine Antwort wie folgt zu vernehmen: "Klar, das hätte einen Effekt. Denn wenn sie investieren wollen, wollen sie ja auch die Stimme."

Korruptionsvorwürfe in Richtung der Fifa sind nicht neu. Bei der Vergabe der Fernsehrechte für die Weltmeisterschaften 2002 und 2006 wurde einst angeblich gemauschelt. Fifa-Boss Blatter musste sich Vorwürfe gefallen lassen, wonach bei seiner Wahl 1998 und 2002 nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Zudem war die Überraschung groß, als sich der Neuseeländer Charles Dempsey, damals Präsident des Ozeanischen Fußball-Verbandes, bei der WM-Vergabe 2006 der Stimme enthalten hatte - hatte er doch zuvor zugesichert, für Südafrika zu stimmen. Der Profiteur von Dempseys Entscheidung war Deutschland.

USA ziehen Kandidatur zurück

Die USA hatten ihre Bewerbung um die WM 2018 erst am Freitag zurückgezogen, um sich voll auf die Kandidatur für 2022 zu konzentrieren - zumal die Fifa durchblicken ließ, dass sie das Turnier in acht Jahren in Europa ausrichten will. Im Rennen um die WM 2018 sind noch die Bewerbungen von England, Russland sowie den Kandidaten-Duos Spanien/Portugal und Niederlande/Belgien.

Für 2022 haben außer den USA auch Japan, Südkorea, Australien und Katar Ambitionen. Die Fifa-Exekutive wird ihre Entscheidung über die Vergabe beider Weltmeisterschaften am 2. Dezember in Zürich treffen.

WM-Comic

Wie Blatter entscheidet