Fußball und Rassismus:Guardiolas emotionaler Appell

Der Trainer von ManCity äußert sich gesellschaftspolitisch. Ein deutscher Ex-Nationalspieler schafft Großes in Italien. Den Basketballern des FC Bayern droht das Aus beim Finalturnier.

Meldungen im Überblick

Fußball, England: Pep Guardiola hat sich mit emotionalen Worten gegen Rassismus und Diskriminierung von Schwarzen ausgesprochen. "Wir sollten tausend Millionen Nachrichten an die schwarzen Menschen schicken. Seit mehr als 400 Jahren tun wir das diesen liebevollen Menschen an", sagte der Spanier nach dem 3:0 (1:0) seines Teams Manchester City gegen den FC Arsenal zu Sky UK: "Ich bin beschämt darüber, was die weißen Menschen den Schwarzen angetan haben." Beim Restart der Premier League waren Spieler und Trainer aller vier am Mittwoch im Einsatz befindlichen Teams vor dem Anpfiff auf die Knie gegangen, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

"Wie kommen die Leute darauf, dass sie anders sind, nur weil man mit einer anderen Hautfarbe geboren ist? All diese Gesten sind gut und positiv. Alles, was wir tun, um klarzumachen, dass das nicht akzeptabel ist", sagte der frühere Bayern-Trainer Guardiola. City-Angreifer Raheem Sterling sah in der Aktion der englischen Topliga einen "massiven Schritt", es zeige, dass man "in die richtige Richtung" gehe. Zuletzt hatte es weltweit Proteste und Aktionen gegen Rassismus gegeben, nachdem der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA ums Leben gekommen war.

Fußball, Italien: Der SSC Neapel um den Ex-Leipziger und Nationalspieler Diego Demme hat im Elfmeterschießen gegen Juventus Turin zum sechsten Mal in seiner Geschichte den italienischen Pokal gewonnen. Nach dem 0:0 in der regulären Spielzeit verfehlte Turin am Mittwochabend im wegen der Corona-Krise leeren Stadio Olimpico von Rom die beiden ersten Versuche vom Punkt und verlor am Ende 2:4. Cristiano Ronaldo durfte gar nicht mehr antreten, nachdem zuvor Paulo Dybala an Neapels Torwart Alex Meret gescheitert war und Danilo den Ball über das Tor geschossen hatte.

In der regulären Spielzeit hatte das von Gennaro Gattuso trainierte Neapel schon einige gute Chancen auf den Siegtreffer, scheiterte aber jedes Mal an Gianluigi Buffon - zuletzt in der Nachspielzeit mit einem Kopfball von Nikola Maksimovic, den Buffon sensationell gerade so vor der Linie abwehrte. Dennoch reichte Juve diese Glanztat nicht. Die Chance auf das Triple aus Meisterschaft, Champions League und Pokal ist damit hin. In der Liga ist Turin Tabellenführer. Neapel liegt vor dem Wiederbeginn der Serie A am Wochenende auf Rang sechs.

2. Bundesliga, Aufstiegskampf: Dank einer famosen Reaktion ist dem VfB Stuttgart ein wichtiger Schritt in Richtung der angestrebten Rückkehr in die Fußball-Bundesliga geglückt. Eine umgekrempelte VfB-Elf besiegte den SV Sandhausen am Mittwochabend klar mit 5:1 (4:0). Damit schoben sich die Stuttgarter im Aufstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga wieder am Hamburger SV vorbei auf Rang zwei. Einen Punkt Vorsprung vor dem Hamburger SV auf dem Relegationsrang und drei Zähler mehr als der 1. FC Heidenheim auf dem Nicht-Aufstiegsrang vier nehmen die Schwaben mit in die beiden abschließenden Spieltage. Beide Konkurrenten hatten am Dienstag nur Remis gespielt und dem VfB damit eine Vorlage gegeben.

Von Beginn an zeigten sich die Gastgeber motiviert, diese Ausrutscher zu nutzen. Mit gleich sechs neuen Spielern im Vergleich zum 1:2-Rückschlag im Derby beim Karlsruher SC in der Startelf überraschte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo - und wurde belohnt. Nach einem witterungsbedingt um eine Viertelstunde verschobenen Anpfiff trafen Nicolas Gonzalez (12. Minute/31./Foulelfmeter), Gonzalo Castro (20.), Tim Kister per Eigentor (28.) und Hamadi Al Ghaddioui in der Nachspielzeit. Enrique Peña Zauner verkürzte für den SVS (68.), der den Klassenerhalt trotzdem nun auch rechnerisch sicher hat.

Hannover 96 hat indes ein einseitiges Nordduell mit dem FC St. Pauli gewonnen. Die Niedersachsen besiegten die Hamburger am Mittwochabend nach Toren von Marvin Ducksch (6.), Hendrik Weydandt (17.), Genki Haraguchi (61.) und Cedric Teuchert (80.) mit 4:0 (2:0). Die Serie von jetzt neun Heimspielen ohne Niederlage geriet gegen schwache Gäste nie in Gefahr. Im Abstiegskampf steckt der Karlsruher SC nach dem 1:2 bei Jahn Regensburg auf dem Relegationsrang fest. Der VfL Bochum bleibt nach dem 2:1 (2:0)-Erfolg bei Erzgebirge Aue im oberen Tabellendrittel.

Basketball, BBL: Dem deutschen Basketball-Meister Bayern München droht beim Bundesliga-Finalturnier das frühe Aus. Der Gastgeber verlor sein Viertelfinal-Hinspiel gegen Geheimtipp MHP Riesen Ludwigsburg mit 83:87 (42:36) und steht vor dem Rückspiel am Freitag gehörig unter Druck. Bereits für die Runde der letzten Vier planen kann dagegen ratiopharm Ulm nach einem klaren 101:61 (57:30) gegen die Frankfurt Skyliners.

Die schon in der Gruppenphase zweimal geschlagenen Bayern begannen im leeren Münchner Audi Dome nervös und lagen nach dem ersten Viertel mit 15:21 zurück, kamen bis zur Pause aber zurück. In der Folge entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Im letzten Abschnitt führten die Bayern noch mit 75:69, ehe die Gäste aufdrehten. München muss somit im Rückspiel mit fünf Punkten Vorsprung gewinnen. Topscorer der Bayern war Danilo Barthel mit 20 Punkten vor TJ Bray (12). Bei den Gästen überragte Hans Brase mit 18 Zählern.

Leichtathletik, Prozess: Im Korruptionsprozess gegen den früheren Präsidenten des Leichtathletik-Weltverbandes Lamine Diack in Paris hat die Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von vier Jahren gefordert. Zudem wurde eine maximale Geldstrafe von 500 000 Euro für den ehemaligen IAAF-Chef verlangt, wie die französische Finanzstaatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Diack solle außerdem jegliche professionelle Aktivität in Verbindung mit Sport verboten werden, beantragte die Staatsanwaltschaft. Der 87-jährige Senegalese ist wegen Betrugs, Korruption, Veruntreuung und Geldwäsche angeklagt. Einem früheren Bericht zufolge räumte Diack in weiten Teilen ein, entschieden zu haben, Disziplinarverfahren gegen gedopte russische Athleten zurückzusetzen. Es sei ihm vor allem um die finanzielle Gesundheit des Weltverbandes IAAF (heute World Athletics) gegangen.

Durch die Verzögerung konnten Athleten unter anderem noch an den Olympischen Spielen 2012 in London teilnehmen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll Lamine Diack, der von 1999 bis 2015 IAAF-Chef war, direkt oder indirekt 3,45 Millionen Euro (3,9 Millionen Dollar) von Athleten, die des Dopings verdächtigt waren, erpresst haben. Ebenfalls vor Gericht in Paris stehen Diack Sohn Papa Massata als Drahtzieher im Hintergrund sowie der Anwalt Habib Cisse und der frühere Leiter der Anti-Doping-Abteilung der IAAF, Gabriel Dolle. Wann genau das Urteil gegen Diack gesprochen wird, stand zunächst nicht fest.

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