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Fußball-Transfers:Schalke trennt sich von Weinzierl

VfL Wolfsburg - FC Augsburg

Es ist Schluss auf Schalke für Trainer Markus Weinzierl.

(Foto: Peter Steffen/dpa)

Manager Heidel hat den Trainer über sein Aus informiert, sein Nachfolger kommt wohl aus Aue. Bayer Leverkusen wird ebenfalls einen neuen Trainer vorstellen. Julian Nagelsmann verlängert in Hoffenheim, Willy Sagnol kehrt zum FC Bayern zurück.

Bundesliga, Schalke: Fußball-Bundesligist Schalke 04 trennt sich nach nur einer Spielzeit von Trainer Markus Weinzierl. Der 42-Jährige, im vergangenen Sommer vom FC Augsburg gekommen, wurde nach SZ-Informationen am Freitagmorgen bereits über sein Aus informiert. Der Aufsichtsrat muss die Trennung noch bestätigen. Nachfolger soll der 31-jährige Domenico Tedesco vom Zweitligisten Erzgebirge Aue werden.

Manager Christian Heidel hatte nach dem enttäuschenden zehnten Tabellenplatz harsche Kritik an seinem Wunschtrainer Weinzierl geäußert und ein klares Spielsystem vermisst. "Die Entwicklung hat überall stattgefunden, nur nicht auf dem Spielfeld", hatte der Sportvorstand bei seiner Saisonanalyse gesagt und ein "klares Konzept" gefordert. Allerdings sah es zunächst so aus, als wollte er weiter mit dem früheren Augsburger zusammenarbeiten. Er wolle "das Thema überhaupt nicht aufmachen", hatte Heidel gesagt. Offenbar konnte Weinzierl, für den Schalke eine geschätzte Ablösesumme von vier Millionen Euro gezahlt hatte, ihn aber nicht überzeugen. Der Vertrag des Niederbayern bei den Gelsenkirchenern lief bis 2019.

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Tedesco, früherer Jugendtrainer des VfB Stuttgart und von 1899 Hoffenheim, hatte Aue in fast aussichtsloser Lage übernommen und noch zum Klassenerhalt geführt. Dabei hatte er einen Punkteschnitt von 1,82 pro Spiel erreicht. Der Deutsch-Italiener gilt als großes Trainer-Talent und schloss die Ausbildung zum Fußballlehrer als Jahrgangsbester mit der Note 1,0 noch vor Hoffenheims Bundesliga-Coach Julian Nagelsmann ab.

Bundesliga, Leverkusen: Die Trainersuche des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen hat ein Ende. Die Werkself wird am Freitagmittag ihren neuen Coach präsentieren. Am Vormittag lud Bayer formlos zu einer Pressekonferenz um 13 Uhr. Wie Bild, der Sender Sky und das Magazin kicker berichten, wird Heiko Herrlich (45) die Werkself übernehmen. Der Ex-Nationalstürmer und frühere Bayer-Spieler (1989 bis 1993) hatte erst vor rund zwei Wochen Jahn Regensburg in die 2. Bundesliga geführt. Eine Bestätigung stand zunächst noch aus. Europacup-Dauergast Leverkusen hatte die abgelaufene Saison auf dem enttäuschenden zwölften Platz beendet. Nach der Entlassung von Trainer Roger Schmidt im März stellte sich auch unter Interims-Nachfolger Tayfun Korkut kein nachhaltiger Erfolg ein.

Bundesliga, Hoffenheim: Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim hat die Verträge mit seinem Erfolgstrainer Julian Nagelsmann und seinem Sportdirektor Alexander Rosen vorzeitig um mehrere Jahre verlängert. Nagelsmann unterschrieb einen neuen Kontrakt, der bis 2021 gültig ist. Rosen band sich bis2020 an die TSG. Beide Personalien gab der Verein am Freitagvormittag bekannt. "Ich verspüre große Lust und Vorfreude auf die bevorstehenden Herausforderungen", sagte Nagelsmann, der die Hoffenheimer im Februar 2016 als jüngster Trainer der Bundesliga-Geschichte auf dem vorletzten Tabellenplatz übernommen hatte und dann in der abgelaufenen Saison in die Champions-League-Qualifikation führte.

Er verspüre "große Lust und Vorfreude auf die bevorstehenden Herausforderungen", sagte Nagelsmann. Die Vertragsverlängerungen von ihm und Rosen seien "ein Meilenstein auf unserem eingeschlagenen Weg", sie seien starke Zeichen "an den Club, die Mannschaft sowie das Funktionsteam und ein Ausweis für Kontinuität und Stabilität".

Fußball, FC Bayern: Der langjährige Bayern-Profi Willy Sagnol kehrt zum deutschen Fußball-Meister Bayern München zurück und wird dort Assistent von Chefcoach Carlo Ancelotti. Der FC Bayern bestätigte die seit Tagen kursierende Meldung am Freitag offiziell. Der 40-Jährige, der zuletzt bis März 2016 als Trainer bei Girondins Bordeaux tätig war, erhält einen Zweijahresvertrag.Der frühere französische Nationalspieler, der von 2000 bis 2009 seine legendären Halbfeldflanken für die Bayern schlug und als Publikumsliebling galt, fühlt sich geehrt. "Dass Carlo Ancelotti, einer der besten und erfahrensten Trainer des Weltfußballs, sich für mich entschieden hat, macht mich glücklich", sagte er.

Der Posten des Assistenten war vakant, nachdem Paul Clement im Januar zum englischen Premier-League-Klub Swansea City gewechselt war. Ancelotti setzte seither verstärkt auf seinen Sohn Davide. Im langjährigen Münchner Hermann Gerland ist ihm mit der abgelaufenen Saison außerdem ein weiterer Zuarbeiter abhandengekommen - Gerland wird Leiter des neuen Nachwuchsleistungszentrums des FC Bayern.

Bundesliga, Wolfsburg: Nationalspieler Mario Gomez (31) bleibt dem Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg treu. Der Angreifer der Niedersachsen trägt auch in der Saison 2017/18 das Trikot der Wölfe. Dies teilte der VfL am Freitag mit. Gomez, der mit 16 Saisontoren maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt der Wölfe hatte, besitzt bei den Niedersachsen einen Vertrag bis 2019. "Trotz der sehr schwierigen Saison, in der wir alle unsere sportlichen Ziele verfehlt haben, habe ich das komplette Vertrauen in unsere Mannschaft, den Verein und die Fans. Ich habe mich daher aus voller Überzeugung entschieden, auch nächstes Jahr hier zu spielen", sagte Gomez: "Zudem weiß ich, dass ich mich hier in diesem Umfeld bestmöglich für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr vorbereiten kann."

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Wolfsburg will um Gomez nach der Last-Minute-Rettung in der Relegation eine neue Mannschaft aufbauen. Gomez sei "in den schwierigen Monaten, die hinter uns liegen, immer vorneweg gegangen und wurde so auch zu einem wichtigen Gesicht des VfL Wolfsburg", sagte VfL-Sportchef Olaf Rebbe nach einem Gespräch mit dem Stürmer: "Mario hat sich klar zum VfL bekannt, und wir alle freuen uns sehr, dass wir gemeinsam in der kommenden Saison neu angreifen können."

England, Manchester United: Zlatan Ibrahimovic muss den englischen Fußball-Rekordmeister Manchester United nach nur einer Saison wieder verlassen. Das berichten verschiedene englische Medien übereinstimmend. Demnach will Teammanager José Mourinho den großen Schweden von der Gehaltsliste haben, um seinen Wunschstürmer Álvaro Morata (24) zu finanzieren. Der Angreifer von Real Madrid soll 70 Millionen Euro Ablöse kosten. Mit einem ersten Angebot über 60 Millionen Euro ist United bereits abgeblitzt. Ibrahimovic (35) war bis zu seiner schweren Knieverletzung Manchesters Topstürmer, kam in 46 Pflichtspielen auf 28 Tore. Allerdings dürfte er erst im kommenden Frühjahr wieder spielen können. "Viele Klubs haben wegen Zlatan angefragt", sagte sein Agent Mino Raiola bereits, "er kann noch zwei weitere Jahre spielen und wird in Europa bleiben, zu 100 Prozent."

Bundesliga, Bremen: Der deutsche U21-Nationalspieler Serge Gnabry wird Werder Bremen nach nur einer Saison wieder verlassen. Gnabry mache von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch, teilte der Fußball-Bundesligist am Donnerstag mit. "Serge hat uns mitgeteilt, dass er nach seinem ersten Jahr bei Werder, das für ihn sehr gut gelaufen ist, gerne den nächsten Schrittin seiner Karriere machen möchte", erklärte Geschäftsführer Frank Baumann. Auch Trainer Alexander Nouri bedauert den Wechsel: "Natürlich ist es schade, dass uns mit Serge ein absoluter Leistungsträger verlässt, der eine außerordentlich positive Entwicklung genommen und der Mannschaft mit starken Leistungen enorm geholfen hat."

Wohin der 21-Jährige wechselt, wurde zunächst nicht bekannt. Zuletzt war über einen Wechsel innerhalb der Bundesliga zu 1899 Hoffenheim spekuliert worden. Er behalte "Werder im Herzen", wurde Gnabry auf der Internetseite der Bremer zitiert. "Mein Weg geht aber woanders weiter. Dazu sage ich zu einem anderen Zeitpunkt mehr." Gnabry kam im Sommer 2016 vom FC Arsenal zu Werder.