bedeckt München

Fußball-Transfers:Ronaldos Berater prahlt mit 300-Millionen-Angebot aus China

Jorge Mendes und Cristiano Ronaldo

Spielerberater Jorge Mendes (links) und Weltfußballer Cristiano Ronaldo: Wer von beiden besitzt wohl mehr Geld?

(Foto: dpa)

Doch selbstverständlich sei Geld nicht alles, sagt Jorge Mendes. Ausgerechnet.

Mit einem astronomischen Angebot soll ein chinesischer Fußball-Klub angeblich um Cristiano Ronaldo von Real Madrid werben. Im Raum stehe eine Ablösesumme von 300 Millionen und ein Jahresgehalt von mehr als 100 Millionen Euro, erklärte Ronaldos Berater Jorge Mendes im italienischen Ableger des TV-Senders Sky Sports. Die Erfolgsaussichten für die vermeintliche Offerte seien jedoch gering. Mendes betonte, es sei unmöglich, den 31 Jahre alten Torjäger aus Portugal zu verpflichten.

"Geld ist nicht alles. Real Madrid ist sein Leben", sagte Mendes. Der chinesische Markt sei ein neuer Markt. "Sie können eine Menge Spieler kaufen, aber noch einmal: Es ist unmöglich, sich um Ronaldo zu bemühen. Cristiano ist der beste Spieler der Welt und der Geschichte. Es ist normal, einige Angebote zu haben." Welcher Klub das Angebot abgegeben haben soll, teilte Mendes nicht mit.

Mendes' Spieleragentur Gestifute war zuletzt unter Beschuss geraten, weil die Enthüllungsplattform Football Leaks einige Spieler daraus bezichtigte, mit Steuertricks Millionen Euro unterschlagen zu haben. Darunter sind unter anderem Ricardo Carvalho, Trainer José Mourinho und auch Ronaldo. Das Medienkonsortium EIC, dem in Deutschland das Magazin Der Spiegel angehört, hatte zuletzt ausführlich darüber berichtet.

Ronaldo soll Vermögenswerte von 227,2 Millionen Euro besitzen

"Der Urheber des Plans, die Steuerbehörden zu umgehen", nennt ihn die spanische Zeitung El Mundo, die zu EIC gehört - und schreibt von der "Mendes-Methode." Tatsächlich schleusten dessen Klienten einen großen Teil ihrer Werbeeinnahmen durch Firmen, die in entlegenen Steuerparadiesen angesiedelt sind - möglicherweise floss das Geld so am spanischen Fiskus vorbei. Bei Ronaldo ist von Einnahmen in angeblich dreistelliger Millionen-Euro-Höhe die Rede, die über Gesellschaften in Irland abgewickelt worden sein sollen, die von Mendes kontrolliert werden. Und dann über eine Briefkastenfirma auf den British Virgin Islands auf ein Schweizer Nummernkonto wanderten. Völlig legal, wie Ronaldos Managementfirma beteuert. Kurz nach den Veröffentlichungen legte Ronaldo sein Vermögen offen. Demnach soll er Vermögenswerte von 227,2 Millionen Euro besitzen.

Sein Berater Jorge Medes gibt sonst sehr selten Interviews in Medien, vielleicht hat ihn das gigantische PR-Desaster nun dazu bewogen, öffentlich ein wenig zu prahlen.

Erst am Donnerstag war ja der Wechsel von Stürmer Carlos Tevez aus Argentinien nach China bekanntgegeben worden. Wie der Klub Shanghai Shenhua mitteilte, verpflichtet er den 32-Jährigen für eine Ablösesumme von elf Millionen Dollar von dessen bisherigem Verein Boca Juniors aus Buenos Aires.

Shanghai Shenhua zahlt Tevez nach Verlautbarungen das Rekord-Gehalt von versteuerten 33 Millionen Euro im Jahr. Das sind rund 700 000 Euro in der Woche. Kein Lionel Messi und auch kein Cristiano Ronaldo verdienen so viel.

Dabei hatte Tevez nach der Rückkehr nach Buenos Aires zu Boca Juniors gesagt: "Mit Geld kann man kein Glück kaufen." Er war auf seine Stationen in Italien und England angesprochen worden, wo er mehr verdiente, sich aber nach eigener Aussage auch fremd gefühlt habe.

© SZ/dpa/hum/fued

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite