Der Brasilianer Paulo Maocyr Barbosa Nascimento gehörte zwar während seiner Karriere nicht zu den verrückten Vögeln - verrückt ist eher, was mit ihm nach einem verlorenen Spiel passierte. Es war bei der WM 1950, die brasilianische Nationalelf unterlag in der Finalrunde überraschend gegen Uruguay. Barbosa wurde die Schuld am Siegtreffer durch Alcides Ghiggia gegeben, er galt noch Jahre später in Brasilien als Persona non grata.

So soll bei der WM 1994 der damalige Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira seinem Torhüter Claudio Taffarel verboten haben, Kontakt zu Barbosa zu haben. Beim WM-Spiel gegen Uruguay verwies ihn ein brasilianischer Funkionär des Stadions mit den Worten: "Schafft ihn fort, er bringt nur Pech!" Barbosa kommentierte sein Schicksal so: "In Brasilien sieht das Gesetz 30 Jahre Haft für einen Mord vor. Es ist weit mehr als diese Zeit seit dem Finale von 1950 vergangen und ich fühle mich noch immer eingekerkert."

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15. Dezember 2009, 13:242009-12-15 13:24:00 ©