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Fußball:Spielerberater verdienen in vier Jahren über eine Milliarde Euro

Jorge Mendes und Cristiano Ronaldo

König der Berater: Jorge Mendes (links) und sein Klient Cristiano Ronaldo.

(Foto: dpa)

Das ist das Ergebnis einer Studie des Fußballverbandes Uefa. Der ehemalige Weltfußballer Ronaldinho beendet nun offiziell seine Karriere.

Fußball: Die Spielerberater und Agenturen haben im Zeitraum von 2013 bis 2017 1,27 Milliarden Euro im Transfergeschäft verdient. Das geht aus dem aktuellen Vergleichsbericht der Europäischen Fußball-Union (Uefa) hervor. Untersucht wurden rund 2000 Transfers, bei denen die Berater insgesamt 12,6 Prozent der Ablösesumme verdienten. In Deutschland bekamen die Agenten durchschnittlich 15 Prozent des Gesamtbetrages. An den 96 "großen" Transfers im Sommer 2017 (Ablösesummen über 15 Millionen Euro) waren mehr als 70 Berater und Agenturen beteiligt.

Fußball: Brasiliens Fußball-Altstar Ronaldinho hat seine aktive Karriere im Alter von 37 Jahren endgültig beendet. Das teilte der Bruder und Manager des Weltmeisters von 2002 am Dienstag (Ortszeit) mit. "Er hat aufgehört, es ist definitiv vorbei", wurde Roberto de Assis Moreira in brasilianischen Medien zitiert. Sein letztes Match hatte der zweimalige Weltfußballer 2015 für den brasilianischen Club Fluminense Rio de Janeiro bestritten. In Europa spielte er unter anderem für Paris Saint-Germain, den FC Barcelona und AC Mailand. "Camp Nou's immer lächelnder Magier. Danke für alles!", twitterten die Katalanen über einem Bild Ronaldinhos im Barça-Trikot. Mit dem spanischen Spitzenclub hatte Ronaldinho 2006 die Champions League und 2005 und 2006 die Meisterschaft gewonnen. Zum Weltfußballer wurde er 2004 und 2005 gewählt. Nach der Weltmeisterschaft in Russland seien noch Abschiedsspiele in Brasilien, Europa und Asien geplant, sagte de Assis Moreira.

Fußball: Bundesligavereine dürfen Profifußballern auch künftig befristete Verträge geben. Das urteilte das Bundesarbeitsgericht am Dienstag in Erfurt im seit 2014 schwelenden Rechtsstreit zwischen Ex-Torhüter Heinz Müller und dem FSV Mainz 05. "Vom Fußball werden sportliche Höchstleistungen erwartet, man kann nicht davon ausgehen, dass diese bis zum Rentenalter zu erbringen sind", sagte die Vorsitzende Richterin Edith Gräfl bei der Verhandlung.

Die Zeitverträge, welche die Clubs den Lizenzspielern für zwei oder mehr Jahre ausstellen, seien durch die Eigenart ihrer Arbeitsleistung gerechtfertigt, hieß es. Die Bundesrichter fällten damit das erste Grundsatzurteil zum Arbeitsrecht im Spitzenfußball und bewahrten das umstrittene Vertragssystem der Bundesliga vor radikalen Veränderungen. Diese waren nach einem ersten Urteil das Arbeitsgerichts Mainz im Fall Heinz Müller befürchtet worden. Der inzwischen 39 Jahre alte frühere Keeper scheitere vor dem Bundesarbeitsgericht mit seiner Forderung, die Befristung eines 2012 abgeschlossenen Vertrages mit Mainz 05 für unwirksam zu erklären.

Bundesliga: Der abstiegsbedrohte 1. FC Köln hat den französischen zentralen Mittelfeldspieler Vincent Koziello verpflichtet. Der 22-Jährige wechselt vom Lucien-Favre-Club OGC Nizza zu den Rheinländern und bekommt nach Vereinsangaben vom Montag einen Vertrag bis 2022. Als Ablösesumme sind rund 3,5 Millionen Euro im Gespräch. Koziello war schon am Sonntag Augenzeuge beim Kölner 2:1-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach.Koziello ist in der Winter-Transferperiode der zweite Zugang des Tabellenletzten nach Simon Terodde. Der zweimalige Zweitliga-Torschützenkönig war am 20. Dezember vom Ligakonkurrenten VfB Stuttgart verpflichtet worden und hat einen Kontrakt mit dem FC bis 30. Juni 2021. Der 29-Jährige hatte gegen Mönchengladbach in letzter Sekunde das 2:1-Siegtor geköpft.

Formel 1: Für Pascal Wehrlein ist 2018 in der Formel 1 kein Platz mehr. Der englische Rennstall Williams hat am Dienstag das letzte freie Cockpit in der Königsklasse an den Russen Sergej Sirotkin (22) vergeben. Der 19-jährige Kanadier Lance Stroll war nach einer ordentlichen Rookie-Saison als zweite Stammfahrer bereits bestätigt worden.

Damit starten 2018 erstmals seit 22 Jahren nur zwei Deutsche in eine Formel-1-Saison. 1996 waren Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen dabei, nun sind nur noch Sebastian Vettel (Ferrari) und Nico Hülkenberg (Renault) übrig.

Wehrlein bleibt damit in der Formel 1 nur die Rolle des Ersatzfahrers beim Weltmeisterteam Mercedes. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass der frühere DTM-Champion in der Saison 2018 parallel in einer anderen Rennserie an den Start geht. Es sei für ihn "nicht vorstellbar", im kommenden Jahr keine Rennen zu fahren, hatte Wehrlein zuletzt gesagt - und immer wieder betont, die Hoffnung auf ein Stammcockpit in der Königsklasse nicht aufzugeben. Wehrlein debütierte 2016 für Manor in der Formel 1. Nach der Insolvenz des Rennstalls wechselte er zur Saison 2017 zu Sauber. In 39 Formel-1-Rennen ergatterte Wehrlein sechs WM-Punkte.

Handball, Europameisterschaft: Handball-Bundestrainer Christian Prokop holt bereits zum dritten Spiel bei der EM in Kroatien Europameister Finn Lemke überraschend zurück in seinen Kader. Lemke wird Bastian Roscheck ersetzen, wie Prokop am Dienstag in Zagreb ankündigte. "Finn Lemke wird anreisen und uns im entscheidenden Spiel gegen Mazedonien unterstützen." Lemke sei in der Nacht informiert worden und werde noch am Dienstagabend in Zagreb zum Team stoßen. "Ich möchte der Abwehr noch mal mehr Körperlichkeit geben", begründete der 39-jährige Prokop die Nominierung des 2,10 Meter großen Lemke. Der Bundestrainer darf während der EM-Vorrunde zweimal nachnominieren.

Dass Prokop den Abwehrchef der erfolgreichen EM-Auswahl von 2016 ursprünglich zu Hause gelassen hatte, hatte im Vorfeld für große Diskussionen gesorgt. Am Mittwoch (18.15 Uhr/ARD) trifft die DHB-Auswahl im letzten Vorrundenspiel auf Mazedonien.

© SZ.de/sid/dpa/tbr

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