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Fußball:Schmerzhafte Strafe für Lionel Messi

WM-Qualifikation: Argentinien - Chile

Wegen ausfälliger Bemerkungen gegenüber einem Linienrichter für vier Spiele gesperrt: Argentiniens Kapitän Lionel Messi (r.).

(Foto: dpa)
  • Die Fifa sperrt Argentiniens Kapitän für vier Spiele.
  • Der Offensivspieler war im Duelle WM-Qualifikationsduell gegegn Chile gegenüber dem Linienrichter ausfällig geworden.
  • Für Argentinien wiegt der Ausfall des Kapitäns schwer, da die WM-Tickets in Südamerika bisher extrem umkämpft sind.

Von Javier Cáceres

Der WM-Zweite von 2014, Argentinien, muss in der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 einen herben Rückschlag hinnehmen. Wenige Stunden vor dem Qualifikationsspiel in Bolivien, das in der Nacht zum Mittwoch in La Paz stattfinden sollte, wurde Argentiniens Kapitän Lionel Messi (FC Barcelona) vom Weltverband Fifa per sofort für vier Spiele gesperrt. Grund: ausfällige Bemerkungen gegenüber einem Linienrichter in der 1:0 gewonnenen Partie vom Donnerstag gegen Chile. Damit würde Messi bei fünf verbleibenden Spielen für fast die gesamte verbleibende Qualifikation in Südamerika ausfallen.

Messi war in der Schlussphase gegen Chile mit dem Linienrichter aneinandergeraten - offenbar wegen eines Foulspiels eines Chilenen. Die Injurien Messis waren zwar nicht im Spielbericht des brasilianischen Referees festgehalten worden. TV-Aufnahmen belegten aber zweifelsfrei, dass Messi den Schiedsrichter-Assistenten wutentbrannt und wiederholt zurück in den Schoß seiner Mutter gewünscht hatte. Dies ist eine in Südamerika durchaus gängige Form der Beleidigung, die aufgrund der Wortwahl an Obszönität kaum zu überbieten ist.

Messis Sperre trifft Argentinien hart

Der brasilianische Linienrichter erklärte zwar, dass er die Beleidigungen nicht verstanden habe, da er des Spanischen nicht mächtig sei. Allerdings wurde die Fifa von Amts wegen tätig - und sperrte Messi schmerzhaft lange.

Für Argentinien wiegt der Ausfall des Kapitäns umso schwerer, als die WM-Tickets in Südamerika extrem umkämpft sind. Argentinien lag nach dem Sieg gegen Chile, der durch einen schmeichelhaften, von Messi verwandelten Foulelfmeter zustande kam, auf dem dritten Tabellenplatz. Der Vorsprung auf die Tabellenränge, die ein fast beispielloses Scheitern der Argentinier bedeuten würden, ist allerdings gering. Wie sehr Lionel Messi seiner Mannschaft fehlen wird, liegt sportlich auf der Hand. Mit ihm holten die Argentinier in der laufenden WM-Qualifikationsrunde bis zum Bolivien-Spiel 83 Prozent der möglichen Punkte, ohne ihn nur 33 Prozent.

© SZ vom 29.03.2017/chge
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