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Zweitliga-Relegation:Mit Feuerwerk und seherischen Fähigkeiten

27.05.2021 - Fussball - Saison 2020 2021 - 2. / 3. Fussball - Bundesliga - Relegation Aufstieg Abstieg - Hinspiel: FC In

Das Rückspiel kann kommen: Dem eingewechselten Dennis Eckert Ayensa glückt Treffer Nummer drei für Ingolstadt.

(Foto: Wolfgang Zink/imago)

Der FC Ingolstadt gewinnt das Relegations-Hinspiel in überzeugender Manier gegen den VfL Osnabrück - und ist der Rückkehr in Liga zwei nun ganz nahe.

Von Johannes Kirchmeier, Ingolstadt

Daheim ist es am schönsten. Dieser in Zeiten der Pandemie nicht nur aus Vernunftgründen fast schon mantraartig verwendete Spruch ist auch die Devise des FC Ingolstadt 04 in dieser Fußball-Saison 2020/21. Als stärkste Heimmannschaft der Liga schafften die Oberbayern in der dritten Spielklasse Tabellenrang drei und erreichten die Relegation um einen Zweitliga-Platz in der kommenden Spielzeit gegen den VfL Osnabrück. Wo sich dann herausstellte, wie sehr die Ingolstädter den Spruch in den vergangenen Monaten verinnerlicht haben: 3:0 (2:0) besiegten sie die Niedersachsen in einer dem Ergebnis entsprechend überzeugenden Manier beim Hinspiel am Donnerstagabend.

Die Zweitliga-Rückkehr nach zwei Jahren Abstinenz ist so schon vor dem Rückspiel an der Bremer Brücke am Sonntag (13.30 Uhr) nahe für die Ingolstädter. "Das war eine tadellose Leistung", sagte der FCI-Trainer Tomas Oral. "Aber wir müssen konzentriert und demütig bleiben. Osnabrück ist noch der Zweitligist."

Bereits vor der Partie zündeten - wie inzwischen ja Republik-weit fast schon üblich - einige Fans vor dem Stadion das erste Feuerwerk. Unüblich war dann allerdings die Reaktion darauf: Im Sportpark gab es von 250 Zuschauern Applaus. Erstmals seit Oktober durften wieder Anhänger mit dabei sein: Mit "Steht auf, wenn ihr Schanzer seid!" fingen sie an, um sich selbst wieder etwas einzugrooven im ungewohnten Umfeld. Nach kumulierten "Ingolstadt"-Rufen ertönte am Ende aus den Kehlen: "Kämpfen bis zum Ende. Für die zweite Liga. FCI!"

Das taten die Ingolstädter trotz ihrer Relegationstraumata, den beiden so knappen wie bitteren Niederlagen gegen Wehen Wiesbaden 2019 und Nürnberg 2020, tatsächlich wieder von Beginn an. Den Ball überließen sie zwar meist den Gästen, doch so konnten sie nur umso zielgerichteter kontern. Bereits in der zweiten Minute schickten sie den Angreifer Stefan Kutschke in den Strafraum, was zur ersten Ecke führte.

"Wer es ist, ist mir egal. Hauptsache, wir haben diesen Helden", sagt FCI-Trainer Tomas Oral

Fast schon seherische Fähigkeiten bewies Oral nicht nur mit seiner Aufstellung. Vor der Partie wurde er auch nach einem möglichen Relegationshelden gefragt: "Wer es ist, ist mir egal. Hauptsache, wir haben diesen Helden", sagte er zwar abschließend dazu. Doch davor nannte er die Namen Bilbija, Paulsen, Schröck, Caiuby oder Eckert Ayensa. Die erste Ecke also führte Marc Stendera aus, er trat sie zum Sechser Robin Krauße, der sie an den zweiten Pfosten verlängerte. Dort grätschte der genannte Tobias Schröck ins Bild und lenkte den Ball zum 1:0 ins Tor (2. Minute). Auf den Start nach Maß folgten Chancen durch Fatih Kaya, der bereits beim 3:1 im letzten Ligaspiel gegen den TSV 1860 München überzeugte (18., 28.).

Er hatte seine Füße dabei so gut kalibriert, dass er nach einer flachen Flanke von Filip Bilbija in den VfL-Fünfmeterraum direkt das 2:0 erzielte (35.). Kayas zweites Tor verhinderte kurz darauf nur die Reaktion des Osnabrücker Torwarts Philipp Kühn (42.). "Die Mannschaft hat den Willen an den Tag gelegt, den du in so einem Spiel brauchst", fand Oral bei Dazn.

Nach der klaren Führung in der ersten Hälfte entwickelte sich nach der Pause eine unruhigere, hakeligere Partie, in der endlich auch der Zweitligist zu einer Chance kam: Ludovit Reis zielte drüber (52.). Auf der anderen Seite scheiterte dann der Linksverteidiger Dominik Franke nach einem Ballgewinn im gegnerischen Strafraum (!) an der Querlatte (72.). Nicht einmal zehn Minuten darauf zielte ein anderer von Oral genannter und eingewechselter Held genauer: Dennis Eckert Ayensa setzte sich nach einem langen Ball von Stendera im Laufduell gegen Timo Beermann durch und lupfte die Kugel anschließend kühn über Kühn hinweg zum Endstand ins Tor (81.).

Damit schwindet die Osnabrücker Chance auf den Klassenverbleib auf ein Minimum. Hoffnung könnte den Niedersachsen noch machen, dass die Ingolstädter auswärts nur die zehntstärkste Mannschaft der dritten Liga waren. Aber da gibt es ja noch die vermaledeite eigene Bilanz: Osnabrück war in dieser Saison das schlechteste Heimteam der zweiten Liga.

© SZ/lein
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