Fußball-Regionalliga:Schmerzhafter Umbruch

v.li.: Trainer Sandro Wagner (Unterhaching) herzt Christoph Ehlich (Unterhaching, 33) nach dessen Auswechslung, 23.07.2

Pädagogisch wertvoll: Unterhachings Trainer Sandro Wagner verteilte nach der Niederlage gegen Burghausen viel Lob. Hier herzt er den ausgewechselten Christoph Ehlich.

(Foto: Sven Leifer/imago)

Die SpVgg Unterhaching und Trainer Sandro Wagner warten auch nach zwei Regionalligaspielen noch auf den ersten Sieg.

Von Stefan Galler, Unterhaching

Die Anhänger der SpVgg Unterhaching hatten ein feines Gespür dafür, was nach dem 1:2 (0:0) am Freitagabend gegen Wacker Burghausen zu tun war: Statt Pfiffen gab es für das junge Team, das nach dem 0:0 zum Regionalliga-Auftakt in Aubstadt abermals nicht gewinnen konnte, aufmunternde Worte von der Südtribüne. Damit trafen sie in etwa den Ton, den auch Hachings Trainer Sandro Wagner anschlug: "Kein Vorwurf an die Mannschaft. Wichtig ist, dass wir in den Spiegel schauen können, mit der Spielanlage bin ich super zufrieden", sagte der 33-Jährige. Der Umbruch, den man eingeleitet habe, brauche Zeit: "18 Spieler sind weg, 18 Neue sind da. Das alles geht nicht von jetzt auf gleich."

Eine Aussage, die fast baugleich von Stephan Hain zu vernehmen war. Dem Torjäger gelang der erste Saisontreffer für die SpVgg, doch sein Kopfball zum 1:2 kam zu spät für eine Wende: "So haben wir uns das natürlich nicht vorgestellt. Aber der Umbruch ist da, wir haben viel Qualität verloren, das kompensiert man nicht von heute auf morgen", so Hain. Somit muss der Drittliga-Absteiger das Spitzentrio Bayreuth (5:0 bei Greuther Fürth II), Bayern II (1:0 gegen Heimstetten) und Schweinfurt (5:1 gegen Rain) momentan aus einiger Distanz betrachten.

Wagner stellt Fortschritte fest, sein Team habe "mehr Mut, mehr Ruhe am Ball" gezeigt

Die Hachinger bezahlen noch Lehrgeld. Beide Burghauser Treffer fielen durch individuelle Schnitzer, beim 0:2 etwa spielte Timon Obermeier, 18, den Ball im eigenen Sechzehner in die Beine von Wacker-Angreifer Noah Agbaje. Dessen Schuss parierte SpVgg-Torwart Alexander Weidinger, doch dann traf Robin Ungerath im zweiten Versuch (67.). "Auch wenn wir durch zwei Fehler verloren haben, ist doch eine Entwicklung zu sehen", sagte Wagner. Im Vergleich zum Aubstadt-Spiel habe das Team "mehr Mut, mehr Ruhe am Ball" gezeigt und besser freie Räume gefunden. Außerdem hat Haching personell nachgebessert: In Verteidiger David Pisot, 34, der gegen Burghausen debütierte, Mittelfeldspieler Manuel Stiefler, 33, und Stürmer José Vunguidica, 31, kamen drei Routiniers, die helfen sollen, den Kindergarten zu führen und zu formen. "In meinem Leben hat sich harte Arbeit immer ausgezahlt, ich weiß nur nicht, wann das bei uns der Fall ist", sagte Wagner.

Auf der Gegenseite war die Laune nach dem Spiel naturgemäß bestens. "Ich freue mich ungemein", sagte Wacker-Trainer Leonhard Haas und lobte seinen Matchwinner Ungerath, der auch den ersten Treffer nach Ballgewinn und feiner Einzelleistung erzielt hatte (52.): "Er hat nicht die klassische Ausbildung in einem Nachwuchsleistungszentrum, aber er verfügt über einen unglaublichen Willen." In der Vorsaison hatte der 22-Jährige noch für Bayernligist Wasserburg gestürmt, wo er 2018/19 bereits mit Trainer Haas zusammenarbeitete. Ungerath schickte nach seinem Doppelpack einen Gruß an Sandro Wagner: "Er ist ein toller und witziger Fußballkommentator. Ihm eins auszuwischen - es gibt nichts Schöneres."

© SZ/lein
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