Fußball: Real Madrid:"Ribéry ist interesantísimo"

SZ: Das ist ja auch nicht der Punkt. Die Frage ist doch, einen ausgeglichen Kader zusammenzustellen. Und da...

Butragueño: ... aber wir fangen doch gerade erst an! Lassen Sie uns Zeit! Sie spielt doch schon für uns. Normalerweise wäre die Saison in Spanien noch gar nicht vorbei, durch den Confederations Cup ist der letzte Spieltag vom Juli vorverlegt worden. Zudem hat es keine Präsidentschaftswahlen gegeben ...

SZ: ...weil Pérez keinen Gegenkandidaten hatte, wurde er vor zwei Wochen zum Präsidenten bestimmt...

Butragueño: ... und wir haben also viel Zeit gewonnen, um die Mannschaft zusammenzustellen und alles zu beschleunigen. Die Saison 2009/2010 beginnt erst Ende August. Wenn Sie sehen, was Florentino Pérez in zehn Tagen auf die Beine gestellt hat, was meinen Sie wohl, wozu er - he, he, he - in zweieinhalb Monaten fähig ist? Ich kann ihnen versichern: Wir sind noch lange nicht fertig!

SZ: Wie fällt Ihre Analyse der ersten Pérez-Etappe von 2000 bis 2006 aus?

Butragueño: Die Vergangenheit ist dazu gut, sich am Schönen zu bereichern und aus dem Schlechten zu lernen. Sie ist nicht dafür da, dass wir jetzt alle beieinandersitzen und den ganzen Tag verflossene Zeiten analysieren. Hier hat eine neue Etappe begonnen. Wir gehen alle mit enormer Freude an die Arbeit. Der Madridismus ist mit den Transfers sehr zufrieden, ohne Frage. Die Fans sind begeistert. Wir haben damals in anderen Zusammenhängen gelebt, nun müssen wir uns neuen Umständen anpassen und in diesem Rahmen Entscheidungen treffen, um eine große Mannschaft zu bauen.

SZ: Woran denken Sie denn, wenn Sie von den negativen Dingen reden, aus denen man lernen müsse?

Butragueño: Wir sind nicht dafür da, öffentliche Kritik an der Vergangenheit zu äußern. Sie muss intern gemacht werden. Hier sind intelligente Leute am Werk, die große Erfahrung haben. Man muss sie arbeiten lassen - und sie an ihren Ergebnissen und Leistungen messen. Vielleicht können wir es dabei belassen: Pérez' damalige Amtszeit war eine große Epoche, die kein so gutes Ende fand. Wir sollten uns an den ersten Jahren orientieren und versuchen, alles zu vermeiden, was später verkehrt lief.

SZ: Die fußballerische Referenz des Sommers ist der FC Barcelona mit seinen drei Titeln. Korrekt?

Butragueño: Barcelona hat eine wundervolle Saison gespielt, ohne Zweifel.

SZ: Stehen diese enormen Investitionen nicht sinnbildlich für eine weitere Niederlage Real Madrids?

Butragueño: Der Klub hat die Situation analysiert und ist zu der Erkenntnis gekommen, dass eine beträchtliche Anstrengung unternommen werden muss. Florentino Pérez hat das bereits vor Amtsantritt gesagt. Unsere letzte Saison war nicht gut, das steht außerhalb jeder Diskussion. Pérez ist ein Siegertyp. Doch über allem steht, dass es Real Madrid verdient, die Saison mit ausreichend Waffen zu beginnen, dass es möglich ist, alle drei Titel zu gewinnen.

SZ: Das bedeutet: Die besten Spieler der Welt nach Madrid zu holen. Zählt Franck Ribéry vom FC Bayern dazu?

Butragueño: Ribéry ist ein sehr interessanter Spieler. Interesantísimo. Aber, wie gesagt, ich bin nicht in der sportlichen Leitung. Ich weiß nicht, was in den kommenden Wochen passiert. Wir sollten also alle ruhig und gelassen bleiben.

© SZ vom 15.06.2009
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